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Wir haben schon so viele Zusatzgeschichten und Informationen zusammen gesammelt und noch immer keinen Namen für die eigentliche Hauptgeschichte. . . so geht das doch nicht. . . müssen wir mal ändern. . .
 
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 Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren

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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 20:48

Harmars Blick wanderte kurz über Nîns Gesicht, dann zurück zu Morwe, als hätte er ihm gesagt, dass er ab jetzt rosa Kuscheltiere stricken müsse und dann bedrohlich ins Leere. Er atmete hörbar aus, während sich seine Fingerknöchel knackend um den Griff seines Schwertes legten. Über die Maßen mürrisch drehte er sich in die Richtung, in die auch Elothlond mitsamt Anhängerschaft verschwunden war und achtete dabei nur bedingt auf das, was sich auf die gerade Linie zwischen ihm und seinem Ziel befand. Vanye sprang noch gerade rechtzeitig mit einem überraschten Aufruf zur Seite, schaute sich verwundert um und winkte letztendlich Morwe zu, der nur langsam seine Hand zu einem Gruß erhob. Nîn empfand seine Hand auf ihrer Schulter, als wäre sie aus Blei. Bedeutungsschwer zog sie sie hinab auf den Grund dieses finsteren Sees und untermalte dies noch mit dem kaum spürbaren Schmerz, den sie an einer Stelle nicht weit von ihr hinterließ und wo die Abdrücke von Elûdins Griff, hoffentlich bald dahin schwinden würden. „Wie lange muss ich noch bleiben?“
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 21:27

„Wenigstens ein paar Stunden...“, murmelte Morwe. Nîns Überdruss bezüglich der Festlichkeit war ansteckend und goss Öl in die schwelende Glut seiner eigenen Lustlosigkeit. „Außerdem wolltest du doch noch Rínon suchen, oder? Gewiss ist er in der Halle der Geschichten.“
Vanyes fröhliches Miene erlitt einen Dämpfer, als sie sie beide erreichte und ihn und die Zwergin musterte. „Was sollen die trüben Gesichter?“, sie stemmte die Hände in die Hüften und funkelte Morwe an und schimpfte in ihrer Sprache: „Morwe, du bist doch wirklich ein Griesgram! Anstatt hier herumzustehen, solltest du Nîn mal ein wenig unter Leute bringen! Und damit meine ich nette Leute und nicht diese reaktionären rückwärts gewandten- deine- ... du weißt schon, was ich meine!“
Entrüstet verengte Morwe die Augen. „Könntest du es vielleicht unterlassen in der Öffentlichkeit so über die Meinen zu sprechen?“, zischte er, doch es war ohnehin niemand mehr in der Halle, der sie hätte hören können.
„Ach, sind sie dir über Nacht so ans Herz gewachsen?“, entgegnete Vanye unbeeindruckt.
„Darum geht es nicht! Um deiner selbst willen, halte deine Zunge im Zaum, wenn du öffentlich über so etwas redest!“
„Oder was?“, sie hob angriffslustig die Brauen. „Erteilst du ihnen willfährig die Erlaubnis mich dafür zur Rechenschaft zu ziehen?“
Beherrscht presste Morwe die Lippen zusammen, um nicht im Zorn etwas zu sagen, was er später bereuen würde. Vanye schoss ihm einen letzten vorwurfsvollen Blick zu und wandte sich dann mit freundlicherem Gesicht Nîn zu.
„Möchtest du nicht vielleicht ein paar Lieder oder Geschichten anhören? In den Hallen, wo sich jetzt alle versammeln, gibt es auch viele Balkone und abgelegenere Orte, wo man ohne den ganzen Trubel zuhören kann. Ein ruhiges Plätzchen, ein Glas Wein und schon sieht die Welt wieder ein bisschen freundlicher aus, was meinst du?“
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 21:44

Nîns Bewusstsein tauchte aus dem Rauschen der Wellen wieder auf, an dem ihr selektives Hörvermögen versucht hatte. Gespräche zwischen Vanye und Morwe dauerten für gewöhnlich etwas länger und waren nicht für ihre Ohren bestimmt. Deshalb und aus Anstand gegenüber Vanye und Morwes Versprechen, hatte Nîn versucht die Zeit damit zu nutzen, ihr Erinnerungsvermögen an die Wellen eines klaren Sees zu trainieren, während ihre Augen sehnsüchtig aus dem Fenster wanderten,. Doch es war hoffnungslos. Es gab keine Möglichkeit zu überhören, dass Vanye erneut von Ärger sprach, in dem Nîns Name erwähnt wurde.
Dass sie sich plötzlich an sie wandte und trotz ihres geringen Größenunterschiedes mit ihr sprach als wäre sie ein entscheidungsunfähiges Kind, wirkte sich zwar auf ihre Laune aus, aber nicht auf eine gute Weise. Die Zwergin zog eine Augenbraue hoch. „Diese Welt kann noch anders aussehen?“ Ihr Stimme klang, als wäre sie ähnlich wie Harmars Herz an einen Ort weit entfernt von diesem hier gefolgt.
Vanyes Gesichtsausdruck wurde für einen Moment traurig, doch Nîns Aufmerksamkeit bedurfte eines jähen Neustartes, der durch einen kurzen aber prägnanter Druck von Morwes Hand ausgelöst wurde, um das zu realisieren. Wie auf Knopfdruck setzte sie wieder ein Lächeln auf. „Nur Spaß... Natürlich würde ich das gerne, ein Versuch wird es ja wohl wert sein und ich liebe Geschichten!“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 22:39

Es fiel Morwe schwer einzuschätzen, ob Nîn sich wirklich einen Ruck gab oder ob sie Vanye nur eine Lüge auftischte, damit sie wieder fröhlicher dreinschaute. Er versuchte sich selbst mit dem Gedanken an den Wein, der in den Hallen auf ihn wartete, aufzumuntern und folgte Vanye und der Zwergin durch das Flügelportal ins Treppenhaus.
Das Gebäude schien sich in eine Art Bienenstock verwandelt zu haben, denn aus allen Stockwerken drangen Stimmen, Gelächter und Musik. Trauben von Gästen hatten sich über die Flure und selbst auf die Treppen verteilt. Blätter knirschten unter Morwes Füßen, als sie die Stufen hinab ins zweite Geschoss stiegen. Plötzlich rief jemand von weit oben und kaum eine Sekunde später ergoss sich aus dem obersten Stockwerk ein bunter Regen auf sie hinab. Lachend sprang Vanye nach den fallenden Blättern, während Morwe es vorzog an der Wand Schutz zu suchen. Er zupfte sich kichernd kleine Zweige aus den Haaren und vom Gewand. Nîns Gesichtsausdruck hingegen, mit dem sie nach oben nach dem Übeltäter schaute, verriet nicht, ob sie amüsiert oder verärgert war. Sie schüttelte sich schließlich und klopfte sich die Blätter vom Mantel.
"So ein Bengel...", schmunzelte Vanye kopfschüttelnd und reckte dem blonden Knaben oben unterm Dach drohend den Zeigefinger entgegen. Sein helles Gelächter schallte durch das Treppenhaus und wehte ihnen noch bis in den dicht gefüllten Gang im zweiten Stock nach.
"Möchtest du dich hier unten etwas umschauen oder dir lieber einen ersten Überblick aus dem Zwischengeschoss machen? Hier unten gibt es übrigens genug Bühnen, von denen auch die etwas weniger in die Höhe geschossenen unter uns eine gute Sicht haben.", trällerte Vanye Nîn zuzwinkernd über das Raunen der Menge und die munteren Flötentöne in der Luft hinweg.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 23 Feb 2014, 14:35

