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 Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren

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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 17:21

Beinahe hätte Morwe sich verschluckt, doch es gelang ihm sich hüstelnd ein Lächeln abzuringen. Erwischt... "Verzeiht, ich war in Gedanken, Herr Erestor..."
Elronds Berater schmunzelte darauf nur, sagte aber nichts.
"Ich....", Morwes Gehirn arbeitete eine Ausrede zu finden, die nicht gelogen war, aber dafür auch keinen Anlass bot weiter nachzufragen. "Meine Pflichten im Kreise meiner Familie nehmen mich momentan etwas in Anspruch. Verzeiht, wenn ich ungemütlich wirke, aber ausgelassene Stimmung auszukosten bereitet mir gerade mehr Genuss als zu essen."
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 17:49

„Nun, ausgelassen ist sie in der Tat.“, er lachte kurz auf, während er amüsiert das Schauspiel betrachtete, was die glückliche Zwergin darbot, während eine Hand voll Bedienstete lachend und schwatzend stetig mit neuen Teller herbei eilten. Erestor beugte sich wieder vor und lehnte sich ein Stück hinüber zu Morwe. „Mich dünkt, Ihr ähnelt sehr Eurem Vater, wenn Ihr mir diese Bemerkung im Vertrauen erlaubt. Nicht für jeden Eures Hauses scheint dies unbedingt als Kompliment entgegen zu nehmen.“ Erestor nahm sich sie letzte Orange, eines vorüber eilenden Kellners und begann sie in aller Ruhe zu schälen. „Ich kannte Armírë gut und er hat meinen höchsten Respekt genossen. Mich würde es sehr erfreuen, zu sehen, wie ihr ebenso gut Eure eigenen Interessen zu bewahren wisst, wie Euer Vater es einst vermochte. Die Last eines Oberhauptes wiegt schwer auf den Schultern, doch lasst es dennoch nicht allzu sehr Euer Herz beschweren. Bei all den Erwartungen solltet Ihr nie vergessen, das wir für die Sterne immer nur ihre Kinder bleiben werden, einer genau wie der andere.“
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 22:20

Der Stiel des Weinglases, das Morwe im Begriff war anzuheben, rutschte durch seine Finger und schwankend blieb es auf der Tischplatte stehen. Unversehens ging ein Beben durch seine Lippen, er öffnete und schloss den Mund, ohne einen Ton hervorbringen zu können. Seine Augen begannen zu jucken. Hastig rieb sich Morwe durchs Gesicht, ehe die Tränen ihren Weg nach draußen finden konnten und starrte auf seine Knie hinab.
Obwohl er am Rande davon gewusst hatte, dass sein Vater und Erestor sich gut verstanden hatten, hätte er doch nie solche Worte aus dem Munde des Beraters erwartet. Ihm wäre auch nie in den Sinn gekommen, jemand außerhalb seiner Familie außer vielleicht Herr Elrond selbst könnte davon wissen, wie es um Morwes Einstellung zu den Machenschaften seiner Sippe bestellt war. Wie viel mochte sein Vater Erestor erzählt haben? Worüber hatten sie gesprochen, wenn es dem Berater nicht schwer viel Morwe durchblicken zu können, wo er doch eigentlich darauf achtete sich bedeckt zu halten?
„Ihr rührt und ehrt mich durch Eure Worte gleichermaßen...“, flüsterte Morwe dankbar lächelnd zurück, nachdem er seine Fassung wiedererlangt hatte. „Und es erfreut meine Seele zu wissen, dass Ihr meinen Vater in so achtbarer Erinnerung haltet. Ich soll mir Eure weisen Worte zu Herzen nehmen.“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 23:39

