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 009 - Auf der Fährte des Feindes

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Lenz

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BeitragThema: 009 - Auf der Fährte des Feindes   Fr 14 Jun 2013, 16:21




Kili drehte sich der Magen um. Er sah auf und feine Regentropfen wehten ihm ins Gesicht. Ausgerechnet jetzt! Er fluchte und beschleunigte seine Schritte.
Entgegen Nîns Warnungen waren sie aufgebrochen und hatten sich an die Fersen der Orks geheftet. Tatsächlich hatte sie sogar vorgeschlagen ihre Feinde alleine zu verfolgen, da sie die einzige war, welche keine Verletzungen mit sich herumtrug. Wie kam sie überhaupt auf die Idee ihnen einen solchen Einfall unterzubringen? Was dachte sie sich dabei? Kili wurde einfach nicht schlau aus ihr. Als wenn sie jemals so etwas tun würden, jemanden alleine vorzuschicken, um sich weniger Mühen zu bereiten und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Und dann auch noch eine junge Frau, eine Zwergin von ihrem eigenen Volk! Was sie jetzt mehr als alles andere tun mussten, war zusammenzuhalten. Nur gemeinsam hatten sie eine Chance Thorin zu befreien, in ihrer Gemeinschaft lag ihre Stärke! Hatte diese Frau denn überhaupt kein Gemeinschaftsgefühl?
Der Himmel spannte sich drückend und dunkel über ihnen, während sie über Felsen und Steine kletterten. Dabei hatte der Tag mit Sonnenschein begonnen. Seit sie aus dem kleinen Tal aufgebrochen waren, war es zunehmend stürmischer und verhangener geworden. Inzwischen waren die schweren Wolken von den Gebirgshängen kaum noch zu unterscheiden, als wären Himmel und Erde zu einer einzigen mächtigen Front verschmolzen, die ihnen den Weg über die Berge versperren wollte.
Wenn es jetzt auch noch zu regnen begann, würden sie jede Chance verlieren die Spuren der Orks auf der anderen Seite des Felsplateaus, über das sie hetzten, wiederzufinden. Dann war Thorin womöglich tatsächlich verloren...
Nein! Grimmig schüttelte Kili den Kopf, um den Gedanken zu verscheuchen. Er durfte das nicht denken. Er durfte den Zweifel nicht in sein Herz lassen. 
Ein kurzer Blick zurück verriet ihm, dass Fili und Bofur inzwischen wieder etwas aufgeholt hatten. Seinem Bruder ging es offenbar doch deutlich schlechter als er zugegeben hatte und auch Bofur mit seinem verwundeten Arm war nicht in bester Verfassung. Selbst auf die Entfernung konnte Kili erkennen wie gebeugt sein Mitstreiter ging. Er hielt den Arm eng an seine Brust und seine Schritte waren unregelmäßig, hier und dort strauchelte er. Anscheinend hatte er größere Schmerzen. 
Und trotzdem kämpften sich die beiden eisern vorwärts. Wenn sie durchhielten, wenn sein Bruder durchhielt, dann würde auch Kili standhaft bleiben bis zuletzt!
Er setzte zu einem Spurt an, um Nîn einzuholen, die ein ganzes Stück vor ihm stoisch zwischen den grauen Felsen hindurch stapfte. Sie ging, als wenn sie sich nicht um ihre Begleiter scherte. Als wenn sie eine Last für sie wären. Warum war sie so abweisend? Kili verstand diese Frau einfach nicht. Sie hatte sie vor den Orks gerettet, sie verbunden und sich schließlich doch ihrer Fahrt angeschlossen und trotzdem gab sie ihnen das Gefühl, als ob sie ihr auf ihrem Weg ein Klotz am Bein wären. 
Auf einmal wurde Nîn langsamer und beugte sich im Gehen ein wenig. Sie blieb hinter einem großen gezackten Felsen stehen, der am höchsten Punkt des Plateaus aus dem Boden ragte und spähte an seiner Kante vorbei in die Ferne. 
Waren vielleicht Feinde zu sehen? 