Nîn pflückte sich geistesabwesend ein Blatt aus dem Gesicht, dass ihr über die Augen gerutscht war. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt um Ausschau nach der Ursache des Blätterregens zu halten, doch stattdessen bot sich ihr ein Anblick, der nicht in Worten zu beschreiben war. Die Zwergin versuchte nicht einmal sich einzureden, dass sie nicht beeindruckt wäre, denn die hohe, gewölbte Halle in der sie sich befanden ließ nicht nur wegen der architektonischen Meisterleistung ihr Herz höher schlagen. Unzählige Bücher schmückten die gewundenen Wände zusammen mit kleinen Wandteppichen auf denen Bilder bekannter und weniger bekannteren Geschichten aufgestickt worden waren. Auch ohne die Schriftzüge auf die Distanz erkennen zu können, erkannte sie ihre liebsten Helden und Szenerien aus Mythen und Sagen der Vergangenheit wieder, wie sie Wände, Vorhänge und Tische schmückten oder als Marmorbüsten die Säulen und Balustraden zierten. Es fiel ihr schwer, den Blick von diesem herrlichen Anblick los zu reißen und sich stattdessen Vanye zuzuwenden, doch schließlich gelang es ihr. Ihre Selbstbeherrschung ließ sich jedoch nicht soweit wieder herstellen, dass sie in der Lage war zu antworten. Die Elbin begann damit, amüsiert und breit grinsend zu kichern, während Nîn versuchte ihre Aufmerksamkeit vergebens wieder auf sie zu lenken, hackte sich schließlich in ihren Arm ein und führte sie munter schwatzend die Treppe hinab. Nîn tolerierte Vanyes Bemühungen, ihr die Bereiche der Halle näher zu erläutern und nickte abwesend an den passenden Stellen, doch diese Räumlichkeiten bedurften keiner Erklärung. Die Zwergin erkannte genau die Einteilung der Epochen, Länder und Beliebtheit und ertappte sich einige Male dabei, wie sie Vanyes Ausführungen nuschelnd korrigierte, doch durch die Lautstärke hindurch schien die Elbin ihre faszinierten Worte nicht verstehen zu können. Nîn bemerkte, wie Vanye sie mit sich und Morwe zusammen durch eine eng beieinander stehende Traube aus Elben drängte, bis sie plötzlich vor einer Art breiteren Bühne standen. Die Elben, die oben auf den Brettern umher liefen, schienen gerade irgendeine sehr abstrakte Form von „Turambar und der Foalóke“ zum besten zu geben, doch Nîns Augen galten einer anderen Form von Kunst.
Wie unter Hypnose schob sie sich einige Schritte von Vanye und Morwe entfernt zwischen Elben und Bühne vorbei, bis sie schließlich vor einem Sockel stand, auf dem eine vollendete Schönheit auslag. Die Seiten des Buches entsprach in etwa der Größe ihres Oberkörpers und schienen noch aus einem längst vergessenen Zeitalter zu stammen. Meisterhaft verzierte Holzstiche waren mit in die Buchstaben eingearbeitet und erlaubten der Zwergin nicht herauszufinden, wie Geschichte aufhöre und Kunst begann. Eine Glaskuppel war über das Buch gespannt, jedoch war sie offen genug, um die Möglichkeit zu bieten, die Seiten umzublättern. Nîns Herz hüpfte angespannt in ihrem Brustkorb umher. Solch ein Buch sollte nicht so mager geschützt zwischen einer so großen Anzahl Besucher herum liegen. Die Seiten mussten gepflegt werden und nicht der zunehmenden Feuchtigkeit einer Feier ausgesetzt sein. Auf dem Weg hier her hatte sie viele euphorisch geschwenkte Weingläser gesehen, die den sofortigen Tod dieser empfindsamen Antiquität bedeutet hätten. Trotz allem schienen die Seiten noch in überraschend guten Zustand zu sein und auch, wenn ihr Verstand sie davon versuchte abzuhalten, gelang es dem Zusammenschluss aus Leidenschaft und Neugierde die Oberhand zu behalten. Mit angehaltenem Atem steckte sie die Hand aus und strich vorsichtig über die Seiten der Geschichte, die gerade vor ihr aufgeführt wurde. Sie fühlte die eingeprägten Wörter unter ihren Fingerspitzen und roch den Geruch von altem Pergament. Nichts hätte sie davon abhalten können noch bis in alle Ewigkeit hier stehen zu bleiben, außer vielleicht...
Ein kleiner Stich fuhr durch ihr hüpfendes Herz. Ihr jahrelang gehüteter Schatz, der nun behutsam in Tücher eingewickelt von ihrem Arm umklammert wurde, erschien ihr nun so alltäglich und unbedeutend. Wie hatte sie nur denken können, dass Rínon sich über eine Antiquität aus dem fernen Süden freuen würde, wenn er doch vermutlich täglich in solchen Hallen von noch viel bedeutsameren Büchern umgeben worden war. Von dieser Art von Buch gab es vermutlich noch sehr viel mehr an diesem Ort und diese Exemplare hier waren zudem noch in Tengwar niedergeschrieben worden und nicht in Angerthas. Wo sie nun darüber nachdachte erschien ihr dieses Geschenk immer törichter. Womöglich würde sie Rínon sogar in Verlegenheit stürzten, weil er der alten Runenschrift nicht mächtig war. Die Sprache würde vermutlich weniger das Problem darstellen, auch wenn ihre Version der Geschichte in wundervolle Verse verpackt worden war. Doch niemand würde sich über ein Buch freuen, das er nur mit einer Übersetzungstabelle nebenher lesen konnte.
Lautes Gejubel und Applaus erklang um sie herum und die Elbenmasse vor der Bühne begann sich wieder zu lichten. Wie aus einem Traum erwacht, riss die Zwergin wieder ihren Blick von dem Buch los und wandte sich zum gehen um. Vielleicht würde sie Rínon auf diesem Fest ja gar nicht begegnen, sodass sie überhaupt nicht in die Verlegenheit ihrer Unbedachtheit kam, dachte sie gerade noch hoffnungsvoll, bevor ihr Herz schwer wie ein versteinerter Troll gen Fußboden rutschte. Nîn stöhnte. 'Nicht schon wieder... Diesmal bleib ich einfach hier stehen, anstatt sie auf eigene Faust zu suchen, dann kann ich auch nicht unbeabsichtigt in die falschen Leute hinein laufen.'
Eine monoton freundliche Stimme drang von schräg hinter ihr zu ihr hinunter und stimulierte jedes ihrer Nackenhaare einzeln, während ihr Herz noch ein Stückchen tiefer rutschte.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Sa 01 März 2014, 20:31

Während das Schauspiel auf der Bühne sein Geschehen nahm, wanderten Morwes Augen zu den hohen Fenstern. Abertausende winzige Mosaiksteinchen glitzerten in der Herbstsonne in grellen Farben. Sie tauchte den Raum mit seinem verschatteten Gewölbe in zartes rotes Licht. Wenn der Nachmittag seinen Lauf gehen und sie tiefer sinken würde, würden die Hallen in immer dunkleren Tönen erstrahlen, bis nur noch Mondlicht die Fenster durchdringen konnte. Aber bis dahin würden die Diener längst die mächtigen kunstvoll bestickten Vorhänge zugezogen haben und die Fackeln würden erstrahlen.
Aus den Augenwinkeln behielt Morwe den Kopf der Zwergin im Blick. Sie war auffallend still, seit sie die Hallen der Geschichten betreten hatten. Aber solange sie dicht bei ihnen stand, konnte sie wenigstens nicht wieder jemand anderem in die Hände fallen.
Morwes Herz tat einen Seufzer, als er heimlich die anderen Gäste betrachtete, die frei waren dahin zu gehen, wo immer ihre Launen sie hintrugen. Nicht dass er kein Theater oder Erzählungen mochte oder nicht gerne Liedern und Gedichten lauschte, aber er fühlte ihm war heute nicht unbedingt nach all diesem Trubel zumute. Eigentlich ging es ihm ganz ähnlich wie Nîn. Jedoch schien sich die Zwergin vorerst mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben, denn wie gebannt starrte sie nach dem Spiel auf der Bühne.
Irgendetwas an ihr machte Morwe stutzig. Er musterte sie von oben herab, aber durch die Gewänder der Umstehenden wurde die Zwergin beinahe gänzlich für ihn von Schatten verschluckt. Trotzdem konnte Morwe nicht umhin zu bemerken, wie auffallend glatt ihr Haar plötzlich geworden zu sein schien. Auch erschien es ihm auf einmal weniger unregelmäßig geschnitten.
Morwe schluckte, als eine unangenehme Ahnung sich in seinem Magen breit machte. Er stieß die kleine Gestalt vorsichtig mit dem Fuß an. Das Gesicht, welches sich nach der Ursache umblickte, war das eines Knaben, der Morwe nur flüchtig vom Sehen her bekannt war.
Nicht schon wieder! Für einen Moment gelangte Morwe tatsächlich in die Verlegenheit, ob er lachen oder fluchen sollte. Er rieb sich die Augen, atmete tief ein und tippte Vanye auf die Schulter. Auf ihren verwirrten Blick hin deutete er auf den Jungen, der hinter ihr stand.
Vanyes Züge verloren trotz des bunten Lichtscheins augenblicklich an Farbe und sie schaute beklommen zu Morwe auf.
„Du schaust dich hier unten um, ich verschaffe mir von oben her einen Überblick.“, wisperte er ihr ins Ohr. „Da sie nahezu deine Augenhöhe hat, solltest du sie hier im Gewimmel schneller finden als ich.“
Für diesen Kommentar erntete er prompt einen Hieb in die Seite. Er lachte jedoch nur über Vanyes pikierte Miene und schob sich durch die Menge davon in Richtung Treppe.
Die Valar hatten eine seltsame Art seine Wünsche zu erfüllen, überlegte Morwe und musste schmunzeln. Immerhin bekam er so die Gelegenheit für ein wenig Bewegung.
Blieb nur zu hoffen, dass Nîn dieses Mal mehr Glück hatte als bei ihrem letzten Verschwinden...
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 03 März 2014, 17:00