Nîn stöhnte, ließ sich in die Stuhllehne zurück sinken und legte die Hände in den Schoß. Der junge Elb mit den Hammelkeulen war vor einiger Zeit herbei geeilt und hatte ihr noch ein Kissen gebracht, ohne, dass sie danach verlangt hatte. Doch wenn sie sich nun zurück lehnte, fühlte sie sich unglaublich leicht, als ob sie auf Wolken gebettet worden wäre, und das obwohl ihr Bauch beinahe zu bersten schien. Elrond zu ihrer Linken war in ein tiefes Gespräch mit einem seiner Söhne verwickelt, der mit Arwen den Platz getauscht hatte, und Morwes konzentriertem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, schien auch er nicht unbedingt auf ein Gespräch mit der Zwergin aus zu sein, weshalb Nîn sich voll und ganz ihrer Entspannung hin geben konnte.
All die Gemeinheiten und Unterstellungen seit ihrer Ankunft, schienen doch gleich von sehr viel geringerer Bedeutung zu sein, wenn der verzehrende Hunger erst einmal gestillt war. Ihr Magen war voll und warm und versprühte eine wohlige Ruhe, die ihre Augenlider schwer und müde machte. Die Zwergin unterdrückte einen kleinen Gähner. Sie ließ ihren Blick über die Tafel streifen, um sich ein paar der Namen in Erinnerung zu rufen, die ihr Elrond vor einiger Zeit genannt hatte, und um gleichzeitig sich selbst vor dem Einschlafen zu bewahren, als eine charmante Stimme, sie aus ihrer Tiefenentspannung in die Welt der Lebenden zurück rief.
„Entschuldigt bitte vielmals, Milady, doch ich fürchte, Ihr habt dies hier verloren.“ Nîn richtete sich auf und drehte sich in die Richtung, aus der die Stimme kam. Sie gehörte zu einem dunkelblondem Elb mit eleganten Gesichtszügen, der sich so tief vor ihr verbeugt hatte, bis er nahezu auf einer Augenhöhe mit ihr war, während er ihr ein in Tücher gewickeltes Paket entgegen hielt. Seine Kleidung wirkte im Gegensatz zu den Gästen dieses Abends weniger festlich als offiziell, auch wenn Nîn die Uniformen der Elben noch nicht zuordnen konnte, geschweige denn wusste, welche Ämter in dieser Gesellschaft besetzt wurden. Trotz allem wirkte der Mantel und die darunter getragene Kleidung recht edel, da sie trotz ihrer Schlichtheit durch einige wohl gewählte Akzente hervor gehoben wurde. Der Elb lächelte ungewohnt freundlich, sodass selbst die Zwergin von diesem Lächeln angesteckt wurde. Jedoch verflog es rasch, als beim Anblick des Päckchens in seiner Hand beinahe ihr Herz stehen blieb. Vorsichtig griff sie danach, während sie einen Dank nuschelte und inständig hoffte, dass der Inhalt nicht beschädigt worden war.
Das Lächeln des Elben wurde nur noch breiter, als sich die Zwergin bei ihm bedankte. Beim erneuten Aufblicken in Richtung des netten Elbs bemerkte Nîn, dass Morwe sich zu ihnen umgewandt hatte, doch dem Elb mit dem sympathischen Lächeln vor ihr, schien das entweder nicht bemerkt zu haben, oder aber, ihn schien das nicht zu interessieren, da ihm Nîns Aufmerksamkeit in diesem Augenblick wichtiger war. Ein kleines, glückliches Herz über einem wohlig warmen Magen wollte für diesen Moment nicht weiter darüber nachdenken, sondern einfach die zweite Option wahr sein lassen. Ihr Selbstbewusstsein machte einen kleinen Hüpfer, als er sogar Morwes leises Räuspern überging und sie stattdessen nur weiterhin anlächelte. „Vielleicht sollte Eure Begleitung mit ein Auge darauf haben, dass es nicht erneut einen Weg aus Eurer Tasche findet. Nicht auszudenken, wie schlimm es wäre, wenn eine Dame wie Sie einen solch besonderen anmutenden Gegenstand verlieren würde. Es würde mir in der Seele weh tun, glaubt mir!“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 10:23

Ein dünnes Lächeln umspielte Morwes Lippen. Diverse scharfe Kommentare lagen ihm auf der Zunge, doch sie erschienen ihm ein wenig zu bissig, um in dieser Räumlichkeit und Situation angemessen zu sein. Er schlug die Beine übereinander und trommelte mit den Fingern auf seiner Armlehne.
"Vermisst du meine Gegenwart so sehr, dass du schon vor der Mittagszeit hier herumscharwenzeln musst, Seron?", erkundigte er sich wie beiläufig in der Sprache ihres Volkes. "Wenn du unten nichts zu tun findest, mir kam zu Ohren, sie seien am südlichen Wachturm heute unterbesetzt. Gewiss würde es dir gut tun und dein Gemüt etwas abkühlen für ein paar Stunden die Waldpfade zu überwachen, wo dich keine Rockschösse von deinen Pflichten ablenken können."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 11:02

