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 [One-Shot] (Titel kommt noch...)

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Lenz

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BeitragThema: [One-Shot] (Titel kommt noch...)   Fr 07 März 2014, 23:26

Ich sollte eigentlich mal die Haupt-FF updaten, aber das ist mir gestern irgendwie in den Sinn gekommen... frag mich nicht, was mich da geritten hat.  O.o  sollte auch eigentlich nur ein Drabble werden, ist dann aber länger geworden als geplant deshalb hats nen eigenen Post bekommen.  

(Zur zeitlichen Einordnung: Morwe müsste da so ca. um die 130 sein. Keine Ahnung, ab wann Elben überhaupt ausgewachsen sind... o__O unter 500 gelten die garantiert nicht als erwachsen, denke ich mal...)


„Sie sind noch jung, Armírë! Und Maladnáva ist noch schwanger, wenn sie das Kind gebärt, wird es es gar nicht anders kennen! Es wird zwischen uns fünf bleiben und niemand anderes wird je davon erfahren! Wenn wir Mithlond verlassen, wird es keinem auffallen!“, Elothlond ging vor dem Kamin auf und ab, wobei sein Blick immer wieder den der hochgewachsenen Gestalt im Lehnsessel suchte. Es raschelte und Armírë streckte seine langen Beine aus. Anscheinend schien er irgendeine Geste gemacht zu haben, die Morwe von seinem Versteck hinter dem Sofa aus nicht sehen konnte, denn das Gesicht seines Großvaters wurde ungeduldig.
„Sei kein Narr! Der Tag wird kommen, an dem du mir für diese Idee danken wirst!“, zischte Elothlond mit erhobenem Zeigefinger.
Morwe wünschte sich nichts sehnlicher, als das Gesicht seines Vaters jetzt erkennen zu können. Was ging in ihm vor? Überlegte er etwa auf das Drängen Elothlonds wirklich einzugehen? Wenn er sich doch wenigstens vorbeugen würde, damit Morwe mehr als nur Teile einer Silhouette und die Sessellehne sehen könnte!
Armírës lachte auf einmal leise und schien den Kopf zu schütteln. „Es wird auf den gleichen Tag fallen, an dem ich einen Ork küssen werde. Oh Vater, du müsstest dich einmal selbst reden hören... Ich weiß nicht, ob ich über diesen Irrsinn lachen oder weinen soll...“
Elothlond rieb sich durch das Gesicht und tat einen tiefen Atemzug. „Warum musst du nur immer so elendig stur sein? Lass deine Gefühle nicht deinen Verstand trüben, Sohn!“, wieder begann er auf und ab zu gehen. „Sieh doch: Elûdin ist gerade einmal knapp sechs Jahrzehnte alt und er besiegt schon Knaben, die doppelt so alt sind wie er! Er ist klug, er ist gelehrsam, und vor allem ist er ehrgeizig! Mit ihm als deinem Nachfolger wird keiner unsere Macht so rasch anzuzweifeln wagen, sobald wir nach Rhudaur zurückkehren!“
„Ich werde meine Söhne nicht für Macht eine Lüge leben lassen.“, entgegnete Armírë ruhig.
„Dann tu es für unser aller Sicherheit! Siehe, was all diese Kämpfe mit deiner Frau gemacht haben! Siehe, was sie mit so vielen anderen getan haben, die uns lieb waren!“, sein Großvater blieb genau vor dem Sessel stehen und argumentierte eindringlich gestikulierend: „Unsere Sippe braucht starke Anführer! Wer kann sagen, wie lange ich noch lebe, wie lange du noch lebst? Du wirst nicht immer da sein, Morwe zur Seite zu stehen und sein Herz wieder auf die rechten Pfade zu lenken! Wenn er einmal in deine Fußstapfen tritt, wird ihm eine unglaubliche Verantwortung und eine große Bürde zuteil, denn deine Spuren, sind wahrlich nicht leicht zu füllen, Armírë! Der Junge ist ein Träumer! Er wird nie an dich heranreichen, auch nicht, wenn jemand da ist, seinen Kopf wieder aus den Wolken zu holen!“
In Morwes Brust materialisierte sich ein gewaltiger kalter schwerer Felsbrocken, der mit jedem Herzschlag tiefer in seine Eingeweide sank und sie in Eiseskälte erstarren ließ. Seine Lippen begannen zu beben. Er schloss die Augen, um seine Gefühle davon abzuhalten vollends aus ihm herauszubrechen.
