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 Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren

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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 März 2014, 02:47

Wütend warf Nîn dem Elb, der am warmen Ufer stand einen ihn durchbohrenden Blick zu. „Ruhe dahinten! Natürlich hab ich das! Was denkst du eigentlich-“ Eine unheilvolle Bewegung des Elben am Ufer ließ Nîn das Herz wie ein Stein bis auf dden Grund des Sees sinken.
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 März 2014, 03:00

Seine Kleider ordentlich zusammenfaltend, ignorierte Morwe die wütenden Rufe der Zwergin. Er ließ seine Sachen auf einem Stein zurück und watete in den See hinein. Angenehme Kühle umfing seinen Leib. Es fühlte sich befreiend an, wie die Wellen ihn umwogten und die ersten Schwimmzüge schienen alle Sorgen von ihm zu waschen. Mit nur ein paar kräftigen Schlägen war er bei dem Stein, wo Nîn in einer eigentümlichen Pose erstarrt war.
"Warum bist du so rot um die Wangen?" Das war zwar nicht die Frage, die ihm eigentlich auf dem Herzen lag, aber das erste, was seine Lippen verließ, als er vor ihr im Wasser trieb und ihre Mimik musterte.
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 März 2014, 17:41

In Nîns Kopf herrschte absorbierende Leere. Die Fülle ihrer Gedanken hatte ein Ausmaß erreicht, bei dem sie sich zu einem einzigen monotonen Summen verschmolzen. Einige Satzanfänge rangen um die Vorherrschaft in ihrem Selbst und schafften es sogar bis zu ihren Lippen, jedoch versuchten auch sie sich nach wenigen Momenten in zwanghafter Kapitulation. Morwe schien absolut immun gegen die Temperatur des Wassers zu sein und hob vor ihr nur die Brauen.
Um sich weitere Peinlichkeiten zu ersparen und um vielleicht endlich wieder einen klaren Gedanken fassen zu können, wandte Nîn mit mit verschränkten Armen den Kopf und sah demonstrativ in die andere Richtung. Sie hätte allerdings auch nicht hinsehen müssen, um eine bildliche Vorstellung in ihrem Kopf davon zu sehen, was sich durch das Platschen von Wasser, einer ruckartigen Bewegung in ihren Augenwinkeln und dem Gefühl von plötzlich gefülltem Raum neben ihr ankündigte.
Sie hätte nicht mehr schreien müssen, damit ihre Worte bis zu Morwe drangen, ein Flüstern hätte vermutlich gereicht, doch es hätte definitiv nicht gereicht, um das Bild aus ihrem Kopf zu verjagen. „Kann man nicht einmal in dieser Stadt irgendwo alleine sein?! Ich hab genug Zeit in bei diesem ekelhaften Theater verbracht! Mir egal was du sagst und was diesen Herren mit dem Niveau und dem Anstandsvermögen einer betrunkenen Stubenfliege als höflich genug vor kommt, du müsstest mich schon zurück tragen, damit ich auch nur wieder in die Nähe davon gehen würde!“ Nîn holte tief Luft und erkannte durch den Schleier des triefenden Abscheus den Fehler ihrer Argumentation. „Und wenn du das tust, dann möge mir bitte Mahal persönlich die Kraft dafür geben, um dich das bitter bereuen zu lassen!“ Sie schnaubte und drehte dabei instinktiv den Kopf, um ihre Entschlossenheit mit einem durchdringenden Blick zu untermauern, doch ein heißes Kribbeln in der Höhe ihrer Wangenknochen und der Anblick, der sich ihr durch ihre kurz von oben nach unten wandernden Augen bot, weckte eher die Entschlossenheit, mit ausdruckslosem Gesicht in die Leere vor dem Felsen zu starren.
Sie hatte viele Gerüchte gehört, doch andererseits hatte sie wiederum so viele Gerüchte in ihrem Leben gehört, um zu wissen, dass man nahezu nichts davon glauben sollte. Bei der Freizügigkeit der Elben und ihrer mangelnden Scham schienen sich die Gerüchte jedoch noch höflich zurück gehalten zu haben.
Trotz allem war Nîn wütend. Und nachdem sie Bruchstücke ihrer Wut zugelassen hatte, fühlte sie sich, als würde sie an ihrem Zorn ersticken, würde sie ihn in sich hinein fressen, doch es war äußerst schwierig ihre Mimik konstant daran zu erinnern. Aus irgendeinem Grund schien trotz der finsteren Gedanken und neben Flüchen in allen Sprachen dieser Welt in ihrem Hinterkopf immer wieder die Tatsache zu manifestieren, dass Morwe neben ihr saß und vollkommen nackt war...
Gleich gefolgt von der Erkenntnis, dass sich, bis auf die spärlichen Stoffreste an ihrem Körper und auf ihrem Schoß, ihre Kleidung ebenfalls weit außerhalb ihrer Wahrnehmung befand.
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 März 2014, 14:27