Kili beeilte sich. Schwer atmend erreichte er den Gesteinsbrocken und stützte sich in dessen Schatten auf seine Oberschenkel. Warum war er nach so einem kurzen Marsch schon so außer Atem? Auch seine Beine zitterten ein wenig. Aber er durfte jetzt nicht schwächeln!
„Was ist? Was siehst du?“, flüsterte er, wobei er versuchte seiner Stimme einen festen Klang zu geben. 
Nîn schwieg einen Augenblick bis die ernüchternde Antwort kam: „Nichts.“
„Wie ‚nichts‘?“, Kili kniff verwirrt die Augen zusammen und richtete sich auf. „Worauf warten wir dann? Auf schöneres Wetter? Besser wird‘s nicht und die Spuren werden vom Warten auch nicht deutlicher!“
Ein entnervtes Schnauben folgte darauf, doch Nîn kehrte ihm weiter beharrlich den Rücken zu und schaute, wohin auch immer, das Plateau hinab. Missmutig knirschte Kili mit den Zähnen. Er holte die letzten paar Fuß zu ihr auf, um ebenfalls hinab zu sehen, wurde aber mit einer raschen Bewegung von Nîn zur Seite gerissen.
„He!“, murrte er und stieß ihre Hand zur Seite. 
„Du hast deinen Kopf wohl auch nur als Zielscheibe, damit er die Orks von deinen lebenswichtigeren Organen fernhält!“, knurrte Nîn gedämpft und schoss ihm einen zornfunkelnden Blick zu. „Falls es dir nicht aufgefallen sein sollte, wir stehen hier auf einer Anhöhe! So nennt man das nämlich, wenn man auf einem erhöhten Punkt steht und von seiner ganzen Umgebung gesehen werden kann! Und es ist ja auch nicht so als würden wir versuchen den Orks heimlich zu folgen!“
Kili erwiderte ihre finstere Miene stur. „Dann hättest du mir vielleicht einfach sagen können, was du da treibst! So macht man das nämlich, wenn man in einer Gemeinschaft unterwegs ist, man teilt seinen Gefährten mit was man vorhat und lässt sie nicht dumm in der Gegend herumstehen!“, teilte er ihr mit, als würde er versuchen einem kleinen Kind etwas zu erklären. 
Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. 
„Ist das mein Onkel oder deiner, den wir hier gerade zu retten versuchen?! Wenn ihr euch schon wie blutige Anfänger im Kampf benehmt, wäre es nicht das Schlechteste aus euren Fehlern zu lernen und ab und zu auch mal nachzudenken bevor ihr etwas tut!“
Wütend baute sich Kili vor Nîn auf, die einen Schritt auf ihn zu gegangen war. „Es wäre einfacher für mich mich auf meine Umgebung zu konzentrieren, wenn nicht eine bestimmte Person sich ständig so benehmen würde, als wäre sie allein auf ihrem Weg! Wenn ich mich nicht die ganze Zeit über dein komisches Benehmen wundern müsste, könnte ich meine Kraft für andere Gedanken aufheben!“
Nîn versuchte ihn mit ihrem Blick zu durchbohren und Kili tat es ihr gleich. Doch gerade, als sie den Mund öffnete, um seinen Worten etwas entgegenzuhalten, unterbrach sie unvermittelt die Stimme Bofurs hinter ihnen. 
„Ich stör‘ euch ja wirklich nur ungern bei eurem Plausch, aber wie wäre es, wenn ihr das ein anderes Mal vorsetzt und stattdessen mal zu uns rüberkommt.“
Sie wandten sich verdutzt um und sahen in das matt und entnervt lächelnde Gesicht ihres Begleiters, der fortfuhr: „Fili hat nämlich ‘ne Orkleiche entdeckt, an der ihr zwei Hübschen schnurstracks vorbei marschiert seid.“
„Wir- was?!“, stammelte Kili und verwirrt schaute er zwischen Bofur und seinem Bruder, der ein Stück unter ihnen gestikulierend an einem großen Stein stand, hin und her. Wie hatte ihm das passieren können? Kili spürte wie ihm die Schamesröte ins Gesicht schoss. War er wirklich blind an einem Orkkadaver vorbeigelaufen ohne etwas zu merken? Wo hatte er nur seinen Kopf gehabt?! ...Ach ja. Bei seiner freundlichen Begleitern. 
