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 Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren

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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 18 Dez 2013, 19:48

Etwas namenloses hämmerte gegen Morwes Bewusstsein und begehrte Einlass. Irgendetwas stimmte nicht. Nicht nur, dass die fremde Hand sich seinem Griff entwunden hatte, auch war es still geworden. Allein hölzernes Knarren war um ihn her zu vernehmen. Kälte breitet sich in der Luft um ihn aus, aber auf einmal fror er nicht mehr. Die Kühle war angenehm und belebte seine Sinne. Es hätte schön sein können einfach so zu liegen. Einfach für einen Augenblick nur zu sein, nur zu verweilen, den Moment sich ausbreiten zu lassen. Doch genau in dieser Sekunde brach eine jähe Erkenntnis über ihn herein, die Morwe vor Schreck zusammenfahren ließ.
Er hatte heute Wachdienst!
Ihm war, als wäre ein Blitz durch ihn gefahren und hätte alle seine Gliedmaßen in Flammen gesteckt. Völlig unvermittelt fand er sich mit weit aufgerissenen Augen schwankend, halb kniend, halb stehend neben der Zwergin in einem unbekannten Raum wieder. Morwes Beine versuchten ihn in eine aufrechte Position zu hieven, allerdings ohne Rücksicht auf den Rest seines Körpers, der noch in jenseitigen Traumwelten zu wandeln schien. Nach mehreren gescheiterten Versuchen auf die Beine zu kommen, sank er schließlich resignierend an der Bettkante zusammen. Sein Kopf fiel auf seine Arme nieder. Argwöhnisch spähte Morwe durch seine Armbeuge in Nîns Richtung.
War das also doch alles nicht bloß ein Traum gewesen?
Seine Augen fielen auf das Bündel unter dem offenen Fenster. Etwas regte sich in seinem Hirn, aber seine Gedanken waren zu träge, um sich um die Erinnerung zu schlingen. Morwe hatten den vagen Verdacht, dass ihm diese Situation mehr als nur peinlich sein sollte, aber seltsamerweise blieb dieses Gefühl aus. Bilder schwappten durch seinen Kopf, doch nur als einzelne Bruchstücke, die sich zu keinem sinnvollen Gesamtbild zusammensetzten. Irritiert beobachtete Morwe wie der erste Schreck langsam Gleichgültigkeit wich. Er schnaubte. Wieder klopfte etwas gegen sein Bewusstsein. War er heute nicht erst zur Nachtwache eingeteilt?
Seine Zunge wollte sich um Wörter schlingen, aber statt einen artikulierten Satz zustande zu bringen, hörte er sich selbst brummen: "Wo's Rinon?"
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 18 Dez 2013, 21:22

Nîn saß da und blinzelte.
Die Stille war wundervoll gewesen und vor allem die Ruhe die sie mit sich gebracht hatte, trotz der Kälte und dem Fauchen des Windes. Jedenfalls war sie es gewesen, bis der friedliche Elb, der sich eben noch wie ein betrunkenes Kind aufgeführt hatte, augenscheinlich von einer Tarantel gestochen worden war. Schnaubend hatte er seinen Oberkörper auf ihr Bett fallen lassen, als er auch schon aus zuckenden Augen zu ihr hinunter schielte. Es war ihr bereits schon in der Gedenkhalle aufgefallen, aber die Ähnlichkeit zu seinem Bruder bot einen starken Kontrast zu dem Bild, das er gerade eben geboten hatte.
"Wo's Rinon?" Nîn überlegte einen Moment, woran sie erkennen könnte, ob Morwe nun schon wach war oder nicht. Entweder er schlafwandelte und lallte deshalb in siner Traumwelt, oder aber er war so geistesgegenwärtig, dass er nicht nur gekonnt seinen Zustand überging, sondern gleichzeitig noch in der Lage war, trotz seines Zustandes eins und eins zusammen zu zählen. In diesem Fall, dass der Elb, der ihn vor geraumer Zeit hergeschleppt hatte, nicht mehr da war.
Sie zog das Lacken etwas höher, denn egal welche der beiden Theorien zutraf, er konnte sie sicherlich sehen und sie wollte nicht frierend und verkrampft vor einem hochnäsigen Elb auf dem Boden hocken. Zumindest wollte sie die meisten dieser Zustände vor seinen Augen verbergen.
Tausende Sätze stoben in sekundenschnelle durch ihren Kopf. Freundlich, boshaft, näckisch und voller Scham, doch ihr Körper entschloss sich ihren Geist von der Qual der Wahl zu befreien, indem er einfach selbstständig die knappe und tonlose Antwort gab: "Weg..."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 19 Dez 2013, 14:52

(Mal rechtzeitig vom Handy übertragen bevor ichs vergessen xD)

Die Konturen des Raumes gewannen langsam an Schärfe, doch immer noch sah Morwe den größten Teil seiner Umgebung undeutlich. Nîns Gesichtsausdruck schien zu flackern, als wuschen Wellen unterschiedlichster Emotionen über ihr Gesicht hinweg. Ein nicht unerheblicher Kontrast zur lakonischen Antwort der Zwergin.
"Was du nicht sagst...", murrte Morwe und grub den Kopf tiefer zwischen seine Arme, jedoch ohne den kleinen Rotschopf aus den Augen zu lassen. Entgegen seiner eigentlichen Absicht fanden gänzlich andere Worte ihren Weg zu seiner Zunge: "Ihr zwei habt mich unters Bett gequetscht... Das kriegt ihr beizeiten noch wieder, so wahr Ulmo mein Zeuge ist..."
Morwe runzelte die Stirn ob dieser merkwürdigen Aussage, war aber zu matt sich über sich selbst zu wundern.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 19 Dez 2013, 18:46

Ein eisiger Hauch wehte unangenehm durch das Schlafzimmer und er hatte nichts mit dem Wind von draußen zu tun.
Nîns Brustkorb füllte sich mit etwas heißem, was einen interessanten Kontrast zu der Kälte bot, die Morwes Blick in ihr sähte, doch sie war im ersten Moment zu perplex um etwas darauf zu erwiedern.
Es war unerhört und ungehobelt und vollkommen unrechtmäßig. Niemals hätte sie Dankbarkeit erwartet, aber andererseits übertraf diese Reaktion selbst ihre kühnsten Vorstellungen. Und doch...