„Du bist unser Gast und nicht unsere Gefangene. Ich werde dich nicht um der Höflichkeit Willen dazu zwingen mit mir zurückzugehen, auch wenn ich dir sagen muss, dass du den lustigsten Teil im Begriff bist zu verpassen...“
Morwe musterte die Schemen von Nîns Spiegelbild auf der Wasseroberfläche. Sie schien gleichgültig ins Leere zu blicken, doch er konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, ihre verkrampfte Statur rührte nicht nur von der für sie kalten Luft her.
„Was diesen ‚Herren‘ angeht, den du erwähntest...“, er versuchte die nagende Ahnung in seinen Eingeweiden zu ignorieren und konzentrierte sich stattdessen auf die schwer deutbare Mimik der Zwergin. „Nimm es mir nicht übel, dich danach zu fragen, doch besteht die Möglichkeit, dass es sich um jenen Herren mit dem Gehstock handelte, dem wir im Treppenhaus das erste Mal begegnet sind?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 März 2014, 20:07

Nîns Unterlippe begann wie auf Knopfdruck zu beben, als Morwe ihr das frisch verdrängte Bild mit leuchtender Tinte wieder direkt vor die Augen hielt. Wütend biss sie darauf, um schlimmeres zu verhindern. „Ich hab von allen dort gesprochen. Einer ist da doch falscher als der andere... Was speziell diesen Herren angeht, klingst du beinahe so, als wärst du allen ernstes der Meinung, er wäre wirklich ein Wesen dieser Welt mit Gefühlen und ethischen Gedanken und so was. Hätte ich ihn mit meiner Bemerkung eben gemeint, würde ich mich an dieser Stelle aufrichtig bei allen Stubenfliegen dieser Welt für diese abgrundtiefe Kränkung entschuldigen!“ Ihr Oberkörper zitterte leicht und sie versuchte sich wirkungslos selbst einzureden, dass es nur an der Kälte lag. Sie senkte etwas die Stimme, als ihr Zorn langsam aber sicher anderen Gefühlen zu weichen begann. „Sag mal ihm oder einer seiner Freunde, wie diesem Lúo, dass ich keine Gefangene bin, ich bin sicher, so lange ihr euch dabei in Sindarin unterhaltet, wird er dir da sicherlich was anderes erzählen.“

Falls Morwe da noch nichts zu sagt::
 
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 19 März 2014, 00:44

Hin und hergerissen zwischen dem Impuls die Zwergin auf irgend eine Art zu trösten und ihren Kummer zu lindern und dem beißenden Pflichtbewusstsein, brachte Morwe kein Wort heraus. Die Zwergin hatte seinen Großvater in seinem Beisein beleidigt. Wahrscheinlich völlig zu Recht, aber dennoch...es war keine Kritik, sondern eine Beleidigung gewesen und Morwe müsste Nîn dafür eigentlich zur Rechenschaft ziehen...
„Zumindest gibt mir Vanye Hoffnung... so lange alle Elbenfrauen so schlau sind wie sie, kann ich den zuversichtlichen Gedanken hegen, dass dieses Monster irgendwann einfach aussterben wird...“
Ungewollt verzogen sich seine Lippen zu einem Schmunzeln. "Dafür ist es inzwischen etwas zu spät... Aber du würdest staunen, wenn du wüsstest, wie wenig manche seiner Nachfahren nach ihm schlagen.", Morwe ließ seine Beine vom Stein herabbaumeln und plantschte mit den den Füßen nachdenklich im Wasser. "Überhaupt meine ich, du hast heute das unwahrscheinliche Pech gehabt mit den falschen Leuten in Kontakt zu geraten. Es gibt so viele hier, die wirklich großherzig und gütig sind und dich bestimmt gerne kennenlernen würden. Nur leider sind sie auch jene, die aus Respekt vor dem Gast vorerst die Distanz suchen, um ihn nicht zu bedrängen... Aber nimm zum Beispiel Seron, den Mann, der dir dein Geschenk für Rínon zurückgebracht hat, ist er etwa unhöflich zu dir gewesen? - Ah, wo wir gerade bei Rínon sind: Er entsendet dir seinen größten Dank für das Geschenk."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 23 März 2014, 14:04