„Ist das Schauspiel nach Eurem Gefallen gewesen?“, wandte Elothlond sich freundlich der Zwergin zu, die unweit von ihm stand und augenblicklich in ihrer Bewegung innehielt. Wie sein Großvater sich auf seinen Gehstock stützte, wirkte er beinahe gebrechlich, doch seine Augen schimmerten aufmerksam. „Eine etwas eigenwillige Aufführung dieses Jahr, jedenfalls für meinen Geschmack. Aber sprecht und sagt mir, was Ihr von ihr hieltet.“
Noch ehe die Zwergin sich umwandte, spürte Elûdin, dass etwas sich in ihrem Verhalten geändert hatte. Es war die Art, wie sie kaum merklich zusammengefahren war, wie sie ihre Schultern hielt und wie sie einen Sekundenbruchteil zulange zögerte sich umzudrehen. Er hatte gesehen, wie sie sich in Gegenwart seines Bruders und Vanyes gebarte und kannte ihre Art sich gegenüber ihm zu verhalten. Die Weise, in der sie sich Elothlond noch in der Halle gezeigt hatte, war anders gewesen als jetzt.
Elûdin drückte sich etwas tiefer in die Schatten des Säulenganges.
Hatte Morwe ihr vielleicht etwas verraten? Aber noch eben nach dem Bankett war die Zwergin nicht so unterschwellig angespannt in Gegenwart seines Großvaters gewesen. Eigenartig...
Mit einem unterdrückten Schmunzeln fragte Elûdin sich, wann Elothlond den Wandel im Gemüt seines Gegenübers wohl bemerken und wie er reagieren würde. ...Und wie es seinem Bruder schon wieder gelungen war, seine Schutzbefohlene aus den Augen zu verlieren...
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 03 März 2014, 21:29

'Oh, Mahal....Warum hasst du mich?' „Ähm...“ Nîn strich sich mit der gesunden Hand die Haare hinters Ohr und warf Elothlond beim Umdrehen ein Lächeln zu, um noch etwas Zeit zugewinnen, bevor sie antwortete. „Ihr habt mich erwischt...“ Sie lachte peinlich berührt auf in der Hoffnung, dass diese Halbwahrheit ihr unhöfliches Zögern kaschieren würde. „Bitte verratet es keinem, doch von der Aufführung hab ich zu meinem Bedauern recht wenig mitbekommen. Ich hab kaum etwas sehen können und dann hat mich plötzlich dieses Buch da vorne in seinen Bann geschlagen.“ Sie blickte schuldbewusst in Richtung des antiken Kunstwerks, dass sie an einer Stelle aufgeschlagen hatte, die sie trotz seines umstrittenen Themas nur allzu gut kannte, doch davon musste Elothlonds schließlich nichts wissen. Es war ein recht emotionaler Part, bei dem ein Zwerg namens Dór trotz aller Vorurteile seine Hilfe anbot und der Geliebten des Protagonisten durch alleiniges Vertrauen ein großes Opfer darbot, mit nur einer einzelnen Strähne ihres goldenen Haares als Gegenleistung.
Nîn machte einen unschuldigen Schritt zurück in Richtung der aufgeschlagenen Seiten. „Es sieht wirklich sehr alt aus.. Könnt Ihr mir vielleicht verraten, was auf diesen Seiten steht?“


„Entschuldigt bitte meine Damen! Wo man das Übel doch gleich beim Namen nennt... die Pflicht ruft wieder!“ Mit einer galanten Verbeugung verabschiedete sich Seron von einer Schar Elbinen, die seinen Erzählungen über die Schlacht auf den Trollhöhen und seiner heldenhaften Rettung Morwes aus den Fesseln der Gefangenschaft gelauscht hatten. Das die Trolle Morwe festgehalten hatten, war zwar zu Anfang beabsichtigt gewesen und die heldenhafte Errettung war vor allem deshalb in letzter Minute, weil er selbst den Weg zuerst nicht gefunden hatte, doch davon musste in den Geschichten schließlich niemand etwas erfahren. Zu peinlichen Auflösung konnte es schließlich nur dann kommen, wenn einer der Mitstreiter sich in die Erzählung einmischte und Seron wollte es vermeiden, dass Morwe zu so einer Unterbrechung die Gelegenheit bekommen konnte. An diesem speziellen Tag, schien es ohnehin besser zu sein, sich nicht in seiner Hörweite zu befinden, denn während er die überaus anstrengende Aufgabe bekommen hatte, einer Dame Gesellschaft zu leisten, versuchte Seron zunehmend seinen Auftrag als Wächter des Festes etwas individueller zu gestalten. Böse Zungen vermochten sogar bei diesem Anblick die total irrwitzige Behauptung aufstellen, er würde sich gänzlich vor dieser Arbeit drücken. Dies stimmte nur zum Teil. … Einem recht großen Teil … Doch dem heran eilenden Morwe auszuweichen, blieb trotz allem ein großartiger Plan, um eventuellen Missverständnissen über Serons Arbeitsweise vorzubeugen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Di 04 März 2014, 09:19

Mit gemischten Gefühlen verfolgte Elûdin die Zwergin und seinen Großvater, der sich zu ihr neben das Buch gesellt hatte und nach seiner Gestik zu schließen ihr von dem wertvollen Gegenstand berichtete. Er lächelte, sein Gesicht wirkte freundlich, aber irgendetwas um seine Augenpartie war anders als gewöhnlich. Das Detail war zu gering, als dass Elûdin es hätte genauer benennen können. Es zu deuten schien noch viel aussichtsloser. Jedoch weckte es einen Hauch von Unbehagen in ihm, allerdings auch nur, weil er die Mimik seines Großvaters gut genug kannte.
Über die Geräusche der anderen Gäste hinweg, fingen Elûdins Ohren Fetzen des Gesprächs zwischen Elothlond und der Zwergin auf. Sein Großvater erzählte ihr offenbar tatsächlich die Geschichte, welche die Buchseiten illustrierten. Das Märchen von Dór und wie er einer Elbenfrau das Leben rettete, jedoch für den Lohn eine einzelne Strähne ihres Haares zu erlangen. Die Art, in der Elothlond die Geschichte erzählte, war relativ frei und sogar weitestgehend neutral. Er schilderte der Zwergin sogar die verschiedenen Versionen der alten Erzählung und die Dispute ihr bezüglich.
„...die Meinungen gehen weit auseinander, was die Bedeutung jener Überlieferung angeht müsst Ihr wissen. Zumal ihre Herkunft in der Dunkelheit der Zeitalter verloren gegangen ist, ist unklar, ob es auf einer wahren Begebenheit beruht oder ob es eine reine Fabel oder gar ein Gleichnis ist. Vor allem scheiden sich die Gemüter ob der Person Dórs...“, Elothlonds Finger deuteten auf irgendetwas auf einer Buchseite. „Manche sehen in ihm einen Helden, welchem es gelang die Grenzen zwischen unseren beiden Völkern zu überwinden, andere - und erlaubt mir diese persönliche Bemerkung - schlichtere Köpfe sind der Auffassung, er sei ein Scharlatan, der seine Tat nur selbstlos erscheinen lassen wollte, um für sie einen Lohn einzustreichen, welchen er schon lange im Blick hatte... Aber die Erzählung ist zu vielschichtig, zu...komplex, als dass sie so platt ausgelegt werden könnte, wenn Ihr meine bescheidene Ansicht bezüglich dieser Diskussion hören wollt.“
Auf einmal trat ein schon fast verschmitzter Ausdruck in die Züge seines Großvaters und er beugte sich verschwörerisch zu der Zwergin hinab. Elûdin schob sich von seiner Säule bis hinter die gewaltigen Blumenkästen, damit ihm die nächsten Worte nicht entgingen. Ein gewagtes Manöver, bei dem er durchaus Gefahr lief von den beiden entdeckt zu werden.
„Man munkelt jedoch auch, die Erzählung sei nicht von jenen meines Volkes gedichtet worden, sondern ein Zwerg selbst habe sie erfunden. Ein Mann, der unsterblich in eine Elbin verliebt war und mit dieser Geschichte ihr Herz zu gewinnen trachtete...“
Elûdin fühlte, wie seine Brauen unwillkürlich nach oben wanderten. Du fährst ganz schön harte Geschütze auf, Großvater... Was konnte die Zwergin für Informationen haben, dass Elothlond sich solche Mühe gab ihr Vertrauen zu gewinnen? Oder war es nur ein Katz-und-Maus-Spiel?
Stimmen von den Treppen über ihm, veranlassten Elûdin einen taktischen Rückzug zur Säule zu vollziehen. Jemand, der es offenbar sehr eilig hatte, hastete im schwach erleuchteten Gang die Stufen hinab. Auf ihrer Hälfte hielt er kurz inne, um sich umzublicken, hetzte dann aber weiter. Die Konturen jener Gestalt hätte Elûdin selbst bei beinahe vollkommener Finsternis identifizieren können. Er grinste und ließ sich in die Schatten zurücksinken.
Genau als Seron an ihm vorbei lief, streckte Elûdin sein Bein aus. Der Standfuß des Wächters kollidierte mit Elûdins Schienbeinplatte und kam erst wieder frei, da Seron einen ausgesprochen uneleganten Flug durch den Korridor hinlegte. Sein erschreckter halb erstickter Aufschrei war Musik in Elûdins Ohren.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Di 04 März 2014, 10:57