Zwei Tage waren nun fast schon seit ihrem Erwachen vergangen. Sie war hier wie in einem Traum gefangen und zwar einem von der Sorte, den man hat, wenn starke Fieberkrämpfe den Leib schütteln und der Geist auf Reisen geht. Lügen und alternative Realitäten lauerten an jeder Ecke. Die Elbengemeinschaft bestand nur aus einem Wechselbad der Gefühle: Mal rätselhafte Manipulation; mal blanker, herablassender Hass wegen Vorurteilen und eingeschränktem Denken; mal die Sorte brutaler Gutmütigkeit, die meist von Fremden ausging, die sich anmaßten zu wissen was das Beste für jemand anderen wäre... Nach all dem war eine schonungslos ehrlich gemeinte Drohung doch eine willkommende Abwechslung.
Die Zwergin schaffte es nicht, sich ein glückliches Lächeln zu verkneifen und ein kurzes, leises Lachen lies ihren Brustkorb erzittern. Das schien der erste Moment seit undenkbarer Zeit zu sein, dass jemand so aufrichtig zu ihr war und dann war es ausgerechnet der Drogenjunkie von der Wache. Nachdem der Kampf gegen ihr Lächeln vergebens war, versuchte sie es wenigstens nachträglich vor Morwe zu verdecken, da sein Blick selbst einen tollwütigen Eber hätte durchbohren können, doch sie bezweifelte, dass er noch so benommen war, dass er zuvor nichts davon mitbekommen hatte. Sie versuchte angesichts dieser überaus ernsten Situation versöhnlich und bedauernd zu klingen, doch die Ironie hätte wohl auch ein blinder Taubstummer, der nicht laufen kann bemerkt. "Es tut mir wahnsinnig leid. Das war wirklich unbedacht von uns. Hätten wir nur einen Moment lang nachgedacht, währe uns sicher aufgefallen, dass du als Wandgemälde viel unauffälliger aus Vanyes Blickfeld verschwunden wärst."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 19 Dez 2013, 19:28

Morwe legte die Stirn in Falten. Sein Ärger über die Behandlung, die sie ihm hatten zu Teil werden lassen, flaute zwar nur wenig ab, wurde dafür aber von nicht unbeachtlicher Verwunderung verdrängt. Sein Mund öffnete und schloss sich wieder. Allein Nîns unterdrückt frecher Tonfall hätte eigentlich reichen müssen, um seine Stimmung endgültig zusammenschrumpfen zu lassen. Und vielleicht auch, um ihn wirklich wütend zu machen. Aber es geschah nicht. Nichts dergleichen fühlte er. Nur diese wabernde Diffuse Überraschung, zu der sich Neugier gesellte.
Auf einmal wurde ihm bewusst, dass er die Zwergin schon eine ganze Weile schweigend angestarrt hatte. Ihre Körpersprache ließ erahnen, ihr war nicht zu wohl dabei. Jedenfalls schlang Nîn ihre Decke noch enger um sich und versuchte seinem Blick auszuweichen.
Schließlich breitete sich ein Grinsen auf Morwes Lippen aus. "Ich dachte immer, nur Menschen seien sarkastisch..."


und jetzt kriech ich nach hause... ^^" mein Schädel....
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 19 Dez 2013, 19:41

Nin seufzte höhnisch. "Oh, wohl war, ich musste auch weit reisen um diesen exotischen Dialegt nun fließend zu beherrschen. Und ich dachte immer, Elben nehmen ihre rätselhafte Redensart aus ihrer Verspieltheit und dem Wissen ihrer Ahnen und nicht daher, dass sie sich mit ziemlich harten Drogen abschießen."


--------

Morwe klappte der Mund auf. Erst wollte ein Lachen seine Kehle empor klettern, aber der letzte Teil von Nîns Antwort ließ ihn zusammenfahren.
"ich- ich habe mich nicht-!", die in Hast hervorgesprudelten Worte reichten aus, um seine Ohren in Flammen zu setzen. Hektisch bedeckte er sie mit den Händen. Es half nichts, zumal die Röte ihm bereits in die Wangen kroch.
Verdammt...

----

"Nein...!" Abwehrend hob Nin eine Hand und setzte eine absolut entrüstete Mine auf. "Du doch nicht! Nie im Leben...!" Sie schüttelte den Kopf. " Wer würde denn sowas auch denken?!" Etwas wackelig auf den kraftlosen Beinen richtete sie sich auf, was eine nicht ganz so unerhebliche Herausforderung darstellte, da sie dabei versuchte, bloß keine kalte Luft unter der wärmende Laken zu lassen. Sie stöhnte leise, als sie bemerkte, wie Blut im aufrechten Zustand kribbelnd hinunter in ihre Glieder schoss. "Was hältst Du jetzt von einem etwas weniger giftigem Tee?" Während sie auf seine Antwort wartete, hinkte sie schon mit der anmut eines Ullifanten zu einem der alten Regale, in denen noch sicher fest verschlossene Dosen mit allerlei konservierten Sachen zu finden sein müsste.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 13:16

Verknäuelt in seinen Armen beobachtete er Nîn dabei, wie sie zum Regal schlurfte und sich an allerlei Dosen und Einmachgläsern zu schaffen machte. In seinem Innern rebellierte ein letzter Funke Trotz und Bitterkeit dagegen an die maßlosen Unterstellungen der Zwergin einfach so hinzunehmen. "Du hast keine Ahnung, wovon du sprichst...", knurrte er mit angespannten Kiefermuskeln hervor. "...sei es drum." Morwe schnaufte und massierte sich die viel zu heiße Stirn. "Gegen einen Tee hätte ich... vielleicht nichts einzuwenden..."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 13:50

Die Zwergin hielt inne um die Beschriftung einer staubigen Dose zu lesen, doch ihre Augen waren bereits zehn Mal über die filigrane Handschrift ihrer Mutter geglitten.
'Ach nein, wie süß...' Sie war froh, dass Morwe ihre rollenden Augen nicht sehen konnte, denn seiner Tonlage nach zu urteilen wäre das sicher nicht vorteilhaft für ihren keimenden Waffenstillstand gewesen. Morwe wirkte zwar bereits etwas älter, aber Nîn hatte noch nicht sehr viele Elben kennen gelernt um deren Alter gut schätzen zu können. Ein derart vor Selbstmitleid tropfendes Verhalten, das meist von Sätzen begleitet wurde wie "Keiner Versteht mich" oder "Nur ich allein weiß, wie es ist eine schlimme Vergangenheit gehabt zu haben, immerhin lässt mich meine Mutter nach einbruch der Dunkelheit nicht mehr mit anderen draußen spielen!" ließ unter Breeländern meist auf ein Alter zwischen 12 und 14 Jahren schließen. Doch Nîn kam nicht mehr dazu, dieses Alter auf Elbenjahre umzurechnen. Ein Tonfall gebadet in Hochnäsigkeit schoss durch ihr Gehör blindlings in Richtung Auge und löste dort ein merkliches Zucken aus. '...vielleicht nichts einzuwenden'?! War sie nun seine Hausfrau? Dieser Satz hatte nicht einmal den Hauch von Manieren geschweige denn einem Dankeschön. Es fiel ihr schwer sich den Satz 'Gut, dann amch dir doch einen.' zu verkneifen.
Etwas energischer als beabsichtigt stellte die tief durchatmende Zwergin die Dose zurück ins Regal. Sie zwang sich ein Lächeln auf und griff nach ihrer Lieblingsdose. Die Kräutermischung stammte aus den Ländereien weit östlich von hier, wehslb ihre Mutter nur zu besonderen Anlässen Nîn erlaubt hatte, davon zu trinken, doch ein bekannter, wundervoller Geschmack war wohl das, was aktuell am gesündesten für die Laune der jungen Zwergin erschien.
"Nein, natürlich weiß ich das nicht! Ich bitte vielmals um Verziehung! Die Menschen, die sich Drogen leisten können, können sich auch teure Gasthäuser leisten. Die Spelunken in denen ich groß geworden bin, boten also Aule sei Dank guten Schutz vor solchen Leuten... Außerdem hätten die sich ja eh nicht dorthin getraut, weil die Menschen ohne Drogen, sie wahrscheinlich so lange gefoltert und zusammengeschlagen hätten, bis sie ihnen den gesamten Stoff überlassen hätten... Und da ich ja keine Ahnung habe, reicht es wohl, wenn ich dir die Kanne dort drüben anbiete. Alles andere wäre nur Verschwendung von Rínons Arbeit. Ich mach mir solange unten noch einmal für mich neues Wasser heiß, damit hiervon genug für dich alleine übrig bleibt, du siehst so aus, als könntest du viel Flüssigkeit gebrauchen."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 14:58