Nîn zwang sich zu einem knappen Lächeln. „Für den Inhalt oder die Geste? Ich wollte ihm gerne etwas besonderes geben, aber nach dem was ich alles in euren Hallen der Geschichten gesehen habe, ist das bestenfalls nur Plunder gewesen...“ Sie schnipste mit ihrem Zeh etwas kaltes Wasser von der Oberfläche weg. So langsam kroch ihr die Kälte spürbar die Gliedmaßen bis zu ihren Lippen empor, aber es tat so gut an diesem Ort zu sitzen. Weit weg von den Widrigkeiten des Tages. „Kannst du mir das nächste Mal nicht einfach ein Zeichen geben, bevor ich seiner Sippschaft in die Arme laufe? Mich würde es nicht wundern, wenn die beiden Herrschaften am Eingang auch mit ihm Verwand gewesen wären...“ Bevor Morwe antworten konnte, meldete sich noch eine Frage in Nîns Hinterkopf, die ihr schon die ganze Zeit auf den Lippen brannte. Sie wandte den Kopf- ...und schloss gleich wieder für einige Sekunden bedauernd die Augen. So langsam schien sie sich zwar an den Anblick zu gewöhnen und offenbar hatte Morwe keine Probleme mit so was, doch es entpuppte sich doch jedes Mal wieder als eine Überraschung. „Warum hast du  ...Seron? ... eigentlich wieder weg geschickt, wenn er doch zu den Guten gehörte? Mögt ihr beide euch nicht? Bei Elothlond hast du schließlich nichts gesagt, damit er verschwindet...“
Nîn versuchte keinen allzu offensichtlichen Vorwurf in ihrer Stimme mitschwingen zu lassen, doch als das Zittern an ihrer Brust ansetzte und bis in ihre Oberschenkel wanderte, war sie froh, diese Worte überhaupt an einem Stück aus ihrem Mund bekommen zu haben. Unbeholfen stopfte sie sich den mittlerweile trockenen Rock , der auf ihren Beinen lag unter ihr Gesäß um zumindest eine leichte Isolierung vor dem kalten Stein zu haben. Die Sonne war nun ganz verschwunden und der Mond war mehr und mehr zu erkennen, der zusammen mit den Sternen sein Licht im spiegelnden See funkeln ließ.
Die Tage wurden kürzer und die Nächte wurden länger, doch verräterischen Schnee gab es noch keinen. Einige Zeit ihres Lebens war das ihr liebster Zeit des Jahres gewesen, doch an diesem Ort würde man sie wohl kaum den Tag über schlafen lassen, damit sie die Nacht auf irgendwelchen Dächern verbringen konnte. Mahnend zog ein kleiner Stich durch ihr Handgelenk. Ihr Körper schien sie wohl im gleichen Atemzug daran erinnern zu wollen, dass im Moment so oder so andere Vorhaben höhere Priorität hatten, wie zum Beispiel gesund zu werden.
Als hätte sie es mit dem Gedanken herauf beschworen, begann ein Nießer in ihrer Nase zu kitzeln.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 24 März 2014, 16:16

Achtung vor eventuellen optisch schmerzhaften Tippfehlern ;)muss meine Tastatur am Laptop reparieren und hab solange ne andere angeschlossen, die noch nicht gezähmt ist  Reiten 