Armírë schwieg und so setzte Elothlond seine Tirade fort. „Ich weiß, was ich verlange ist hart! Glaubst du, mich schmerzt es nicht dir, ihrem Vater, solch einen ungeheuerlichen Vorschlag unterzubereiten?! Ich denke dabei doch bloß an das Wohl unserer Sippe und das schließt das Wohl meiner Enkel mit ein! Lass meine Worte an dich heran! Du kannst uns allen und besonders den beiden großes Leid ersparen, wenn du auf mich hörst! Du weißt, dass Morwe nicht dafür geschaffen ist einmal deine Stellung einnehmen zu müssen! Er ist zu verträumt, er ist zu weich, er denkt mit seinem Herzen und nicht mit dem Kopf! Wenn wir die beiden ihre Rollen ‚tauschen‘ lassen, tun wir uns allen damit einen größeren Gefallen, glaube mir das doch! Es ist doch nur ein kleiner Namenswechsel, ein paar kleine Änderungen bei öffentlichen Anlässen, einige Umstellungen in ihrer Erziehung-“
Etwas knallte so urplötzlich, dass Morwe zusammenzuckte. Unter der markerschütternden Stimme Armírës schien der ganze Raum zu erzittern. „Es reicht!! Ich habe mir deine beispiellose Dreistigkeit schon lange genug angehört! Du solltest mich besser kennen, als dass ich meine Söhne verrate, um deinen Wahnwitz zu befriedigen!!“
Zaghaft lugte Morwe um das Sofa nach den beiden Gestalten. Im Schein des Feuers war sein Vater nur ein mächtiger hünenhafter Schatten, der Elothlonds Statur klein und schmächtig erscheinen ließ. Sein Großvater schien geradezu in sich zusammenzuschrumpfen.
„Morwe ist und bleibt mein erstgeborener Sohn, ob es dir passt oder nicht! Die Valar haben mir meine Söhne so geschenkt, wie sie sind, und ich liebe sie ungeachtet dessen, was sie vermögen oder nicht vermögen! Wie kannst du es wagen, dass du dir anmaßt zu glauben, du könntest die Geschicke des Lebens voraussehen und es besser wissen als unsere Götter! Die Valar lachen über deine lächerlichen Pläne, Vater! Heute tauscht du den einen für den anderen ein, weil du glaubst zu wissen, wie ihre Geschichten ausgehen und morgen schon vergießt du bittere Tränen, wenn sich die Dinge anders entwickeln, als du es erahnen konntest!“
Armírë packte nach Elothlonds Schulter, schüttelte ihn jedoch sanfter als sein Zorn es hätte vermuten lassen. „Immer versuchst du die Welt nach deinen Wünschen zu formen. Nicht alles lässt sich so lange drehen und wenden, bis es dir gefällt, eher läufst du damit Gefahr das zu zerstören, was du dir eigentlich bewahren wolltest. Lass ab von dieser krampfhaften Unzufriedenheit! Das Leben kann unendlich viel leichter sein, wenn wir lernen manches einfach zu akzeptieren und anzunehmen. Gerade für jene, die uns lieb sind, sollte das gelten.“
Sein Großvater sah aus, als wolle er etwas erwidern, senkte aber schließlich nur sein Haupt und gab sich geschlagen. Gleich einer Kerze, die man auspustete, verlöschte die Aura aus Wut um Armírë so schnell wie sie entflammt war. Er lehnte seine Stirn gegen die Elothlonds und umfasste auch dessen andere Schulter. Was sein Vater seinem Großvater zuflüsterte, konnte Morwe nicht verstehen, er bemerkte nur nicht ohne Verwunderung das schuldbewusste Lächeln, welches über die Lippen des Älteren huschte.
Unversehens schlich sich ein nagendes Unbehagen in Morwes Bauch. Er zog es vor sich von der Szene abzuwenden, obwohl seine Begierde zu lauschen ihn davon abhalten wollte. Aber es war zu viel. Es war zu viel seinen Großvater so klein zu sehen, es war zu viel zu hören, was er von ihm hielt, es war zu viel zu hören, dass sein Vater ihn liebte, obwohl er als Erstgeborener eine Enttäuschung war. Hitze schwoll in Morwes Augen an. Er wollte nur fort von hier.
Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor bis sich Elothlond endlich zum Gehen wandte und verschwand. Erst nachdem sein Vater sich wieder im Sessel niedergelassen hatte, wagte Morwe es sich hinter seinem Rücken davonzuschleichen.
In dieser Nacht fand er keinen Schlaf. Immer wieder fielen seine Augen auf Elûdin, der im Bett neben ihm friedlich ruhte. Warum hatten die Valar ihre Positionen nicht vertauscht? Trotz allem konnte Morwe sich dennoch nicht dazu bringen, seinem Bruder zu zürnen oder neidisch auf ihn zu sein. Wenn er ihn um eines beneidete, dann darum, dass er der jüngere von ihnen war. Aber die Valar hatten es so zu sein bestimmt und damit hatte es wohl einen Sinn, auch wenn er Morwe entging...
Nur das sanfte Rauschen der Wellen leistete ihm in dieser stillen Stunde Gesellschaft, in der Morwe sich schwor: Er würde alles geben seinem Vater ein würdiger Nachfolger zu werden. Er würde seinen Großvater eines Tages eines besseren belehren!
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