Durch Morwes Beine schoss auf einmal kribbelnde Hitze. In seiner Brust entfachte sich ein Feuer, das ihm am ganzen Leib beben ließ. Fast konnte er des Zorns sehnige Finger spüren, die sich heiß und brennend um sein Hirn schlossen und seine Sicht in blutige Schleier hüllten. Jeder Muskel in seinem Leib schien vor unterdrückter Wut zu vibrieren und in seinen Lungen stieg ein Schrei auf, der den Weg zu seinem Mund aber nicht fand. Selten in seinem Leben war Morwe so froh gewesen, sich kaum rühren zu können. Wie ein eingesperrtes Biest tobte Jähzorn durch seinen Geist, bereit alles, was ihm zu nahe kam, kurz und klein zu schlagen. Vor seinem inneren Auge sah er sich Nîn hinterher stürzen ehe sie das Zimmer verlassen konnte. Er sah sich sie bei ihrem elenden roten Haar packen, wie er die Überheblichkeit aus ihrer kleinen selbstgefälligen Zwergenfratze prügelte bis sie nur noch ein unkenntlicher blutiger Haufen war. Er konnte ihre Haut auf seinen Fingerknöcheln spüren...! Er konnte spüren wie ihre Gesichtsknochen seiner Kraft nachgaben und hören wie-...!
Dumpf hallte Knarren von Treppenstufen gegen Morwes Ohren. Seine Augenlider zuckten. Er fand sich noch immer am Bett kauernd wieder, den Mund einen Spalt breit geöffnet mit starr aufgerissenen Augen. Wind strich über seine Wangen. Das Feuer in seiner Brust verlosch zu Asche. Eiseskälte kroch durch seine Glieder und ein Schauer durchfuhr ihn.
Eru steh mir bei... Seine Lippen bebten plötzlich. Seine ganze Haut scheuerte gegen seine Muskeln, als wäre sie auf einmal zu eng für seinen Körper. Eine Welle aus Abscheu ergoss sich über ihn und träufelte ätzend in sein Herz.
Morwe sprang auf. Er taumelte. Finger krallten sich in sein Gesicht und ein ersticktes Ächzen kroch aus seinem Mund. Ihr Valar, bitte vergebt mir...! Morwes Augen begannen zu brennen, aber der Schmerz verließ sie nicht und schaffte sich keinen Weg nach draußen. Er war allein hier drinnen. Allein mit dem Biest aus Wahnsinn, das geifernd in einer Ecke seines Bewusstseins hockte und ihn aus fahlen Augen angaffte.
Was wäre geschehen, wenn Morwe sich hätte bewegen können? Hätte er dem Wahn nachgegeben? Hätte er sich auf einmal mit Blut an den Händen wiedergefunden, nachdem er-. Er kämpfte gegen die abscheulichen Bilder in seinem Kopf an. Er hatte das nicht denken wollen! Er hätte nie so etwas tun wollen! Was konnte Nîn dafür, dass er sich zu einem abhängigen Krüppel gemacht hatte?
Morwe versuchte die wirren Gedanken in seinem Kopf abzuschütteln und fand sich auf- und abgehend im Zimmer wieder. Etwas schmerzten ihn beim Atmen. Übelkeit presste von innen gegen die Kehle. Seine Augen fielen auf die Kanne auf dem Tisch. Süßlicher würziger Geruch strömte aus ihr hervor, der in Morwes Nase brannte.
Was hatte Nîn doch gleich gesagt? Rínon hatte ihn gemacht? Der Gedanke an seinen besorgten Freund tropfte wie flüssiges Eisen in Morwes Bauch. Er biss die Zähne so fest zusammen, dass der Schmerz bis in seine Schläfen stieg. Dann auf einmal schepperte es. Rechts schlug der Deckel der Kanne irgendwo gegen die Wand. Das Gefäß kullerte klappernd über den Boden, wo sich sein Inhalt über das Holz ergoss.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 15:37