Unversehens verdrehte Morwe die Augen. Keine paar Minuten und schon hat Seron es mal wieder vollbracht... Gleichzeitig musste er schmunzeln ob der Naivität der Zwergin. Als wenn es möglich wäre in diesem Wirrwarr aus Macht und Intrigen noch zu entziffern wer zu wem gehörte oder wer welche Absichten verfolgte. Zu denken, es gäbe noch Pole von Gut oder Böse war drollig, aber auch gefährlich blauäugig...  
„Es liegt mir fern dich mit einem Vortrag über unser gesellschaftliches System zu ermüden, darum lasse es mich so formulieren: Es gibt gewisse Ordnungen, die meine Wenigkeit nicht einfach ignorieren kann... Darum kann ich zum Beispiel jemanden wie Seron fortschicken, wenn ich der Ansicht bin, er amüsiert sich gerade zu sehr, obwohl er eigentlich arbeiten sollte. Die Gegenwart höher stehender Personen wiederum muss ich wohl oder übel hinnehmen, ganz gleich, ob es mir gefällt oder nicht. Natürlich kann ich dich vorwarnen, was kommende Begegnungen anbelangt, bloß... ob es dir hilft, vermag ich nicht zu versprechen.“ Morwe ließ den Blick über den schäumenden Wasserfall wandern, um nicht an das zu denken, was er Nîn gerade zu verheimlichen suchte. „Seron gehört im übrigen zu der Wacheinheit, die ich befehlige. Ich weiß ihn sehr zu schätzen, nur lasse dich von mir warnen, er ist ein... nun, ... sagen wir die Damenwelt weiß seine Präsenz ebenfalls zu schätzen...“, endete er mit einem verschmitzten Lächeln und räusperte sich. Hoffentlich machte Nîn der abrupte Themenwechsel nicht zu stutzig, doch Morwe hatte den Eindruck, sie hatte von Elothlond und anderen seiner Familie vorerst genug gesehen und gehört, um nicht zu sehr nachhaken zu wollen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 24 März 2014, 16:36

Nîn zögerte.
Nicht zuletzt, weil es Mühe kosten würde, einen vollständigen Satz aus sich heraus zu bringen, ohne dabei dem Zittern nachgeben zu müssen, aber vor allem, da ihr zu viele Gedanken auf einmal durch den Kopf gingen. Bilder jagten Fragen zu all dem, was Morwe gesagt hatte, doch am Ende verließ doch nur ein kleines Wort ihre Lippen, was man kaum als solches Bezeichnen könnte, was aber am Besten das ausdrückte, was sie sagen wollte.
„Oh...“



Und somit wäre der stilistische Bogen wieder geschlossen  Rolling Eyes 
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 24 März 2014, 17:06

"Das sollte nicht meinen, ich würde annehmen, Serons Bemühungen seien unaufrichtig!", beeilte Morwe sich zu erwidern. Es half jedoch nicht sein schlechtes Gewissen zu besänftigen, das ihm zornig im Nacken hockte.
Erst lässt du sie in deine Sippe hineinlaufen und jetzt nimmst du ihr noch die letzte Annehmlichkeit, die sie an diesem Tag hatte! Gut gemacht, Morwe...
"Vergiss die alberne Warnung, letztlich habe ich keine Ahnung, was in ihm vor sich geht. Er hat das Herz am richtigen Fleck, ich denke, das ist alles, was wirklich zählt... ...Aber sprich, sollten wir nicht vielleicht wenigstens bis zum Ufer wieder zurückkehren? Du siehts etwas 'blau' um die Lippen aus."
Eigentlich hatte Morwe gedacht, Zwerge seien seinem Volk ähnlich gegen Witterungen und die Elemente beinahe immun oder zumindest sehr widerständig. Nîns auffallend blasse Erscheinung strafte diese Annahme gerade Lügen. Morwe schluckte, als ihm das Aderngeflecht unter der Haut der Zwergin in die Augen sprang, welches normalerweise nicht einmal in Ansätzen sichtbar sein sollte.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 24 März 2014, 17:23