Ernüchtert murmelte Kili: „Eine schöne Vorhut bist du! Rennst an einer Leiche vorbei ohne was zu sehen. Und ich dachte du kennst dich so gut in der Wildnis aus.“
Ohne Vorwarnung fing er sich einen Tritt gegen sein Schienbein ein. Fluchend hielt sich den schmerzenden Knochen und hüpfte unbeholfen auf der Stelle. Dieser verdammte Rotschopf hatte entweder ein Talent dafür den empfindlichsten und ungesichertsten Punkt an seinem Bein zu finden oder sie hatte unverschämtes Glück gehabt. Das würde er ihr noch heimzahlen, schwor sich Kili grimmig.
„Ach ja?! Und du bist ‘ne schöne Nachhut!“, brummte Nîn, sah ihn aber nicht an. „Läufst mir wie ein blöder Hund hinterher und guckst selber nicht!“
WieHast du mich gerade genannt?!“, zischte Kili zurück. 
„...Wenn wir uns dann alle wieder beruhigt haben, könnten wir dann vielleicht mal zu wichtigeren Dingen kommen? Ihr hattet beide den Kopf in den Wolken, Kinder! Gut jetzt!“, Bofur verdrehte die Augen und stieg die Anhöhe wieder hinunter zu Fili. Kili glaubte ihn dabei so etwas nuscheln zu hören wie „...bin zu alt für sowas...“. 
Nîn ignorierend stapfte Kili den steinigen Untergrund ebenfalls hinab. Sie ging schneller und auch er beschleunigte seine Schritte, um bloß nicht nach ihr unten anzukommen. Ja, es war albern. Er war sich dessen bewusst, aber ein nagendes und brennendes Gefühl in ihm wollte auf keinen Fall, dass er in irgendeiner Form hinter Nîn zurückstand und sei es auch nur bei so einer dummen Kleinigkeit wie wer zuerst ankam. Sie hatten sich inzwischen gegenseitig das Leben gerettet. Jetzt ging es darum sich bloß nicht wieder etwas zu Schulden kommen zu lassen, was sie ihm womöglich vorhalten konnte. 
Kili stutzte über seine eigene Gedanken. Was in Aules Namen ging da mit ihm vor? Er musste sich darauf besinnen wie sie Thorin befreien konnten! Für solche Albernheiten war keine Zeit!
Das Geröll am Boden war mit feinen Blutspritzern übersät. Als Kili die andere Seite des Steins erreichte, wo Bofur und sein Bruder schon auf sie warteten, fand er noch mehr vor. Die Felsen waren mit schwarzem Orkblut verschmiert, eine Schleifspur führte zischen den Steinen hindurch. Ihr Verursacher lag zusammengekrümmt an dem hohen Felsbrocken. Dunkle, gezahnte Pfeile mit zerrupften Federn ragten ihm aus dem Rücken und hatten sich durch Rüstung und Köcher der Kreatur gebohrt. Fliegen surrten um den Kadaver.
Wie hatte Kili ihn übersehen können? Er war doch nur einige Fuß weit an ihm vorbeigegangen! War er tatsächlich so unaufmerksam? Offenbar war dies der Fall. Er biss die Zähne aufeinander. Seine Begleiterin hatte ihn abgelenkt! Sie war der Grund, weshalb er nicht aufgepasst hatte, genau das war es! Als wenn Kili eine solche Fährte unter normalen Umständen übersehen hätte...
Fili tauschte einen Blick mit ihm aus und die Augen seines Bruders hatten einen wissenden Ausdruck. Als würde er innerlich den Kopf über Kilis Zerstreutheit schütteln. ...Und als würde er ahnen, dass Kili sich in Ausreden flüchtete, um seinen Stolz nicht noch weiter einstampfen zu müssen. Dabei war er aber nicht der einzige, der nicht aufgepasst hatte! Sollte sein Bruder doch Nîn mit seinem besserwisserischen Blick durchbohren! Kaum hatte er es gedacht, bereute er es schon. Wie dachte er von seinem eigenen Bruder? Kili schämte sich. Er benahm sich wie ein unreifer-! Genug! Konzentrier dich!, schalt er sich selbst.