Nîn konnte nicht umher, gebannt Elothlonds Erzählungen zu lauschen. Nie hatte sie bisher direkt mit jemandem sprechen können, der für die alten Geschichten etwas mehr als nur Spott, Hohn und Ignoranz übrig hatte. Oft hatte sie in den hohen Hallen, auf deren Dachgiebeln sie sich versteckt hatte, die Menschen belauscht, wie sie aberwitzige Theorien über einzelne Textpassagen zum besten gegeben hatten, doch noch nie hatte jemand ihre Meinung darüber geteilt, dass die Gesamtheit der Zwischentöne den eigentlichen Wesenszug der Geschichte ausmachte und das man, um diesen zu erahnen auch lange nach dem Ursprung aller Übersetzungen suchen musste.
Sie lächelte und bis sich auf die Zunge, um nur zuzuhören und nicht in eine angeregte Diskussion mit dem Elb zu verfallen.
Vielleicht hatte er seine Gründe gehabt, zuvor solch unangenehme Dinge Morwe gegenüber zu sagen...
Vielleicht war er in Wirklichkeit doch ganz nett...
Vielleicht war seine Reaktion vorhin nur auf irgendeine unangenehme Vergangenheit mit Morwe zurück zu führen, wer konnte das schon wissen?
Doch für diesen Moment wollte Nîn einfach nur ihr Herz den wundervollen Geschichten öffnen und sich sicher fühlen. Ein leises Scheppern in der Ferne, das hier eindeutig nicht hingehörte, ließ Elothlond kurz innehalten. Es blieb allerdings nicht die Zeit, sich groß nach der Ursache umzuschauen, denn eine zugleich ölige und stichelnde Stimme sprach sie aus dem Hinterhalt heraus an, die Nîns Glücksgefühle stückchenweise zu Eis erstarren ließ.


Seron wandte alarmiert den Kopf, um heraus zu finden, was er in seiner Flucht übersehen haben mochte, und ob es noch unverletzt war, doch was er sah, ließ ihn schlagartig das Gegenteil hoffen.
„Ach, du bist's, Úmaedon...²“ Der Krieger machte sich nicht die Mühe ruckartig aufzustehen, denn das würde nur den Eindruck erwecken, dass ihm die Folgen dieses Überfalls peinlich wären. Stattdessen stützte er sich gemächlich auf einer Seite ab und positionierte fein säuberlich den herunter gefallenden Zierhelm zurück auf dem Tisch, gegen den er bei seinem Sturz mit der Schulter gestoßen war. „Ich hoffe, ich habe dir bei meinem unreifen Attentat auf dich keinen Nagel abgebrochen, das wäre wirklich niemals zu verzeihen!“ Ironie und Sarkasmus tropften so stark aus Serons Stimme, sodass er aufpassen musste, nicht darauf auszurutschen, als er sich schließlich gemütlich erhob und die Uniform zurecht rückte. Doch so lange Elûdin und er alleine im Korridor waren, waren Höflichkeitsformen grundsätzlich als unwichtige Nebensächlichkeiten anzusehen.

-------------------
² „Ú-“ - Verneinung
„maed“ - fähig, wohlgeformt
„-on“ - männliche Namensendung


Zuletzt von Moriko am Mi 05 März 2014, 12:13 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 11:44

„Wie immer, allerliebst deine Titel...“ Mit verschränkten Armen verfolgte Elûdin das Schauspiel, welches Seron zum besten gab, um wenigstens den Anschein von etwas Würde zu erwecken. „...aber mir scheint, du musst an Einfallsreichtum eingebüßt haben, denn ich vermisse, dass mal wieder etwas Neues zustande bringst. Und im übrigen: Spar dir deine geheuchelte Sorge für deine Freudenmädchen auf, in ihren Schößen ist sie besser aufgehoben."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 12:41

Seron deutete eine verzeihende Verbeugung vor Elûdin an, jedoch nicht ohne ihn auch nur einen Moment aus den Augen zu verlieren. „Oh, verzeih, liebster Drûon²! Ich vergaß, dass du durch dein ständiges Posieren auf hohen Rössern, solchen Freuden mit der Zeit schließlich gänzlich entsagen musstest. Ich verstehe deinen Neid, aber wenn es dich tröstet: Zum einen fehlt dir jegliche Form von Charme, weshalb dich sowieso keine wollte, und so selten ist dein Problem auch gar nicht. Weißt du, ich hab gehört, das bei Männern deiner Art durchschnittlich einer von dreien-“ Serons gehässiger Blick, mit dem er Elûdin durchbohrte wich wie auf Knopfdruck einem freundlichen und hilfsbereiten Lächeln, mit dem sich auch gleich seine Haltung veränderte, als sein Hauptmann mit einem leicht konfusen sowie hilfesuchenden Gesichtsausdruck um die Ecke in den Korridor einbog. Demonstrativ nahm Seron Haltung an, wenn auch in einer für gewöhnlich abgeschwächten Art, und warf Elûdin einen kurzen Blick zu, bevor seine Augen Morwe aufmerksam fixierten. Die Verachtung und der Abscheu, den er für Morwes Bruder empfand, waren absolut aufrichtig und Seron war sich durchaus bewusst, dass Morwe der ranghöhere Bruder der beiden war. Doch trotz allem ging dieser Disput seiner Meinung nach nur ihn und Elûdin etwas an.


----------------
²
"drû": unzivilisiert
"-on": männliche Namensendung


Zuletzt von Moriko am Mi 05 März 2014, 13:21 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 13:08

Elûdins Augen verengten sich zu Schlitzen. Das Schicksal schien es ihm jedoch nicht zu gönnen Seron eine Retourkutsche für diese Unverschämtheit zu erteilen, denn es sandte ausgerechnet seinen Bruder zu ihnen die Stufen hinab. Grimmig verbarg Elûdin seinen Ärger. Zwar war sich Morwe gewiss darüber bewusst, dass er und Seron nicht auf bestem Fuß zueinander standen, doch sein Bruder musste nicht erfahren welche Ausmaße ihr Abscheu füreinander hatte.
Du elender selbstgefälliger Aufschneider, dieser Tag ist noch nicht vorüber... Zu hoffen, er würde diesem Möchtegernkrieger heute noch einmal alleine über den Weg laufen, war der einzige Trost in Elûdins Lage.

Stirnrunzelnd blickte Morwe zwischen seinem Bruder und Seron hin und her, welcher leutselig lächelnd Haltung vor ihm annahm. Es war offensichtlich, dass er die beiden bei etwas überrascht hatte und sie erweckten nicht den Eindruck, als würden sie annehmen, es ginge ihn etwas an. Immerhin sahen die beiden nicht aus, als wären sie handgreiflich geworden.
„Störe ich...?“, versuchte Morwe seine Fassung wiederzufinden.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 13:42

„Nein!“ Elûdins und Serons Verneinung klang zwar durchaus synchron, war jedoch nicht minder unterschwellig als ihre Mimik. Um das unangenehme Knistern in der Luft zu übertönen, schlug Seron einen etwas scherzhafteren Tonfall an. „Du siehst jedoch so aus, als würdest du etwas suchen. Wenn es etwas mit der schüchternen Dame in deiner Begleitung zu tun hat, stehe ich dir als Hilfe gerne frei zur Verfügung.“ Er grinste schelmisch zu Morwe hinüber. „Mein Hauptmann ist so tolerant, dass er mich sicher von meinen Pflichten frei stellen wird, um einem Freund in Not zur Helfen, wenn es dabei um eine so prekäre Angelegenheit geht.“
Seron versuchte mehr unschuldig als hoffnungsvoll zu wirken, doch die Bemühungen dafür erschienen eher halbherzig. Morwe kannte ihn leider schon lang genug, um zu erahnen, wie ungern er bei einem ausgelassenen Fest aufpasste, anstatt im Zentrum mit zu mischen...
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 19:27