Nîn genoss die Wärme des Steinbodens vor dem Ofen und beobachtete, wie das Wasser zu kochen anfing. Irgendjemand hatte im Wohnbereich seine Jacke liegen lassen. Wie ein Kind kuschelte sie sich genüsslich in den viel zu großen Stoff. Erst, als wieder Wärme durch ihre Gliedmaßen floss, hatte sie gemerkt, wie eingefroren ihr Körper gewesen war. Da hatte sie einmal versucht sich entgegen ihrer Überzeugung nett gegenüber eines hilfebedürftigen Elbens zu verhalten und war seinetwegen sogar halb erfroren und er dankte es ihr mit Spott und Morddrohungen. Während sie die Wärme des Feuers genoss und der fruchtige Geruch von Feiertagen aus der Dose in ihrer Hand in ihre Nase stieg, mischte sich dennoch ein Hauch von Mitgefühl in ihre Gedanken.
Sie hatte am eigenen Leib nie die Gefahren einer Abhängigkeit durchstehen müssen, da sie es niemals mit ihrem Stolz vereinbaren könnte, ihren gesamten Körper von ein paar wenigen Kräutern oder Pflanzen beherrschen zu lassen, doch sie hatte miterlebt, wie nicht nur der Körper sondern auch der Geist langsam vergifteten und dahin sichten.
Menschen schienen besonders anfällig für solche Krankheiten zu sein. Selbst die wundervollsten Charakterzüge konnten innerhalb weniger Monate verblassen bis nur noch die fahlen Spinnweben aus Gier, Bosheit und unkontrollierbarer Kraft zurück blieben. Oft hatte sie sich gefragt, ob manche Bekannte in ihrem Leben ein anderes Ende gefunden hätte, wenn sie doch nur jemanden gehabt hätten, dem sie sich hätten anvertrauen können. Doch selbst wenn Nîn zu diesen Zeitpunkten bei ihnen gewesen wäre, hätte es wohl kaum in ihrer Macht gestanden, entwas gegen den Verfall und die Verwarlosung zu unternehmen, dem sich diese Leute mit Freuden hingegeben hatten.
Der Lärm aus dem Zimmer ihrer Eltern war verstummt. Beim ersten Scheppern hatte sie noch den Impuls in sich verspührt umzudrehen und zu Morwe zurück zu kommen, doch sie hatte sich Aule sei Dank rechtzeitig daran erinnert, dass man Elben während ihres Rausches wohl noch weniger in die Quere kommen sollte, wie den Männern der Menschen. Der Lärm, der seitdem durch die Wohnung hallte, hatte sie in ihrer Vermutung nur noch weiter bestätigt.
Der Wunsch, dass er die Einrichtung intakt halten würde, war wohl zu hoch gesteckt, aber zumindest könnte ihm sein schlechtes Gewissen danach möglicherweise dazu veranlassen, sie bei der Renovierung dieses Hauses zu unterstützen. Sie hatte bereits einen kleinen Versuch unternommen den Schrank vor der verrigelten Tür ein Stück zu bewegen, doch mit nur einem funktionstüchtigen Arm erschien es mit einem Mal als bemerkenswerte Herausforderung solche Aufgaben allein zu bewältigen. Der Kessel klapperte munter, als das Wasser anfing zu kochen. Die Zwergin vermied es sorgfälltig ihren Blick spiegelnde Oberflächen streifen zu lassen, während sie ein Tablett mit Geschirr zurecht machte. Die Hoffnung, dass das Abbild ihres Gesichtes nur Einbildung gewesen war und morgen wieder ganz normal erscheinen würde, war nur schwach und kindisch, aber sie wollte sie so lange wie möglich in sich keimen lassen.
Die Kanne roch wundervoll belebend, als die Zwergin den Tee einfüllte und sorgte in Nîns Magen für einen kleinen Hüpfer. Sie krempelte die langen Ärmel hoch, um mit Mühen die silberne Platte greifen zu können, als das Rücken eines Sessels überaschend ihre Neugier weckte. Sie hatte nicht einmal die Tür des Schlafzimmers oben aufgehen hören...
Mit zusammengebissenen Zähnen schob sie mit der Schulter die Tür zur Küche auf und sah einen im Sessel zusammengesunkenden Morwe, der einen furchtbaren Anblick bot. Seine Haare waren wild zerzaust und die Hände, in die er sein Gesicht stützte, leichenblass. Mehr konnte Nîn von der Seite aus nicht erkennen. Nur ihr neu entdeckter Fensterkeil, der etwas Abseits von ihm auf dem Tisch lag. Doch Nîn sah nicht ein, an ihrer Haltung etwas zu ändern, dieses Bündel gekonnt zu ignorieren. Schließlich hatte sie noch imemr nicht vor in einem rosa Spitzenkleid herum zu laufen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 19:07

Morwe hielt einen Augenblick die Luft an. Er stellte sich vor wie sie in seinen Lungen innehielt und durch sie waberte. Das Bild beruhigte ihn ein wenig. Wie die Luft träger wurde in ihren Bewegungen, verlangsamten sich auch seine Gedanken. Fahrig strich er sich durch das Haar, wobei ihm die dutzenden Knoten auffielen zwischen denen seine Finger hängen blieben. Er begutachtete seine Hände. Seine Knöchel pulsierten und sandten Wellen aus Schmerz und Wärme durch seine Nerven. Geistesabwesend zupfte Morwe lose Hautstücke von ihnen ab und drückte seine Ärmel auf die abgescheuerte Haut, um die Blutung zu stoppen.
Seit langem hatte nicht mehr so einen Tag gehabt. Genaugenommen noch nie. Noch nie war jemand Zeuge von seiner Schwäche geworden und hatte gleichzeitig erkannt, was es damit auf sich hatte.
Warum ausgerechnet die Zwergin? Weshalb musste ausgerechnet eine Fremde sein bestgehütetes Geheimnis herausfinden? Und was noch viel schlimmer war: Er hatte völlig die Kontrolle über sich verloren...!
Morwe widerstand der Versuchung sich gegen den Kopf zu schlagen. Stattdessen krallte er sich seine Nägel in die Stirn und presste seine Handballen in seine Augen, um die Bilder aus seinem Geist zu verdrängen.
Ein Klappern neben ihm ließ ihn zusammenzucken. Durch Haarsträhnen erspähte er Nîn, die mit einem Arm ein Silbertablett, auf dem eine dampfende Kanne und zwei Tassen standen, auf den Tisch balancierte. Augenblicklich sank ein Stein in seine Magengrube. Die Zwergin jedoch beachtet ihn nicht weiter. Sie ließ sich im Schneidersitz auf dem Sofa nieder und schlang ihre Jacke enger um sich. Bei genauerem Hinsehen identifizierte Morwe sie als Rínons Mantel.
Er schluckte. Obwohl ihm seine Beine eigentlich signalisierten, er solle sitzen bleiben, erhob er sich und straffte den Rücken. Sein Kopf war mehr als nur leer. Da waren keine Sätze, Floskeln oder Redewendungen, die er kannte, die man in solch einer Situation verwenden sollte.
„Ich....“, Morwes Stimme versagte und er räusperte sich. Seine Hände wurden schwer. Er tat einen tiefen Atemzug. „....Ich muss gesehen, ich weiß nicht, was ich in dieser Situation sagen soll oder was angemessen wäre... Aber ich möchte dich wissen lassen, dass es mir sehr... sehr.... leid tut, was ich getan habe und gesagt habe und-“, er fühlte sich unter einer jähen Welle aus Verzweiflung zusammensinken. Plötzlich sprudelten Worte aus seinem Mund hervor und er fand sich in einer sehr ungelenken Verbeugung wieder. „Was du gesehen hast - bitte sag es keinem...! Auch wenn meine Lippen anderes gesprochen haben, mein Herz ist voll von Dankbarkeit, dass du mich davor bewahrt hast von Vanye so entdeckt zu werden! Ich stehe tief in deiner Schuld! Nur um das Eine möchte ich dich bitten: Verrate niemanden, was du gesehen hast, bitte! Ich habe dich vor dem Tod bewahrt. Bringe mir dafür nicht den Meinen, indem du es jemandem verrätst... Und sei es ein Freund.“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 20:09