„Seht euch das hier mal an.“, meinte Fili, der neben der Leiche hockte und zog aus dem Köcher des Orks einen Pfeil hervor. Er hielt ihn neben den Schaft, der der Kreatur aus dem Körper stach. Der letztere, dunkel gezackt und mit faserigen Federn stellte einen scharfen Kontrast zum zweiten fast fahlen und sauber gearbeiteten Pfeil dar, der nicht einmal wirkliche Federn, sondern dünne Fischflossen, die an sehr hartes Gefieder erinnerten, aufwies. Noch nie hatte Kili solche Pfeile gesehen. 
„Anscheinend haben die Orks sich doch nicht gegenseitig umgebracht, wie wir zuerst vermutet hatten...“, schloss sein Bruder und sah zu ihnen auf. 
Nachdenklich musterte Kili den Schaft. „Der ist nicht von Menschen oder Zwergen angefertigt worden. Seht euch nur einmal den Schaft an und das Material.“
Ihre Blicke kreuzten sich, doch Nîn machte ihre Überlegungen gleich zunichte. „Und ein Elbenpfeil ist es auch nicht.“
„Und woher willst du das wissen?“, erkundigte sich Kili und verschränkte die Arme vor der Brust. 
Nîn wandte sich zu ihm um. „Weil mein Vater Waffenschmied gewesen ist und ich dieses Handwerk von ihm gelernt habe. Und dazu gehört auch das Herstellen von Pfeilen. Wenn ich einen sehe, weiß ich, woraus er besteht und ob ihn ein Stümper angefertigt hat oder ein Meister seines Fachs. Ich habe genug Elbenpfeile gesehen, um euch sagen zu können, dass das hier sicher kein Pfeil elbischer Herkunft ist! Sie verwenden hauptsächlich Holz von Nadelbäumen, also Fichte, Kiefer und vor allem Zedernholz, weil es sehr leicht ist. Und dazu meistens Adler-, aber auch Schwanenfedern. Sieht das hier für dich vielleicht danach aus? Ich dachte du seist Bogenschütze.“, fügte sie in einem herablassenden Tonfall hinzu.
Kilis Muskeln spannten sich an. Verkrampft atmete er ein paar mal möglichst ruhig ein und aus, um sich wieder zu beruhigen. Bevor er aber etwas herausbringen konnte, war ihm Bofur zuvorgekommen. Neugierig musterte er Nîn von der Seite und stützte sich auf seine Hacke. 
„Ich nehm‘ mal an, du kennst ihre Pfeile nicht, weil sie sie dir hinterhergeschossen haben.“, grinste er. „Woher weißt du so viel über die Spitzohren?“
„Ich weiß nicht so viel über sie wie du glaubst.“, Nîn zuckte scheinbar gleichgültig mit den Schultern. „Durch eine ...Verkettung von Umständen habe ich eine Zeit in Bruchtal gelebt, das ist alles.“
Fili hob die Brauen. „Du hast bei ihnen gelebt? ...Was hast du in der ganzen Zeit gegessen? Sag nicht, sie haben dich gezwungen ihr Grünzeug zu essen!“
Bofur lachte und auch Kili musste schmunzeln. Sie aber schwieg und kniete sich stattdessen ebenfalls hin, um die Pfeile genauer in Augenschein zu nehmen. 
„Kein Wunder das die Gute so zugeknöpft ist...“, raunte Bofur Kili ins Ohr und er nickte mit betretener Miene. 
„Seht ihr die kleinen Markierungen hier?“, kam es schließlich von Nîn und sie beugten sich vor, um erkennen zu können, worauf sie zeigte.
Tatsächlich konnte Kili kleine Kerben und Löcher auf dem fahlen Schaft ausmachen. Sie muteten fast wie eine Art primitiver Schrift an. 