Vielleicht war Morwe gerade etwas in Bedrängnis und Eile, doch nicht genug, um sofort auf Serons Angebot einzugehen. Es hätte ihn verzweifelt wirken lassen. Und schlimmer noch: inkompetent. Neben ihm ahnte Elûdin offenbar, was in ihm vor sich ging, und er beugte sich zu ihm hinüber.
„Wenn es, wie ich annehme, wirklich um die Zwergin geht, dann lass mich dir lieber helfen, Bruder, anstatt dass du Seron von seinen Pflichten abhältst. Ich bin sehr gut darin sie ausfindig zu machen.“
Elûdins raubtierartiges Grinsen quittierte Morwe mit einem ernsten Blick. „Dergleichen habe ich schon vernommen... Ich möchte Nîn lieber in einem Stück wiedersehen, also sei so gut und hab ein Auge auf unsere rechte Linie, wenn du mir einen Gefallen tun willst. Ich hörte sie seien nun doch noch verspätet erschienen.“
„Ganz wie du wünschst...“, sein Bruder zuckte die Schultern und verschwand ohne Seron auch nur eines Blickes zu würdigen.
Zwar mochte es mit einem zusätzlichen Paar Augen einfacher sein Nîn zu finden, aber zum Ersten handelte es sich dabei um Elûdin und zum Zweiten wollte Morwe keinesfalls riskieren Nárello und seinen Getreuen die Chance zu geben die Zwergin als erstes zu finden.
„Nun, da es allgemein ja sehr ruhig zu sein scheint, kann ich mir wohl anmaßen auf dein Angebot einzugehen.“, wandte Morwe sich wieder Seron zu, dessen Augen aufblitzen. „Immerhin ist sie ja nicht irgendein Gast. Du handelst im Prinzip immer noch in Herrn Elronds vollstem Interesse...“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 19:48

Serons Grinsen wanderte weit über beide Ohren. Er nahm Haltung an – diesmal sogar richtig – und neigte hochachtungsvoll vor seinem Hauptmann den Kopf. „Wie kann ich dienlich sein?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 20:18

Wie schnell man ihn doch für einen kleinen Gefallen begeistern kann..., schmunzelte Morwe in sich hinein.
"Nîn - also unser Ehrengast - ist verschwunden. Ich vermute sie hat mich in der Menge einfach aus den Augen verloren oder irgendetwas entdeckt, was sie dazu veranlasst hat von meiner Seite zu weichen... Allerdings ist leider auch nicht auszuschließen, dass jemand sie vielleicht in ein Gespräch verwickelt und fort gelockt hat.", gestand Morwe Seron. "Du kannst dir sicher denken, dass einige wenige nicht davon begeisterst sind, sie hier auf dem Fest zu sehen. Wenn du mir helfen würdest sie zu suchen, wäre ich dir zu größtem Dank verpflichtet."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 05 März 2014, 20:35

„Eine junge Frau in Nöten suchen, wird erledigt, Hauptmann! Hättest du mal eher etwas gesagt... Dass Frauen mit Hilfe eines Gespräches in traute Zweisamkeit zu locken neuerdings ein frevelhaftes Vergehen ist, wurde mir bislang noch nicht zugetragen. Ich hoffe mein lieber Herr Elrond wird Gnade vor Recht ergehen lassen.“ Er grinste ein letztes Mal unschuldig und wandte sich dann um zum Gehen. 'Morwe hat also eine Frau verloren... Ab dem wievielten Tag nach diesem hier wird sein Gedächtnis wohl schon so schwach sein, dass es meine Pflicht als Wächter ist, ihn bei jeder Gelegenheit daran zu erinnern, damit das nie wieder passiert?'


Nîns Nackenhaare stellten sich unwillkürlich auf, als die behandschuhte Hand des Neuankömmlings sich lässig auf der Glaskuppel über den empfindsamen Seiten abstützte. Selbst der netteste aller höflichen Elben, wäre in Ihrer Achtung bei dieser unbekümmerten Geste ein ganzes Stück weit gesunken, doch allein der Art nach zu urteilen, wie er Elothlond auf Sindarin wie einen ihn amüsierenden, alten Kauz begrüßt hatte, ohne Nîn dabei auch nur eines Blickes zu würdigen, ließ die Zwergin darauf schließen, dass dieses Exemplar der Spezies Elb weder das eine noch das andere war und so kaum noch weiter sinken konnte.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 06 März 2014, 16:54

Nachdem er sich durch das Meer aus Gästen und Bediensteten zum anderen Ende der Hallen durchgekämpft hatte, hielt Elûdin kurz inne. Er stieg eine der kurzen Treppen empor, welche die Ausgänge säumten und zu den höher gelegenen Umgängen führten. Bevor er sich auf die Suche nach seinen Anverwandten machte, wollte er lieber noch einen Blick riskieren und sichergehen sie nicht etwa hier im Gedränge übersehen zu haben.
Seine wachsamen Augen huschten über die Anwesenden, konnten aber nichts Verdächtiges ausmachen. Zwischen all den plaudernden und hier und da andächtig lauschenden Gestalten und den Dichtern, Musikern und Schaustellern, war niemand zu entdecken, der seinem Vetter oder seiner Kusine ähnelte. Keine Robe mit ihrem Wappen, nichts.
Gerade wollte Elûdin sich zum Gehen wenden, da fiel ihm jedoch etwas am entgegengesetzten Ende der Hallen auf. Es war nur ein greller Schimmer von etwas sehr hellem, das das Sonnenlicht reflektierte. Eigentlich hätte es genauso gut eines der Tabletts, welche überall von Dienern umhergetragen wurden, sein können, doch irgendetwas an der Erscheinung weckte Elûdins Aufmerksamkeit. Als er die Umgebung nach der Ursache absuchte, fielen seine Augen auf zwei elegant gekleidete Personen mit aschblondem Haar, welche soeben erst das Gewölbe betreten hatten.
Hab ich euch! Elûdins Mundwinkel zuckten. Er wusste von einer Ausbuchtung hinter einem der Wandvorhänge auf der anderen Hallenseite, welcher perfekt als Ausguck diente. Das Problem war nur rasch dorthin zu gelangen ohne erneut in der Menge zu versinken.
Zerknirscht eilte Elûdin die Stufen hinab und hielt sich links dicht an der Wand. Als gerade niemand auf ihn achtete, verschwand er hinter den Blumenkübeln und schob sich gebückt durch die enge Gasse zwischen Pflanzen und Wandvorhängen entlang.
Bei Manwe, wie er dieses Umhergehusche verabscheute! Es mochte zu seinem Bruder passen, welcher es vorzog Konflikten aus dem Weg zu gehen, aber nicht zu ihm...
Wie von alleine erstarrten Elûdins Beine, als er an den Tischen mit den Bücherantiquitäten vorbeikam. Die Zwergin und sein Großvater standen immer noch dort! Er hätte eher schwören können, Elothlond hätte sie unlängst woanders hin geführt, wo er ungestörter mit ihr sprechen könnte, doch ihn hier mit ihr zu sehen, brachte Elûdin nun doch in einen gewissen ... Konflikt. Wenn Morwe nach der Zwergin suchte, sollte er nicht dann seinem Bruder Bescheid geben, dass sie hier war? Elûdin hatte eben noch den Mund gehalten, um seinem Großvater nicht in den Rücken zu fallen. Abgesehen davon war er davon ausgegangen Elothlond hätte mit ihr ohnehin schon die Halle verlassen. Und überhaupt war die Zwergin bei seinem Großvater mehr in Sicherheit, als wenn sie alleine umherzog und Leuten in die Hände viel, welche mehr von ihr wollten als ein Gespräch und ein paar Informationen.
Eine dritte Stimme ließ Elûdin unwillkürlich zusammenfahren. Er hob den Blick und erkannte, wie der Neuankömmling sich ungeniert auf der Glasglocke des Buches abstützte, vor dem Elothlond und die Zwergin standen.
„Ooh, endlich ein vertrautes Gesicht! Es ist mir eine Freude Euch zu sehen, Herr Elothlond! Ich kann Euch gar nicht sagen, wie froh ich bin Euch über den Weg zu laufen! Wisst Ihr, es ist so schrecklich ermüdend hier herumzustolzieren und an diesen ganzen öden Gesprächen teilnehmen zu müssen!“, schnatterte Lúo ohne die Zwergin auch nur zu beachten. „Gibt es vielleicht irgendetwas, das ich für Euch tun kann? Bitte, sagt ja. Es gibt nichts, das ich lieber tun würde, als Euch behilflich zu sein! Ich weiß einfach nicht, wie diese ganzen Leute es hier schaffen sich zu amüsieren. Was die anderen draußen veranstalten ist viel lustiger, aber das wird hier ja bloß belächelt...“
Elûdin biss die Zähne zusammen, um nicht laut aufzustöhnen. Er konnte es nicht ertragen diesen Bauerntölpel auch nur reden zu hören! Als wenn es nicht schon reichte ihn anschauen zu müssen und zu sehen, wie er sich flegelhaft und unkultiviert benahm. Rein optisch mochte er in die Gesellschaft passen, doch sah man genauer hin, gab es etliche Details, welche seine einfache Herkunft vom Land verrieten. Wahrscheinlich war er auf Geheiß von Elothlond für das Fest passend eingekleidet worden, immerhin diente er als Späher seines Großvaters, und auch seine ansonsten ungezügelt fallende helle Mähne war anständig frisiert. Allerdings hatte sie sich hier und da bereits gelöst, aber Lúo schien keinen Wert darauf zu legen sie wieder in Form zu bringen. Oder, und Elûdin hielt es für wahrscheinlicher, ihm fehlte einfach das Auge dies überhaupt zu bemerken. Dieser Kerl wusste einfach weder, wie man sich betrug, noch wie man sich äußerlich ansprechend zurechtmachte...
In Elothlonds Gesicht arbeitet es. Jemand, der ihn nicht gut kannte, hätte das Blitzen in seinen Augen in Verbindung mit seinem Lächeln als Freundlichkeit missverstehen können, aber Elûdin wusste es besser.
„Mein lieber Lúo...“, sein Großvater fasste den jüngeren Elben mit einer nachsichtigen Geste bei der Hand und entfernte sie vom Glassturz. „Siehst du, was ich hier gerade tue? Ich unterhalte mich. Ich unterhalte mich mit dieser ...- mit dem Gast unseres Herrn Elrond. Und warum tue ich das? Hm? Glaubst du, ich stehe hier zum Spaß und amüsiere mich? Glaubst du, ich habe Interesse an dieser- diesem Geplänkel, diesem albernen Theater, das es nicht einmal verdient als ‚Konversation‘ bezeichnet zu werden? Aber ich stehe hier, ich überwinde mich, ich lasse mich auf dieses niedrigste Niveau herab und rede mit dieser Zwergin, um wenigstens ein paar wertvolle Informationen an mich zu bringen, die für die Meinen vielleicht irgendwann einmal von Nutzen sein können! Und warum muss ich das tun? Weil es offenbar außer mir niemand anderes zustande bringt! - Wage es ja nicht jetzt betreten dreinzuschauen, oder willst du, dass meine Mühe umsonst war?“
Erstaunlicherweise gelang es Lúo sein Lächeln zu halten, auch wenn das Leuchten in seinen Augen verschwunden war.
„Ich sage dir, was du für mich tun kannst, wenn du mir wirklich helfen willst: Du gehst nun und mischst dich unter die Anwesenden. Du bist freundlich, höflich, wie ich es dir beigebracht habe und du machst deine Augen und Ohren auf und merkst dir, was du siehst und hörst. Und wenn wir uns später wiedersehen, berichtest du mir davon, einverstanden?“ Überrascht stellte Elûdin fest, dass in den Blick seines Großvater tatsächlich wieder etwas Gutmütigkeit zurückkehrte, die nicht gestellt war.
Nicht ohne Neid verfolgte Elûdin, wie sich Lúo überschwänglich begeistert von Elothlond verabschiedete und in der Menge verschwand.
Wieso ist er so nett zu diesem Einfaltspinsel?, dachte Elûdin schwermütig. Und wieso bekamen er und Morwe immer nur zu hören, aus welchen Gründen sie alles unfähig und unzuverlässig waren?
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 06 März 2014, 20:10