Nîn genoss die Stille. Sie war etwas wundervolles.
Selten hatte sie erlebt, dass zwei Personen einfach ruhig und schweigend nebeneinander saßen konnten. Im nachhinein dachte sie sich jedoch: Sie hätte es wissen müssen.
Kaum hatte die Gemütlichkeit ihren Höhepunkt erreicht, nachdem sie auch ihre Füße unter der weichen und und wärmenden Jacke versteckt hatte und die Vorfreude über den wundervollen Tee, wie ein schauriges Kribbeln durch ihren Rachen huschte, als der Elb so ungemütlich wie es nur ging plötzlich aufstand und sich in gekünstelter Haltung schräg um Kopf und Kragen redete.
Sie vermied es, ihn anzugucken und hoffte, er würde diese subtile Geste verstehen und sich in Aules Namen einfach nur wieder setzen. Ein Zucken huschte über ihre Augenbrauen, als sie gerade nach der Karaffe griff und Morwe sie inständig bat nichts von all dem zu verraten. Für wen hielt er sie denn? Dachte er allen ernstes, sie würde versuchen sich hier in Bruchtal Freunde zu machen, indem sie mit seinen Problemen hausieren ging oder munteren Klatsch in den Gassen verbreitete?!
"Ich habe dich vor dem Tod bewahrt." Nîn erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde in ihrer Bewegung. Versuchte er gerade sie zu erpressen?! Doch der Tonfall des Elben klang mehr flehentlich als drohend. "Bringe mir dafür nicht den Meinen, indem du es jemandem verrätst... Und sei es ein Freund.“
Nîn schauderte es innerlich bei dem Gedanken an welchen Ort sie hier wohl geraten war. In den Gegenden, in die es sie zwangsläufig während ihrer Reise verschlagen hatte, diente Drogenbesitz und -konsum nahezu als Statusssymbol und unter Elben wurde man für so eine Tat gehänkt?
Kein Wunder, dass der arme Elb so von der Rolle war, wenn es verboten war und demnach weder Hilfe noch Aufklärung irgendwo angeboten wurde.
Sie seufzte und schloss ihre Hände um einer der warmen, dampfenden Tassen. Der Geruch kitzelte frech in ihrer Nase und erinnerte an seltene Zitrusfrüchte, die es nur weit unten im Süden zu finden gab. Morwe blieb eisern stehen. Er verstand weder den wink sich wieder zu setzen, als den, dass er sich doch bitte einfach nur eine Tasse nehmen sollte und aufhören soltle so verkrampft mitten im Raum zu stehen. Sie hob den Blick. "Wenn du zulässt, dass der Tee kalt wird, dann verzeih ich dir nicht. Es ist meine Lieblingsmischung und ich hab nicht mehr sehr viel davon."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 20:38

Morwe fragte sich, was so schwer daran war, ihm einfach eine klare Antwort zu geben. Warum wich sie ihm aus? Wollte sie ihn im Unklaren lassen, um ihn später damit zu erpressen?
Seine Augen wanderten über die dampfende Teetasse, der ein süßer frischer Duft entstieg.
"Gib mir erst dein Wort, dass du darüber schweigen wirst.", beharrte er.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 21:22

Nîn stöhnte. „Für was hällst du mich bitteschön?!“ Sie seufzte und versuchte sich voll und ganz auf den wohligen Geruch ihres Tees zu konzentrieren. „Ich glaube, dass in den letzten 24 Stunden nichts passiert ist, was jemand außerhalb dieser vier Wände interessieren würde... Du hast mich - wie dir von höchster Stelle befohlen wurde - hier her gebracht; Rínon hat - wie ihm aufgetragen wurde - eine Nachricht an dich weitergeleitet; Vanye hat sich in ihrer Pflicht als Heilerin sanft und liebevoll um meine Verletzungen gekümmert; falls dich jemand fragt, nehme ich hiermit sogar offiziell zur Kenntnis, dass du Elronds Geschenk an mich überbracht hast; ...“, ihre Augen huschten abfällig über das geschnürte Bündel auf der anderen Seite des Tisches, „und genauso wie dein Herr gewünscht hat, bist du von meiner Ankunft hier bis zum Beginn des Festes“, ihr gelang es nicht ganz, ihre mangelnde Freude darüber für sich zu behalten, „damit beschäftigt, auf mich aufzupassen, damit die Sensation des Abends auch ja nicht vorher die Möglichkeit hat, die Flucht zu ergreifen, und Personen wie dein lieber Bruder auf dem Fest etwas zu bewerfen und zu begaffen haben. Hab ich irgendwas vergessen? Ich glaube mehr ist nicht passiert. War recht ereignislos hier... Oh ja doch, warte... Rínon hat sich noch die Bücher hier angeguckt und ist deshalb erst am nächsten morgen gegangen. Aber trotzdem wäre das nichts, was jemand anderen interessieren könnte, es sei denn er will eine langweilige Geschichte über vorzügliche Pflichterfüllung hören.“
Stille trat ein.
Diese Stille war empfindlich, dass Nîn kaum mehr als ein Flüstern wagte, doch sie hatte aus jüngster Vergangenheit gelernt, dass der Elb in dem meisten Augenblicken Botschaften nicht verstand, solange man sie nicht aussprach. „Kannst du dich jetzt wieder hinsetzen und den Tee genießen?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 22:00

Eine ungeheure Last fiel ihm von den Schultern und Morwe konnte die Sorge mit seinem Atem seine Brust verlassen fühlen. Scheinbar hatte er Nîn falsch eingeschätzt. Was er von ihrem Volk wusste, hatte ihn fürchten lassen, sie könne das Geschehene für ihren Vorteil nutzen wollen. Denn waren Zwerge nicht gierig und stets darauf aus einen Gewinn für sich zu erzielen? Aber offenbar war der Zwergin tatsächlich egal, was sie gesehen hatte...
Nur zu gern kam Morwe Nîns Bitte nach sich wieder hinzusetzen. Auf einmal kam ihm der Sessel viel sanfter vor als vorher. Ja das ganze Wohnzimmer schien mit jeder Sekunde an Behaglichkeit und Wärme zu gewinnen. Morwe schloss seine Hände um die glühende Tasse und sog den fruchtigen Duft tief in sich ein. Bilder von Gärten stiegen vor seinen Augen auf. Fremdartige Bäume mit gelben und orangen Früchten unter einer gleißenden Sonne im Hochsommer. Aderblauer wolkenloser Himmel und flimmernde Luft. Blätterrascheln im Wind.
Für eine Weile konnte Morwe tatsächlich die eintretende Ruhe genießen. Es tat gut den warmen Tee durch seinen Körper strömen zu fühlen. Das frische Aroma klärte seinen Geist ein wenig. Nichts war zu hören als gegen die Wände brausender Sturm. Draußen wogten Bäume vom Wind geschüttelt hin und her.
Nîns Worte trieben durch Morwes Bewusstsein. Was sollte das heißen, er sei dazu beordert auf sie aufzupassen? Was war mit seinen Pflichten als Wächter? Doch was ihn wirklich bedrückte, war, was die Zwergin anschließend gesagt hatte. Sensation des Abends...
"Was macht dich glauben, mein Herr hätte dich auf das Fest eingeladen, um dich vorzuführen? Du bist unser Gast und kein Gefangener. Und erst recht keine Quelle für irgendjemandes Belustigung.", er warf Nîn einen irritierten Blick zu.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 22 Dez 2013, 22:37