Morwes Worte versetzten Nîn einen kleinen Stich. Dies war schließlich ein Fest, warum sollte es irgendjemanden verwehrt sein zu gehen wohin er wollte. ...Abgesehen natürlich von ihr.
Der Elb richtete sich wieder auf und nahm Haltung vor der Zwergin an, auch wenn Nîn nicht umhin konnte, zu bemerken, dass sein Lächeln nicht mehr ganz so aufrichtig war wie zuvor. „Entschuldigt bitte noch einmal, junge Dame, doch mir scheint, ich habe am anderen Ende der Halle jemanden um Hilfe rufen gehört. Ich werde Euch also nun wieder allein in der Obhut Eures Begleiters lassen müssen, da ich zu meinem größten Bedauern zu einer geringen Sorte von Personen gehöre, die arbeiten müssen.“ Ein tiefer Ausdruck von Bedauern trat in sein Gesicht, bevor er sich noch einmal zu Nîn hinab beugte, um sich mit einem Handkuss zu verabschieden. Nîn presste ihre Kiefer so fest aufeinander, dass sie ineinander verwachsen zu sein schienen, doch es half dabei, Contenance zu bewahren. Sie warf den Elb einen total entrüsteten und enttäuschten Blick zu. „Doch meine Liebe, das Leben ist ungerecht! Aber ich nehme die Pflichten meiner Arbeit nur allzu gerne war, im Gegensatz zu manch anderen.“ Er ließ sie los und verschränkte wieder die Arme hinter dem Rücken. „Es gehen Gerüchte um, dass das im Moment nicht alle so sehen und sich stattdessen lieber an schicken Banketten bedienen lassen. Aber um den Ruf unserer Wache zu bewahren, werde ich natürlich keine Namen nennen.“ Er wandte sich zum gehen um, jedoch nicht ohne Nîns Begleitung vorher noch einmal kurz lächelnd zuzunicken. „Morwe.“
Nîn beugte sich instinktiv um die Stuhllehne herum, um dem charmanten Elb hinterher zu sehen, doch zu ihrem großen Bedauern verschwand er wirklich zwischen den umher eilenden Bediensteten. Gerade wollte sie sich mit einem fragenden Blick an Morwe wenden, als einer der Bediensteten wieder aus heiterem Himmel hinter ihr stand, diesmal, um ihr den Mantel abzunehmen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 16:43

Zähneknirschend stierte Morwe Seron hinterher, der so schnell in der Menge verschwunden war, das es fast an Zauberei grenzte. Natürlich, darin war er gut... Ungefragt irgendwo aufzutauchen, seinen Charme zu verbreiten, hier und da jemanden zu necken und dann rasch wieder unterzutauchen, bevor ihn die Konsequenzen seiner Spielereien treffen konnten. Ich krieg dich noch, na warte..., grinste Morwe grimmig in sich hinein.
Nachdem die erste Welle halbherzigen Ärgers abgeklungen war, zeigte sich jedoch der wahre Grund seiner Zerknirschung: Neid.
Morwe rieb sich die Stirn und erlaubte sich einen sehnsüchtigen Blick aus dem Fenster. Draußen streichelte eine sanfte Brise die welkenden Blätter. Seron darf gehen...du musst bleiben. Morwe hätte für den Rest des Tages darauf verzichtet auch nur einen Tropfen Wein anzurühren, wenn er dafür mit Seron hätte tauschen dürfen.
Um sich von den trüben Gedanken abzulenken, lenkte er seine Aufmerksamkeit wieder auf Nîn zurück. Ein Diener hinter ihn war im Begriff ihr den Umhang abzunehmen, als etwas Morwes Augen auf sich zog. Neben der linken Schulter der Zwergin hatte sich ein rötlich bläulicher, aber uneinheitlich kolorierter Fleck ausgebreitet. Druckstellen? Nach ihrer Färbung zu schließen konnten sie nicht allzu lange her sein. Morwe starrte auf seine Finger. Aber er hatte Nîn nicht im Nackenbereich gepackt, als er sie die Treppe hochgeschupst hatte, um von seinem Großvater fortzukommen. Dann fiel ihm die Begegnung der Zwergin mit seinem Bruder wieder ein.
Vorsichtig räusperte sich Morwe. "Nîn?"
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 18:28