Nîn versuchte es damit, einfach weiter zu atmen und bisweilen schien es sogar zu funktionieren. Den Trümmer und Scherben in das ihr Herz zerrissen worden war, wie von den blutgierigen Klauen einer wilden Bestie, würde es wohl nicht entgegen wirken, doch zumindest gewann sie wertvolle Zeit der Selbstbeherrschung. „Ich hoffe, Ihr habt den jungen Herrn gerade nicht wegen mir weggeschickt... Sagt mir bitte, wenn ich Euch belästige! Es ist wundervoll Euren Erzählungen zu lauschen, doch Ihr sollt meinetwegen nicht das Fest verschmähen.“ Die Worte einer Fremden drangen an ihre Ohren. Wie in einem grausamen Mechanismus lief das äußere Theaterstück einfach weiter. Die junge Zwergin brauchte zwar bei weitem kein Lächeln mehr zustande, doch zumindest bewahrte sie ihre Fassung.
"Oh nein, nein, er kam in einer gänzlich anderen Angelegenheit zu mir. Aber es ist nichts, das eilen würde, und dieses Gespräch mit Euch bereitet mir wahrlich zu viel Freude, als dass ich es so einfach unterbrechen wollen würde.“ Die Gutmütige Miene der falschen Schlange vor ihr blieb unverändert. So sehr Nîn auch immer Morwes Unfähigkeit zu Lügen belächelt hatte, mit einem Mal erschien ihr das als ein sehr ehrenwerter Charakterzug, der von Aufrichtigkeit und wahrer Gutmütigkeit zeugte. Sie schluckte schwer. „...Doch sprecht, Ihr seht etwas blass um die Nase aus... Ist Euch nicht wohl?" Fahrig streiften Nîns Augen Elothlonds Blick auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Es war schwer zu sagen, wie viel Zeit ihr noch blieb. „Ich..ähm... Das ist mir jetzt wirklich peinlich, aber meinem Magen scheint nach so langer Zeit im Krankenbett die außergewöhnliche Küche hier nicht sonderlich bekommen zu haben...“ Sie hielt sich mit einem leicht gequälten Gesichtsausdruck den Bauch. Die plötzliche Übelkeit war zumindest nicht gelogen. „Es tut mir wirklich wahnsinnig leid unsere Unterhaltung zum zweiten Mal in Folge so abrupt abbrechen zu müssen, aber ich glaube, ich gehe besser zurück zu Morwe und sag ihm Bescheid. Etwas Ruhe und frische Luft und das wird schon wieder. Bitte entschuldigt mich!“
Sie mochte es sich womöglich nur einbilden, doch Elothlonds lächelnde Fassade schien für einen Sekundenbruchteil ein wenig zu bröckeln. Womöglich versuchte er aber auch einfach nur ein besorgten Gesichtsausdruck aufzusetzen.
Doch was es auch war, Nîns Kopf befand sich schon an einem ganz anderen Ort und drängte ihren Körper, ihm endlich nach zu kommen. Sie deutete eine Verbeugung an, drehte sich auf dem Absatz um und schlängelte sich querfeldein durch die Elbenmenge. Sie bahnte sich ihren Weg weniger feinfühlig, als sie es normalerweise getan hätte, doch dafür war sie auch schneller als jeder Elbenkopf, der sich umwandte, um nach dem Besitzer des Armes zu suchen, der ihn davon drückte. Ihr war egal, ob sie gerade unhöflich war oder nicht, oder ob sie alles, was Morwe ihr den Abend über erzählt hatte in den Wind schlug oder nicht. Das einzige was jetzt zählte war kühler Wind und kaltes Wasser. Sie würde sich weder übergeben, noch in Tränen ausbrechen, während sich noch Elben in Ruf- oder Sichtweite befanden und sollte etwas diesem Ziel im Weg stehen, Gnade ihm Mahal!
Nîns erkannte durch ihren zusätzlich von Umhängen und Beinen gesäumten Tunnelblick kaum, in welche Richtung sie lief, doch aus zumindest einer Richtung konnte sie Blätter im Wind rascheln hören. Sie durchstieß die letzte Reihe an Elben und vor ihr tat sich mit einem Mal der rettende Anblick eines Torbogens auf. Nachmittagssonne blendete sie, während sie durch ihn hindurch auf den dünnen, gepflasterten Weg einbog. Doch sie wurde jäh verschluckt von einer großen Gestalt, die nach Büchern roch und sehr schnell Nîns gesamtes Gesichtsfeld einnahm. „Vorsicht!“
Ein Paar freundlicher Hände schob Nîn an den Schultern nach hinten und sie stammelte ohne aufzusehen eine kurze Entschuldigung, weil sie in den Elb hineingelaufen war. „Nîn? Was machst du denn alleine hier draußen?“ Die Zwergin sah verwirrt auf und erkannte Rínons rote Haare in der Herbstsonne. Er lächelte, doch als sich ihre Blicke trafen spiegelte sich ernsthafte Besorgnis in ihnen wieder. Nîn biss sich auf die Unterlippe, während er sich mit ihr ein wenig an die Seite schob, um den kommenden und gehenden Besuchern des Festes nicht im Weg zu stehen. Rínon hatte sie bei all dem Durcheinander vollkommen vergessen. Ihr fiel das Geschenk wieder ein, doch das besserte ihre Laune nicht gerade. Sie drückte ihm das Päckchen entgegen. Das war zumindest besser als komplett mit leeren Händen dar zu stehen und bevor sie seine Enttäuschung sehen können würde oder er etwas unangenehmes wegen dem gestrigen Tag sagen würde, wäre sie bereits längst verschwunden. So etwas würde sie in diesem Zustand definitiv nicht mehr ertragen.
„Das hier ist für dich. Als Entschuldigung für gestern. Es ist für dich wahrscheinlich nur Ramsch, aber es war lange Zeit sehr wichtig für mich.“ Nîn wagte es nicht längere Pausen zwischen den Sätzen zu machen, aus Angst, Rínon könnte doch noch zu Wort kommen. „Wenn du Morwe siehst, sag ihm einfach ich bin weg. Dann muss er sich keine Sorgen machen.“
„Du bist- ...Nîn?!“ Noch bevor sich Rínons Zunge um die erste Silbe geschlungen hatte, war die rothaarige Zwergin bereits zwischen den herum tollenden Elben verschwunden, von denen einige leicht beschwipst den Weg zurück zu den Hallen empor torkelten.
Es fiel ihr schwer, ihre Schritte zu zügeln, doch der Weg hatte an einigen Stellen so starkes Gefälle, dass es unklug gewesen wäre, nicht auf die eigenen Füße zu achten. Keiner hielt sie auf oder schien auf sie zu achten, was Nîn nur zum Vorteil gereichte. Je weiter sie sich von dem Fest entfernte, desto ausgestorbener erschien ihr die Straße und die kleinen Wege, über die sie vollkommen automatisch ihre Beine lenkten. Zuerst dachte sie, sie würde nur ziellos durch die Gegend irren. Den Weg vor ihren Füßen konnte sie schließlich bereits ein ganzes Weilchen nicht mehr erkennen.
Doch ein längst verdrängtes Wissen gab irgendwann urplötzlich den Befehl anzuhalten und als sie aufsah war sie in einer vollkommen anderen Welt. Keine Stimmen war zu hören, kein Gelächter. Nur das sonore Rauschen des Wasserfalls und das Rascheln der Blätter im Wind drang an ihre Ohren, während die Bäume zwischen ihren Ästen und Wurzeln einen See preisgaben, dessen Oberfläche sanft die Sonne und das Farbenmeer der Baumkronen spiegelte.
Jedes Wasser schien seinen ganz eigenen Klang zu haben. Dieser Wasserfall schien geradezu den Gesang ihrer Mutter in sich vereinnahmt zu haben und für einen kurzen, aber wundervollen Augenblick, kam es der Zwergin so vor, als könnte sie ihre zarte Gestalt erkennen, wie sie singend auf der kleinen Felsengruppe saß, die majestätisch in Mitten des Sees aus der Wasseroberfläche ragte.
Nîn legte alle wichtigen Sachen ab und erstickte den Gedanken im Keim, ob Vanye es wohl gutheißen würde, wenn sie mit Verbänden in einen See steigen würde, doch als der erste Fuß vom kühlen Nass des Sees umschlungen wurde und die Wasserpflanzen zärtlich auf ihrer Haut kitzelten wurde alles um sie herum egal. In dieser Stunde, in diesem Moment... war das hier ihr See, ihre Welt und vor allem ihre ganz persönliche Form von Heimat. Hier würde ihr niemand etwas antun. Je näher sie den Felsen kam, desto mehr Erinnerungen an die beruhigenden Abende mit ihrer Mutter gingen ihr durch den Kopf. Besonders der erste Teil aus der letzten Strophe ihres Liedes hatte es ihr damals angetan gehabt.