Glückselige Stille füllte den Raum.
Jedenfalls hätte sie es getan, wenn der Sturm in Nîn keine Angst gepflanzt hätte, ihr Dach könnte abreißen. Hatte Morwe die Fenster oben geschlossen? Musste er wohl, wenn der umfunktionierte Keil hier unten lag.
Morwes Frage riss die Zwergin aus ihren Gedanken und sorgte dafür, dass sie sich böse an dem heißen Tee verschluckte. Diese Annahme war nach ihrer Begegnung mit Eludin einfach zu amüsant.
"Bist du sicher, dass Eludin dein Bruder ist?" Sie klopfte sich auf die Brust um nicht an ihrem kurzfristigen Lachen nachträglich zu ersticken. „Ich hab seit Rínons sehr ...authentischer Darstellung elbischer Kultur bereits gelernt, dass ihr es nicht ganz so eng sieht, ob Leute angezogen sind oder nicht ...und die wenigen Kleider, die mir angeboten wurden, waren entweder die eines Kindes oder so hauch dünn, dass ich wohl morgen an einer Lungenentzündung sterben werde, bevor ich vor Scham im Boden versinken kann, weil es immernoch Kleider (!) sind... Vanye sprach sogar von Schminke, als wäre ich eine Gliederpuppe für den fortgeschrittenen Gebrauch.“ Sie senkte ein wenig die Stimme. „Außerdem... Werde ich von allen angestarrt, als wäre ich eine Kuriosität, die einem Jahrmarkt entflohen ist. Alle tuscheln und flüstern und...“ Sie unterbrach sich, als sie merkte, wie ehrlich sie plötzlich Morwe gegenüber wurde. Nur weil er ihr gegenüber etwas gemacht hatte, was ihm peinlich gewesen war, bedeutete das nicht, dass sie sich gleich mit ähnlichem Verhalten revangieren müsste. Ein Zucken ging durch ihr Gesicht, als sie mit der Teetasse an ihren Lippen verweilte. Der heiße Dampf hatte anderes im Sinn, als sich mit der Verletzung quer über ihr Gesicht zu vertragen. Die Zwergin hatte bei dem kurzen Schmerz automatisch ihre Hand zur Quelle gehoben, doch als sie nun die wulstige Line über ihrem Auge und ihrer Wange betastete, wuchs der Stein in ihrem Magen zu einem gigantischen Felsriesen heran, wenn sie an das morgige Fest dachte.
Sie räusperte sich und versuchte Morwes Blick zu meiden, während sie abwertend mit dem Kopf in Richtung Kleiderbündel ruckte. „Auf jedenfall werd ich Elrond nicht den Gefallen tun und in einem seiner Spitzenkorsetts die zwergische Hauptattraktion spielen, damit die Elben, die bisher vor dem Haus noch nichts gesehen haben, endlich ihre Neugier stillen können...“ Wenn sie gehen würde, dann schon eher in dieser warmen Jacke...
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 02:53

Schwere legte sich auf Morwes Herz, als er beobachtete wie Nîn die Narbe in ihrem Gesicht betastete. Sie räusperte sich und ruckte mit dem Kopf in Richtung des Bündels auf dem Tisch. „Auf jedenfall werd ich Elrond nicht den Gefallen tun und in einem seiner Spitzenkorsetts die zwergische Hauptattraktion spielen, damit die Elben, die bisher vor dem Haus noch nichts gesehen haben, endlich ihre Neugier stillen können...“
Für einen Moment zögerte Morwe mit seiner Antwort. Über den Rand seiner Tasse hinweg bedachte er die Zwergin mit einem nachdenklichen Blick. So sehr er seinen Geist auch zu verrenken versuchte, es gelang ihm nicht sich mehr als einen Bruchteil in Nîn hineinzuversetzen und ihre möglichen Reaktionen vorauszuahnen. Geschweige denn sich vorzustellen, was sie vielleicht dachte...
„Nun...ich kann dir versichern meinen Lebtag noch nie jemanden in einem Spitzenkorsett hier in Imladris gesehen zu haben. Und wenn mein Herr im Besitz solcher Kleidungsstücke sein sollte, wüsste ich nicht, weshalb er sie gerade in einer für Zwerge passenden Größe aufbewahren sollte... Du bist nicht die erste deines Volkes hier. Warum also sollte mein Herr dich anders behandeln, als deine Eltern vor dir, wenn sie seine gern gesehenen Gäste waren?“, Morwe runzelte die Stirn und blies in Gedanken über seinen dampfenden Tee. Er musste schmunzeln. „Aber du magst wohl ganz Recht haben, was die Neugier meines Volkes hier anbelangt. Sie staunen über dich und ja, sie schauen und flüstern auch, doch mache nicht den Fehler es als Feindseligkeit misszudeuten. Und ebenso wenn Elben lachen, geschieht es selten, dass sie jemanden auslachen. Es war vielleicht nicht der beste Zug des Schicksals, dich gleich mit jemandem wie meinem Bruder zu konfrontieren... Die meisten von uns hier haben eigentlich ein gutherziges Gemüt.“ ..Selbst Elûdin ist davon nicht ganz ausgenommen, aber diesen Gedanken behielt Morwe für sich.

dieser winzige Absatz hat mich fast eine Stunde in Anspruch genommen... was GAR NICHT daran lag, dass sich meine C-Taste verabschiedet hat  Neutral  dafür hab ich aber endlich raus wie man bei meinem laptop die tasten wieder vernünftig einbaut..  Kopf + Wand 
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 15:35

Nîn versank in ihrem Tee um sich ein Lachen zu verkneifen. Morwe schien nicht unbedingt zu den Personen zu gehören, die eine Übertreibung erkannten, selbst, wenn diese in besagtem Spitzenkorsett vor ihm auf dem Tisch tanzen würde. Doch sein neutraler Gesichtsausdruck bei der Überlegung, ob sein Herr wirklich Zwergenunterwäsche besitzen würde, sickerte tröpfchenweise in Richtung von Nîns Zwerchfell. Solange sie Tee trank, konnte sie nicht reden und den Mund aufmachen und solange das nicht passierte, kam es ihrem Körper auch nicht in den Sinn in so einer unpassenden Situation zu grinsen, geschweige denn laut los zu lachen.
Stattdessen versuchte Nîn sich weiter auf Morwes Worte zu konzentrieren. Er sprach von anderen Zwergen und von ihren Eltern so, als hätte er sie kennengelernt. Doch je öfter sie seinen Satz in ihrem Kopf abspielte, desto mehr vermutete sie, dass es nur Wunschdenken war, diese Botschaft aus seiner Formulierung heraus zu hören.
Sie blinzelte und ertappte sich dabei, wie ihre Gedanken hängen geblieben waren, Morwe aber weiter gesprochen hatte. „...meinem Bruder zu konfrontieren... Die meisten von uns hier haben eigentlich ein gutherziges Gemüt.“ Er lächelte sie freundlich an.
Was war mit seinem Bruder? Nîn hoffte inständig, dass er tagsüber nur damit beschäftigt war, Leute durch die Gegend zu scheuchen und nicht zu den Personen gehörte, die auch zu so einem Fest eingeladen wurden. Doch er würde wohl nicht ihr einziges Problem hier werden.
Wie schön überzeugend hatte Morwe doch die Freundlichkeit seines Volkes formuliert?.
'Die meisten' … 'eigentlich' …
Fehlte nur noch: 'möglicherweise'; 'vielleicht' und 'unter gewissen Umständen'.
„Und was ist mit dem Rest?“ Sie zog eine Augenbraue hoch, doch der neutrale Gesichtsausdruck, mit dem gleichen nachdenklichen Blick wie zuvor, der wieder über Morwes Mine huschte, ließ Nîn sich wieder hastig in ihren Tee versinken.
Die Bilder in ihrem Kopf würden sie wohl nie wieder los lassen...
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 16:56