„Orks benutzen diese Zeichen.“, fuhr Nîn fort. „Und nicht irgendwelche. Die Orks hier im Gebirge, oder ich sollte vielmehr sagen ‚unterm Gebirge‘... Fiese kleine Biester und nicht zu unterschätzen.“
Sie erhob sich und stemmte einen Fuß unter den Ork am Boden. Fili machte Platz, damit sie ihn auf den Rücken drehen konnten. Die Gestalt, die zum Vorschein kam, unterschied sich jedoch nicht wesentlich von den Kreaturen, die Kili zuvor gesehen hatte. Es war schlicht und einfach ein Ork und ein verflucht hässlicher noch dazu. Dünnes grauschwarzes Haar wucherte auf seinem Kopf, die Haut war hell und grünlich, die glupschigen gelblichen Augen starrten ins Leere. Seine dicken Lippen waren rissig und mit Blut befleckt.
„Für ein ungeübtes Auge ist es nicht leicht diese Kerle auseinanderzuhalten.“, Nîn zeigte auf die dünnen Schultern und spinnenartigen Extremitäten. „Die Orks aus dem Gebirge sind kleiner und untersetzt. Und außerdem haben sie noch größere Augen als ihre Artgenossen, die Nachts ihre Höhlen verlassen. Das hier sind übrigens auch die, die ihre Feinde mit Vorliebe vergiften.“ Nîn schaute kurz zu Kili hinüber, der rasch wegsah. Unwillkürlich ertappte er sich dabei, wie er sich die verletzte Seite hielt. 
Zögernd setzte Fili an: „...Du meinst also... Wir hätten es demnach nicht mit einer Orkbande, sondern mit zwei zu tun?“
Sie nickte. 
„Und die beiden mögen sich anscheinend nicht besonders.“, merkte Bofur an. 
„Naja, von dem, was ich so gehört habe, waren die Orks, die unter dem Nebelgebirge leben, nicht besonders begeistert davon, dass Razneck mit seiner Schlägerbande ihnen ihre Beute streitig gemacht hat. Verständlich, dass die sich nicht riechen können. Aber vielleicht ist auch euer Onkel der Grund, weshalb sich die beiden Banden wieder die Köpfe einschlagen.“, mutmaßte Nîn und starrte den Orkkadaver nachdenklich an, als hoffte sie, er würde sich vielleicht noch einmal erheben und ihnen die Antwort mitteilen. 
„Was?!“, Kili schwirrte der Kopf.
„Ich weiß ja nicht, was euer Onkel so an Kostbarkeiten und so mit sich getragen hat....“, schulterzuckend stieg Nîn über den Leichnam und ging langsam weiter, wobei sie den Boden nach Spuren absuchte.
Kili, Fili und Bofur sahen sich an. 
„Vielleicht hat sie Recht.“, flüsterte Fili, die Stirn in Falten gelegt. „Wenn uns diese Biester auf den Wargen verfolgen, warum sollen dann nicht auch andere Orks hinter uns her sein? Wer auch immer von unserer Fahrt und Thorin weiß, hat sie vielleicht auf uns angesetzt.“
Kili nickte langsam und Bofurs Blick ging ins Leere, grüblerisch rieb er seine Lippen übereinander. „Ja.... Das könnte tatsächlich sein...“, murmelte er schließlich und ließ den Kopf hängen.
Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus und der Wind rüttelte plötzlich eisig an ihren Mänteln. 
Statt eines geraden absehbaren Weges, wandelten sie durch wildes Dickicht und Kili war, als würden sie sich immer tiefer in seinen Schatten verirren. Als wollten sie aus einer Höhle entkommen und verirrten sich dabei doch immer tiefer ins Erdreich. Erst hatten sie die anderen verloren, dann Thorin, waren dem Tod nur knapp entkommen und nun waren sie auch noch zwischen die Fronten ihrer Feinde geraten. Kili hatte mit Gefahren und Kampf gerechnet, aber nicht damit. Er hatte nicht im Traum gedacht einmal mit seinem Bruder, Bofur und einer völlig fremden Zwergin im Nirgendwo im Nebelgebirge zu stehen, ohne die leiseste Ahnung, wo sie sich befanden und wo ihre Gefährten waren. Und dass seinem Onkel tatsächlich etwas zustoßen konnte... Thorin war immer so stark gewesen, so eisern. Er war Kili immer unbezwingbar vorgekommen, er war der letzte, von dem er gedacht hatte, ihm könnte wirklich etwas zustoßen. Doch da hatte er sich gründlich geirrt... 