Daheim verblasst, die Welt rückt nah,
Mit vielen Pfaden liegt sie da
Und lockt durch Schatten, Trug und Nacht,
Bis endlich Stern um Stern erwacht.
Dann wiederum verblasst die Welt -
Daheim! Wie mir das Wort gefällt!
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 07 März 2014, 23:08

Vanye hatte keine Scheu gehabt ihn über die gesamte anwesende Menge hinweg zu rufen. Wenigstens war sie so gnädig gewesen einen Spitznamen zu wählen, welcher nicht zu peinlich war oder ihn sogleich als seinen Besitzer entlarvte.
„Was gibt es? Hast du sie gefunden?“, hastig warf Morwe einen Blick zurück, ob ihm Gelächter oder Augenpaare folgten. Den Anwesenden schien zum Glück jedoch egal zu sein, wen die kleine Elbin so lauthals zu sich bestellt hatte.
„Ich fürchte, sie könnte nach draußen verschwunden sein.“, gestand ihm Vanye und verzog das Gesicht. „Aber ich bin nicht ganz sicher. Ich habe jemanden von ihrer Statur und Aufmachung aus der Halle und dann in Richtung südliches Seitenportal eilen sehen. Vielleicht habe ich sie aber auch wieder mit einem Kind verwechselt... Bei diesem Licht sehen einfach fast alle aus, als hätten sie rote Haare! Wie soll man sie denn da finden? Ganze drei Mal bin ich Fórins Sohn hinterhergelaufen, weil er genau so zottelige Haare und genau ihre Größe hat! ...Er hat mich schon ganz komisch angeguckt, als würde ich ihm nachstellen...“
Die kleine Elbin stöhnte und begrub das Gesicht in den Händen. Morwe tätschelte ihr mitfühlend die Schulter.
„Sei so gut und behalte die Hallen trotzdem weiterhin im Blick. Ich habe Seron als Hilfe für unsere Suche gewonnen, du bist also nicht allein auf deinem Posten. Ich gehe mich derweil der Spur am Portal nach, irgendjemand wird wohl bemerkt haben, wenn sie das Fest wirklich verlassen hat.“, er wartete nicht auf eine Antwort Vanyes, sondern hastete davon, bevor die Fährte kalt zu werden drohte.
Durch die weit geöffneten Flügeltüren ergoss sich jedoch ein solcher Besucherstrom in beide Richtungen, dass Morwes Hoffnung einen herben Dämpfer erlitt. Er drängte sich durch die Menge und warf einen Blick über das Geländer. Auf den Wegen waren überall Elben, die vielleicht etwas gesehen haben mochten, aber sie waren alle so von ihren Gesprächen eingenommen und noch dazu in Bewegung. Und die Leute, welche hier oben auf den Bänken saßen, hatten den Rücken gen Tal hin gewandt.
Gerade da Morwe die Treppe hinab eilen wollte, rief ihn eine vertraute Stimme seinen Namen. Er winkte ab. „Später! Ich bin gerade etwas unpässlich!“
„Aber-! So warte doch! Ich habe eine Nachricht von Nîn für dich!“, versuchte Rínon ihm nachzusetzen.
Sogleich bremste Morwe ab und wirbelte herum. Er schaffte es noch seinen Freund abzufangen, der ihm erstaunlich schnell hinterher gekommen war und beinahe in ihn hineinrannte.
„Du hast sie gesehen? Wo ist sie? Weißt du wohin sie gegangen ist?“
Rínon rückte seine Robe zurecht, die ein wenig Schlagseite hatte. Der Grund dafür war offensichtlich ein eckiger Gegenstand in seiner Gewandstasche, bei dem es sich nur um ein Buch handeln konnte. „Ich- Sie- Sie sagte, wenn ich dich sehe, solle ich dir ausrichten, dass sie ‚weg‘ sei...“, stammelte sein Freund, anscheinend unsicher, welche Frage er zuerst beantworten sollte. „Sie sagte nicht wohin sie wolle, sie hatte es nur sehr eilig, wie mir schien. Sie ist auf der Straße gen Westen weitergelaufen, dann habe ich sie aus den Augen verloren... Was ist denn geschehen?“
Morwe zuckte die Achseln. „Ich wünschte, ich könnte es dir sagen, aber ich weiß es selbst nicht. Sie ging in der Menge verloren und seitdem suchen Vanye und ich nach ihr. Hab Dank für deine Auskunft, Rínon!“, er drückte die Schulter seines Freundes und spurtete den ihm genannten Pfad entlang.
„Wenn du sie wiederfindest, richte ihr meinen größten Dank für ihr Geschenk aus!“, wehte Rínons Stimme ihm nach.
Auf dem Waldweg schlenderten vor allem Pärchen und einige kleinere Gruppen entlang. Sehr schnell merkte Morwe, es war einfacher sich nach einem kleinen rothaarigen Kind zu erkunden, als zu fragen, ob jemand eine Zwergin hier vorbeieilen gesehen hätte. Die ersten Passanten, die er fragte, schauten ihn an gleich wenn er dem Wein zu reichlich zugesagt hätte oder lachten, da sie dachten er scherzte. Es kostete etwas Zeit, doch nach und nach kam Morwe Nîns Fährte nach. Kreuz und quer hastete er durch den Wald. Über breite Straßen, schmale Wege und letztlich über Trampelpfade. Eine ganze Weile folgte er der halb überwachsenen Spur, die ihm ein junges Paar einzuschlagen bedeutet hatte, bis er eine Lichtung erreichte. Zwischen den Birken hatte Laub den Boden in bunte Farben gekleidet. An einer Stelle war es jedoch aufgewühlt worden und eine dünne Bahn verflüchtigte sich zwischen den knorrigen Baumstämmen. Mit bangem Herzen folgte Morwe ihr.
Im Schein der Mittagssonne leuchteten die weißen Birkenrinden wie in Flammen gehüllt. Sie erzeugten ein eigenartiges Licht, wie aus einer jenseitigen Sphäre. Es war still um ihn geworden. Keine Stimmen mehr in der Ferne, keine Musik. Nichts als säuselnder Wind in den Blättern.
Warum war die Zwergin hier entlang gegangen und nicht einfach wieder in ihre Unterkunft zurückgekehrt? Die Pfade, die sie eingeschlagen hatte, waren Morwe zunächst wahllos vorgekommen, aber nach einer Weile führten sie auf geradem Wege zum See zwischen den Talhängen. Da es umständlich war zu ihm zu gelangen und er abgelegen von den öffentlichen Plätzen lag, fanden nur wenige dorthin. Ein ausgezeichneter Ort, wenn man alleine sein wollte. Aber woher wusste Nîn davon?
Morwes Finger tasteten über feuchtes Moos, als er sich zwischen Felshängen hindurch schob. Während er durch den engen Irrgarten aus steil abfallenden Gebirgsausläufen kämpfte, drangen auf einmal Töne über das Rauschen des entfernten Wasserfalls hinweg an seine Ohren. Zuerst hielt er es für Wind, der durch Felsspalten pfiff, doch je näher er dem See kam, umso deutlicher wurden die Klänge eines Liedes. Und es war Nîns Stimme, welche es sang!
Geschwind brachte Morwe das letzte Stück durch vom Sturm sumpfiges Gras und unter alten Linden hindurch hinter sich. Kurz bevor der grüne Untergrund sandigem Kies wich, nutze Morwe einen besonders breiten Stamm, um sich dahinter zu verbergen und einen Blick auf die Mitte des Sees zu erhaschen.
Auf dem Stein, der aus dem Zentrum der sich kräuselnden schimmernden Oberfläche ragte, saß die Zwergin. Auch wenn Morwe nur ihren Rücken sehen konnte, erkannte er sie an den Verbänden um ihren Brustkorb. Ihren Armbewegungen nach zu schließen war sie dabei ihre Haare zu flechten. Etwas ungelenk waren ihre Handgriffe, aber sie schien völlig in diese Tätigkeit versunken. Nur dann und wann stockte ihr Gesang und in den gleichen Momenten erbebte ihre Gestalt kaum merklich.
Sie weint? Nervös biss sich Morwe auf die Unterlippe. Sollte er sie so einfach stören? Er hatte keine Ahnung, wie Zwerge bezüglich Schamgefühlen eingestellt waren. In manchen menschlichen Gesellschaften, das wusste er, gab es strickte Regelungen, was das eine Geschlecht vom anderen sehen durfte und was nicht. Bei den einen spielte Nacktheit keine Rolle, woanders galt es schon als anrüchig mehr als das Gesicht einer Dame anzusehen.
Aber er hatte sie auch gesehen, als Vanye sie verarztet hatte. Und immerhin war sie im Nachthemd, auch wenn nicht freiwillig, durch ganz Bruchtal gelaufen...
Morwe verließ schließlich sein Versteck und trat ans Ufer. „Nîn?“
Falls sie ihn über den Wasserfall hinweg rufen gehört hatte, ließ sie sich jedenfalls nichts dergleichen anmerken. Missmutig versuchte er es noch einmal, dieses Mal lauter. „Nîn!!“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 13 März 2014, 10:46