Morwe war froh, dass seine Haare die Seiten seines Gesichts bedeckten und seine angespannten Kiefermuskeln versteckten. Fast hätte er gegrinst ob der scharfen Frage der Zwergin, wenn sie ihn nicht in Verlegenheit gebracht hätte. Nîn gehörte offenbar nicht zu der Sorte Personen, die sich freiwillig beruhigen lassen wollten, sinnierte er. Gedanklich tat er einen tiefen Seufzer. Die erste Antwort, die sich in seinem Geist formte, war: 'Der ganze Rest dürfte wohl meine Sippe sein' , aber er verkniff sich derlei Bemerkung. Selbstverständlich rein aus Hochachtung vor seiner Familie und nicht etwa, weil ihn solcherlei Aussagen den Kopf kosten konnten...
Fahrig rieb Morwe sich die Stirn. Er ertappte sich dabei, wie er geistesabwesend auf seiner Unterlippe kaute. Eigentlich war es inzwischen egal, was er sagte, denn seine Antwort hatte schon viel zu lange auf sich warten lassen. Doch um Nîns Frage abzutun, war er wohl noch nicht geistesgegenwärtig genug gewesen. Abgesehen davon hätte irgendein Teil seines Bewusstseins seine Absicht sich aus der Schlinge zu ziehen wohl erkannt und die versuchte Lüge sogleich entlarvt.
Morwe musterte Nîn. Sie war scheinbar ganz in eigene Gedanken versunken und schlürfte geräuschvoll ihren Tee.
"Was du bisher gesagt und getan hast, lässt auf einen recht großen Erfahrungsschatz deinerseits schließen...", begann Morwe und folgte mit dem Augen dem Dampf, der der Tasse der Zwergin entstieg. "Ich denke, du hast selbst schon erleben müssen, dass selbst die schönsten Orte Ardas von jenen getrübt werden können, die sich anderen überlegen wähnen und als erstes ihre eigene Macht im Sinn haben. Es macht keinen Unterschied ob man sie nun unter Elben, Menschen oder Zwergen sucht. Man findet sie leider überall." Entgegen der Bitterkeit, die an seinem Herzen rührte, versuchte er ein Lächeln. "Lass dich von ihnen nicht betrüben. Mein Herr wird dich sicher vor ihnen zu bewahren wissen."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 17:48

Nîn schlürfte an ihrer Tasse um die Stille zu überdecken, mit die der schweigsame Morwe auf ihre Frage geantwortet hatte. 'Aha... SO nett ist der Rest also...! Keine Antwort ist immerhin auch eine Antwort' Sie beobachtet ihn unauffällig aus den Augenwinkeln. So wie der Elb seine Unterlippe malträtierte, war das wohl eine Frage, die sie außerhalb dieser vier Wände nicht stellen sollte. Morwe unterbrach die Stille wieder und Nîn bemerkte zum ersten Mal, an was sie dieses Bruchtal erinnerte. Es war wie ein riesiges Rathaus, in dem nur feine Herren und Politiker saßen, Tee tranken, die echte Welt draußen vor der Tür schmoren ließen und sich in hochgestochenen Worten um die Aussage drückten „Dreckige Bastarde gibt es überall!“ Angewidert obgleich dieser bildhaften Erkenntnis, stellte die Zwergin die verzierte Teetasse in ihrer Hand zurück auf den Tisch. Ihr war vollkommen spontan der Appetit vergangen. Möglicherweise würde das ein alter Tonkrug aus der hintersten und schmutzigsten Ecke dieses Hauses wieder beheben.
Nîn öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, was dieser Athomosphäre aus Protest etwas mehr zwergischeres hinzuzufügen, doch als Morwe das Gespräch in höchsten Tönen wieder auf Elrond zurück steuerte, wechselten die Silben in ihrem Mund so schnell Positionen, Klang und Form, bis die Zwergin gar nicht mehr wusste, welcher Wargfloh sie bei dieser Aussage geritten hatte.
„Dein Herr ist überhaupt erst der Grund dafür, dass meine Eltern kopflos zwischen Blätterranken und Kräuterbüschen begraben liegen, anstatt mir lebendig zwischen Steinen die Schmieden von Erebor zu zeigen. Wenn er mich jetzt auch noch 'bewahren' möchte anstatt nur 'das Beste für mich zu wollen', sollte ich mich wohl eher nach einer neuen Rüstung umschauen...“
Sie stand auf und ging zur Wand, wo sie die kindlichen Zeichnungen von der Wand abriss. Irgendwann musste sie anfangen, dieses Haus neu zu renovieren und aus irgendeinem Grund empfand sie diesen Augenblick als einen doch sehr geeigneten Zeitpunkt dafür. Außerdem wirkten dieses erbärmlichen Kritzeleien von ihren Eltern, Tieren und lustigen Ausflügen auf grausige Art und Weise peinlich und waren von einem kleinen Mädchen, dass die Welt noch nicht verstanden hatte. Im Kamin würden sie sich viel besser machen und dazu die positive Nebenwirkung von Wärme und gemütlichem Feuer mit sich bringen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 18:32