Nîn starrte weiterhin in die Ferne. Dorthin, wo das Wasser frei und ungezwungen seinen Weg ins Tal fand und sich munter kräuselte. Morwe schien ihre Stellungnahme ausschließlich auf Seron bezogen zu haben. Über ihn hatte sie gar nicht weiter nachgedacht, doch nun, da Morwe versuche ihn nahezu zwanghaft in ein gutes Licht zu rücken, wurde sie misstrauisch. Doch ihr Kopf war so müde geworden. Jede Bewegung war mit Anstrengung und Kraft verbunden, die sie nicht hatte. Ihr war kalt und der Stein wurde ungemütlich, doch so sehr sie es auch drehte und wendete, erschien er ihr immer noch als kleineres Übel im Vergleich zu dem eisigen Nass, dass ihre Zehen kitzelte. Als Antwort musste Morwe sich mit einem feststellenden Laut aus ihrer Kehle und einem nachdenklichen, kaum merklichen Nicken begnügen.
Sie konnte doch einfach gehen... Ein mentaler Seufzer zog durch ihre Gedanken, als ihr wieder einfiel, dass selbst ohne die Verletzungen dort draußen im Moment der sichere Tod auf sie wartete. 'Wenn es doch zumindest nur eine Möglichkeit gäbe den Spieß etwas umzudrehen... Irgendetwas Gutes hat sich doch bisher aus jeder Lage heraus quetschen lassen, und sei es noch so gering.'
Nîn atmete tief ein und aus und verzog den Mund, als ihr nicht das geringste einfallen wollte. Das Einzige, was vor ihrem inneren Auge vorbei huschte, war ein Bild ihres wohlig warmen Bettes und von Kaminfeuer. Doch wenn sie ehrlich war, wusste sie nicht einmal, wie weit sie davon entfernt war.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 24 März 2014, 18:15

Mit wachsender Besorgnis musterte Morwe die Zwergin. Es fiel ihm nicht leicht einzuschätzen, ob ihr phlegmatischer Zustand mehr von der allgemeinen Erschöpfung dieses Tages und ihren verheilenden Wunden herrührte oder ob es wirklich allein die Kälte war. Gesetzt letzteres war der Fall, wie in Ulmos Namen sollte er sie dann wieder an Land schaffen? Aber wenn Nîn die Elemente zusetzten, wieso war sie dann überhaupt erst durch den See geschwommen? Sie konnte doch unmöglich so gedankenlos gewesen sein zu vergessen, wie sie wieder zurück kommen sollte.
„Ich kann mit dir bis ans Ufer schwimmen, wenn du zu erschöpft bist...“, schlug Morwe halbherzig vor, bekam jedoch nur ein unwirsches Brummen zu hören.
„Das fasse ich als ‚Nein‘ auf...“
Morwe seufzte. Seine Augen blieben erneut beim Wasserfall hängen, während er nachsann wie er Nîn trocken an Land schaffen sollte. Auf einmal kam ihm etwas in den Sinn. Ein Lächeln huschte über seine Lippen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 01 Jun 2014, 19:31

Nîn zog die Knie hoch an den Brustkorb, sodass ihre Zehen nicht mehr außerhalb der Decke lagen.Sie hatte sich geweigert, Morwes Einwand zu akzeptieren, dass sie sich so niemals vernünftig aufwärmen würde und strickt ihren Standpunkt vertreten, dass sie so etwas kaltes nicht unter ihrer warmen Decke haben wollte, doch die Tür war hinter ihm ins Schloss gefallen, weshalb es keiner sehen würde.
Das Kissen roch staubig, aber die weiche Wärme in ihren Armen zog etwas entspannendes mit sich, was kaum in Worte zu fassen war.
Was war bloß mit ihrem Leben geschehen? Viel zu viele Eindrücke und Erlebnisse schwirrten um ihren Kopf herum und hier alleine im Bett, wo nicht einmal das laute Tosen des Wasserfalls ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte, blieb ihr nichts anderes übrig, als sich ihnen zu stellen.
Unzählige Gedankenfetzen waberten durch ihren Kopf, um auf halben Weg zur Vollendung gleich wieder abzureißen.Langsam und schleichend gingen sie über in tiefe und verworrene Träume voller Gesichter und Worte, die sich nicht verstehen konnte.
Eine Entscheidung manifestierte sich in ihren Traumbildern, kurz bevor sie endgültig hinabsank in das Reich der Nacht. Morgen würde sie das Grab ihrer Eltern besuchen. Egal in was diese Spitzohren sie nach Sonnenaufgang wieder verstricken wollen würden, den morgigen Tag würde ihrer Familie gehören. Wenn ihr irgendwer helfen konnte, wieder Fuß und klare Gedanken zu fassen... dann einer, der von ihr erwarten würde, selbst die Antworten zu kennen.
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