Nîn brach ihren Gesang abrupt ab und tauchte schwerfällig aus dem zähflüssigen Meer ihrer Gedanken auf. Hatte sie jemand gerufen?
Das Rauschen des Wasserfalls hatte eine beruhigende und nahezu eine meditative Wirkung auf das Gemüt der jungen Zwergin gehabt, allerdings konnte sie in diesem Moment auch nicht sagen, wie viel Zeit vergangen war. Der nasse Rock, den sie als Decke über ihre Beine gelegt hatte, schien mittlerweile wieder beinahe trocken zu sein, was ihre Füße nicht daran hinderte, langsam und gemächlich einzufrieren. Die Sonne hatte viel von ihrer Kraft verloren und der Stein auf dem sie saß, befand sich mittlerweile in einem kalten Halbschatten.
Tief durchatmend wischte sie sich nur notdürftig die Tränen weg, für den Fall, dass der Ruf keine Einbildung gewesen war und wandte sich um.
Sie rollte mit den Augen, wandt sich wieder ab und verdeckte das Gesicht in den Händen. Was machte er denn hier? "Ich hab Rínon doch bescheid gesagt, dass alles in Ordnung ist!"
Mit einem Stich in der Magengrube fielen ihr Calatars und Lomíons Worte wieder ein.
...Vielleicht war doch etwas wahres daran, dass Morwe weniger zu meinem Schutz als eher als Anstandsdame dafür beauftragt wurde, dass ich nichts anstelle...
Nîn legte den Kopf in den Nacken und ließ ihre aufkeimenden Gedanken gleich wieder von der nächsten kalten Briese davon tragen. Auf eine fremde Art und Weise weckten sie das unbekannte Gefühl in ihr, dass so eine Denkweise unfair wäre. Schließlich war Morwe mit all seinen Eigenarten in den letzten zwei Tagen die einzige Konstante gewesen, der sie bislang vertrauen konnte.
Trotz allem änderte das nichts an der Tatsache, dass er gerade in ihre kleine, heimliche Welt eindrang und sie in einer peinlichen Phase der Schwäche erwischte. Zudem brodelte noch eine gehörige Portion Wut in ihr, seid die Verzweiflung einiger Maßen abgeklungen war und sie wollte nichts sagen, was den einzig unschuldigen Elb im Eifer des Gefechtes kränken könnte.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 März 2014, 02:20

"Er sagte lediglich, du seiest 'weg'! Mit Verlaub, ich konnte mir wenig unter dieser Aussage vorstellen und es scheint mir eher, als stünde nicht alles so gut, wie du behauptest...", versuchte Morwe den Wasserfall zu übertönen.
Er hoffte, er hatte Nîns Worte überhaupt richtig verstanden, die recht dumpf und undeutlich zu ihm herüber geweht waren.
"Ich verstehe nicht viel von deinem Volk, also magst du verzeihen, falls ich dich mit meiner Sorge beleidige! Es scheint mir nur, dass es keine schlechte Idee wäre, wenn du den kalten Stein verlassen und zum Ufer zurück kommen würdest! Du bist noch immer verwundet und gewiss ist es nicht zuträglich zu deiner Heilung, solltest du dir eine Krankheit durch Unterkühlung zuziehen!"
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 März 2014, 02:34

Nîn rollte mit den Augen und ließ einen Fuß hinab ins kühle Nass gleiten. Morwe vermochte es womöglich noch fertig zu bringen, die Vermutung zu ihren Problemen quer über den See zu ihr hinüber zu brüllen.
Die Zwergin zog ruckartig ihre Gliedmaßen wieder aus dem Wasser, sobald mehr als ihre eisigen Zehen die Temperatur erfühlten und dankte Mahal dafür, dass es dem Elb in ihrem Rücken aus seiner Position nicht möglich war, ihren Gesichtsausdruck zu erkennen. Es überraschte sie jedoch sehr zu sehen, an welchen Stellen ihres Körpers überall eine Gänsehaut möglich war. 'Verdammt...'
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 März 2014, 02:40

Morwe versuchte auszumachen, was die Zwergin in der Mitte des Sees tat. Er sah ihre Form sich rühren und sogleich wieder erstarren. Seine Augen glitten über die glitzernde Wasseroberfläche und er biss sich auf die Lippe. Womöglich war das Wasser inzwischen viel zu kalt für Nîn...
"Darf ich die Vermutung äußern, dass du dir vorher nicht überlegt hast, wie du von dem Stein wieder herunterkommst?"
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Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren
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