Wie naiv bin ich nur gewesen...? Kilis Hände schlossen sich zu Fäusten. Wie Gift träufelte der Zweifel brennende Angst in sein Herz. Langsam, qualvoll ging der Gedanke in ihm auf, was es bedeuten würde, seinen Onkel nie wieder zu sehen. Nie wieder. Er ertrug es nicht. 
„Wir müssen weiter!“, presste er hervor und packte Fili und Bofur am Oberarm. Die beiden sahen auf. Ihre Gesichter waren von Schatten der Sorge verdüstert. „Kommt schon!“
Kili gab ihnen einen Ruck und hastete an der Orkleiche vorbei und hinter Nîn her, die inzwischen ein ganzes Stück Weg hinter sich gebracht hatte. Sie stand an einen Felsen gelehnt und es sah aus, als würde hinter diesem die Ebene abfallen, denn Kili konnte dort keine Steine mehr erkennen. Je näher er kam, umso weiter schoben sich dunkelgrüne Tannenspitzen über den Horizont. Anscheinend hatten sie ein kleines Tal erreicht, das zwischen den Berghängen lag. 
Auf einmal blieb er wie angewurzelt stehen. Wind blies ihm ins Gesicht und wirbelte sein Haar auf. Kili schnupperte. Es war ihm vorgekommen, als hätte er so etwas wie Rauch gerochen. Verwundert schaute er zu Nîn, die sich an die Nase tippte und ins Tal wies. Rasch holte Kili zu ihr auf.
Kaum ein paar Fuß hinter dem Stein fiel wirklich ein steiler Abhang in das Tal unter ihnen hinab. Es war dicht bewaldet und in seiner Mitte erhob sich in schmaler, aber sehr hoher gezackter Felsen. Wenn der Wind für einen Augenblick erstarb, konnte Kili sehen wie sich dünne Rauchfahnen auf seiner Rückseite in der Luft kringelten. War das vielleicht das Lager der Orks?
„Da vorne geht ein Weg hinunter. Ziemlich steil. Ich bin nicht weit gegangen, aber in der Erde da waren Wargspuren, wir sind also den Richtigen auf der Fährte.“, Nîns Mund verzog sich zu einem finsteren Lächeln. 
„Dann ist das ihr Lager?“, Kili biss sich auf die Unterlippe. Schließlich brachte er den Gedanken hervor, der an ihm nagte. „Was sollen wir jetzt tun, da wir sie gefunden haben?“
Aus den Augenwinkeln sah er wie Nîn den Kopf senkte und die Arme vor der Brust verschränkte, als würde sie überlegen. Mit einem bitteren Gefühl im Magen trat Kili vom Abhang zurück, damit er eventuellen Spähern keine Zielscheibe bot. Als er sich umdrehte, um sich neben seine Begleiterin hinter den Stein zu hocken und auf die anderen zu warten, blieb er jedoch plötzlich wie angewurzelt stehen. 
Peitschend jagte ihm Wind um die Ohren. Hatte er sich das nur eingebildet oder...? Kili legte die Hand hinter seine Ohrmuschel, um den Schall besser einfangen zu können. Da war es wieder! Seine Augen weiteten sich. 
„Was hörst du?“, Nîn war aufgesprungen und tat es ihm gleich. 
Ihre Blicke trafen sich und auf ihren Gesichtern breitete sich ein Grinsen aus. Hoffnung keimte in Kili auf. Vielleicht war doch nicht alles verloren und sie fanden einen Weg Thorin zu befreien!
Ihre Umhänge flatterten, als der nächste Windstoß erneut Klingen und Krachen und das spitze Kampfgeschrei von Orks zu ihnen hinauf wehte. 

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.....die neue Formatierung des Forum hat zwar was für sich, aber wenn man was aus ner Word-Datei kopiert und einfügt, hat man überall, wo man nen Absatz gemacht hat zwei Absätze!!  will nicht so wie ic O.o   *mopf* .....aaah! Hab die Funktion gefunden einen Text unformatiert einzufügen ^^ mein Fehler, sry ^^V 
Ich hoffe ich habe Nîn nicht versaut... Sorry
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