Hilflos saß Morwe da und beobachtet Nîn dabei, wie sie die Kinderzeichnungen von den Wänden riss und zusammenknüllte. Mit jedem Geräusch reißenden Papiers zuckte etwas in ihm zusammen. Sein Mund öffnete sich zum wiederholten Mal, um zu einer Antwort anzusetzen, aber sobald ihm Worte auf der Zunge lagen, wurden sie plötzlich bedeutungslos und schal. Stumm klappe Morwe den Mund wieder zu. Selbst der Tee hatte einen abgestandenen Geschmack angenommen. Er stellte die Tasse zurück auf den Tisch.
Eigentlich durfte er diese Aussage der Zwergin nicht so stehen lassen. Es war eine Beleidigung seines Herrn und über die Maßen undankbar. Es gehörte sich nicht so über jemanden zu sprechen, der einem seine Gastfreundschaft darbot. Und noch dazu war es Elrond, über den sie hier sprachen. Was bildete sich Nîn ein jemanden wie ihn zu verunglimpfen, der noch Sauron persönlich die Stirn geboten hatte? Ohne ihn wäre Mittelerde wie es heute war niemals entstanden und längst in Flammen versunken.
Trotzdem konnte Morwe sich gegen den Stich aus Mitleid in seiner Brust nicht erwehren. Wer war er schon jemanden zurechtzuweisen, der Trauer trug? Wachhauptmann oder nicht, es stand ihm nicht zu sich über das Leid anderer zu erheben. Und er war nicht so kaltherzig es einfach ignorieren zu können.
Nîn drehte ihm den Rücken zu, während sie Bild um Bild von der Mauer abriss. Ein Fetzen Papier entglitt dabei ihren Fingern und segelte ungesehen unter den Tisch. Morwe achtete darauf, dass sie ihn nicht sah und schnappte behände unter dem Tisch nach der Zeichnung. Sie zeigte ein kleines rothaariges Etwas zusammen mit einer größeren Gestalt auf einem grauen Gegenstand inmitten von Blau. Um das Blau waren mit dicker Farbe braune und dunkelgraue Flächen gemalt, die mit grünen Strichen überkrickelt waren. Der Ort kam Morwe ungemein bekannt vor.
Ist das nicht der kleine See in der Senke zwischen den Felsen?
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 19:09

Es tat gut, die Fetzen ihrer Vergangenheit von den Wänden zu nehmen. Nîn hatte genug von all den melancholischen Erinnerungsbruchstücken von Welten, die nie so existiert hatten oder schon lange in Flammen versunken waren. Der Gedanken an Flammen und ein Blick zum zugemüllten Kamin stellte Nîn jedoch vor ein kleines Problem. Sie wandt sich zurück an den Elben, der offenbar etwas unter den Tische hatte fallen lassen. "Nur weil ich hier Chaos verbreite, heißt das nicht, dass du das auch darfst..." Sie grinste ihn an in der Hoffnung, er würde endlich mal einen Spaß verstehen und drückte die herumfliegenden Zettel etwas tiefer in den kalten Kamin. "Kannst du einen kleinen Holzscheit aus dem Ofen holen, für den Fall, dass er noch glüht?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 20:05

Morwe hob die Brauen und setzte eine Unschuldsmiene auf. Jedoch verhinderte es nicht, dass seine Mundwinkel verschmitzt zuckten. In sich hineingrinsend tat er wie ihm geheißen und suchte in der Küche nach einem noch glühenden Holzscheit. Das Feuer war zu einer Glut herunter gebrannt, auch wenn noch intensive Wärme wie ein Atem aus dem Ofen strömte. Bedacht das heiße Metall nicht zu berühren, stocherte Morwe mit einem Haken durch die verbrannten Reste. Ein noch annähernd erhaltener verkohlter Holzscheit ragte aus der Glut hervor. Mit einem Tuch holte er ihn vorsichtig aus dem Ofen und trug ihn zurück ins Wohnzimmer.
"Es geht mich eigentlich nichts an, aber willst du sie wirklich allesamt verbrennen?" Morwe ließ sich auf der Armstütze des Sessels nieder und beäugte Nîn skeptisch, die dabei war mit dem Scheit das Kaminfeuer zu entfachen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 21:07

Nîn unterbrach kurz ihre Arbeit und warf Morwe einen vielsagenden Blick zu.
"Ich hab mittlerweile ein ganz passables Auge für wertvolle Kunstwerke. Das hier...", sie wedelte mit dem besonders liebevollen Portraits eines Orks herum, "...ist mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit keins!" Sie beendete ihre Arbeit und klopfte die mit Ruß bedeckten Hände an dem dünnen, verzierten Elbenrock ab, der noch unter der Jacke hervor schaute. Wenigstens die Hände machte er sauber. Von Schönheit oder Wärme verstand er allerdings nichts. Am Ende musste sie wohl doch noch auf Elronds Geschenk zurück greifen. Bei diesem Material war der Stoff wohl sicher bis zum morgen zerrissen oder durchgescheuert.
"Wenn mich Aules Wege wohl oder übel zurück in diese Bruchbude geführt haben, möchte ich wenigstens an jeder Ecke daran erinnert werden, dass ich dem hier wohl nie auf Dauer entkommen werde. Wo wir schon dabei sind, kannst du eigentlich Türen eintreten?" Sie musterte den Elben neugierig. Er war stark, auch wenn er nicht so aussah. Aber von einem Zwergenschmied verstärktes Eisen? Konnte das überhaupt jemand eintreten?
Nîn verzog die Lippen. "Nein, vergiss es, ist ne blöde Idee..." 'Irgendwo gibt es sicher so etwas wie Dietriche.' Ein Hauch von Scham überkam sie innerlich. 'Mein Vater hätte wohl nie damit gerechnet, dass seine Tochter jemals damit umgehen lernen würde...' Sie begann zu suchen und warf hin und wieder einen Blick zurück zum Feuer. Die Zeichnungen schienen sich mit dem Feuer nicht gut anzufreunden.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 29 Dez 2013, 21:52

Betreten fixierten Morwes Augen den Rußspuren, die über und über auf Nîns Kleid verteilt waren. An manchen Stellen war sogar ein ganzer Handabdruck zu erkennen. Und das alles, obwohl das Tuch, mit dem Morwe den Klotz hergetragen hatte, direkt neben ihr lag. Scheinbar hatte die Zwergin keinerlei Hemmungen, wenn es um irgendwelche Formen von Vandalismus ging... Hoffentlich kommt sie nicht auf den Gedanken, so etwas morgen beim Fest zu tun..., schoss es ihm durch den Kopf.
"Wenn mich Aules Wege wohl oder übel zurück in diese Bruchbude geführt haben, möchte ich wenigstens an jeder Ecke daran erinnert werden, dass ich dem hier wohl nie auf Dauer entkommen werde. Wo wir schon dabei sind, kannst du eigentlich Türen eintreten?", fuhr Nîn ungerührt fort. Sie warf Morwe einen neugierigen Blick zu und musterte ihn von oben bis unten. Er wollte etwas erwidern, aber seine Gedanken stolperten über den letzten Teil ihrer Worte.
Da war sie wieder: Die Sprunghaftigkeit der Zwergin, die Morwe Kopfschmerzen bereitete.
"Nein, vergiss es, ist ne blöde Idee...", beschloss Nîn sogleich wieder und zog eine Schnute. Stattdessen ging die Zwergin dazu über die Schränke und Schubladen im Wohnzimmer zu durchsuchen. Morwes Stirn legte sich in Falten.
"Das kommt ganz darauf an, um wessen Tür es sich dabei handelt...", murmelte er schließlich und beäugte Nîn aus zusammengekniffenen Augen.
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