Nîn löste sich aus ihrer Sehnsucht nach angenehmer Gesellschaft und wandte sich wieder Morwe zu, während sie sich so hinsetzte, dass der Elb hinter ihr, den Mantel besser ausziehen konnte. „Ja?“ Völlig verdattert schaute sie in Morwes Augen und spürte, wie die Welt für zwei winzige Herzschläge lang stehen blieb. Zwei Herzschläge in denen Morwes Gesichtsausdruck den gesamten Abend noch einmal in Rekordzeit vor ihren Augen vorbeiziehen ließ. „Wer war das?“, sie vor Morwe über den Mund, bevor auch nur das erste Wort seine Lippen verlassen hatte. Hastig drehte sie sich wieder in Richtung ihres Tellers und wandte sich gleichzeitig wieder mit etwas herrischen Bewegungen in ihren Mantel zurück, warf dem Elben hinter ihr einen mürrischen Blick zu und murmelte gleich darauf eine peinlich berührte Entschuldigung, die etwas mit ihrem verletzten Handgelenk zu tun hatte. Der hilfsbereite Elb verbeugte sich höflich und ließ Nîn erneut mit Morwe alleine. Tausende Gedanken schossen der Zwergin durch den Kopf. Unzählige Ausreden und Ausflüchte, die sie vor der Schmach bewahren würden, dass Morwe davon erfuhr, dass sie sich ein zweites Mal von seinem Bruder hatte demütigen lassen. Sie ließ alle Vorsicht fahren und konzentrierte sich nur darauf, das Thema möglichst fern von ihrer Schulter zu halten.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 18:53

Unauffällig rückte Morwe etwas näher an Nîn heran, damit niemand anderes ihr Gespräch überhörte. "Was hältst du davon: Du beantwortest meine Frage ehrlich und ich die deine? ...Oder ich frage und du sagst nur ja oder nein?" Ein leichtes Kribbeln um seine Zunge herum kündigte an, dass der Wein bereits erste Wirkung zeigte. Ich sollte mich wohl etwas zügeln... Er stellte das Weinglas beiseite und nahm sich stattdessen ein paar der aufgespießten Käsestücke mit den Früchten, um seinen widerspenstigen Magen zu füllen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 20:16

„Schön, wenn du es mir nicht verraten möchtest, dann musst du das auch nicht. Ich bin sicher, dass ich es irgendwann selber herausfinden werde.“ Nîn griff an Morwe vorbei nach einem der Käsestückchen von seinem Teller. „Zur Not frag' ich einfach Elothlond, er scheint hier ja viele zu kennen und ihn hast du immerhin nicht weg gescheucht.“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 20:40

Morwe wollte gerade etwas darauf entgegnen, als ihm etwas auffiel. Stirnrunzelnd musterte er Nîn von der Seite. "Du hast doch nicht etwa Gefallen an ihm gefunden?", fragte er beiläufig in der Sprache seines Volks.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mo 17 Feb 2014, 20:54

„Was??!!“ Die Zwergin starrte den schmunzelnden Elb neben ihr entrüstet an. „Nein!“ Sie kaute beleidigt auf dem kleinen Holzspieß umher, der von ihrem letzten Happen von Morwes Teller zurück geblieben war und ließ sich wieder zurück in die Kissen fallen. „So weit kommt's noch... Er war halt einfach nur nett... Könntest du auch mal sein.“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Di 18 Feb 2014, 12:16

Morwe hob nur die Brauen. Interessant... Wenigstens konnte er sich nicht entsinnen in Sindarin etwas mit jemandem besprochen zu haben, das definitiv nicht für Nîns Ohren bestimmt war. Ob das aber auch für andere hier galt? Jedenfalls nahm er sich vor sich in Zukunft vorzusehen, was die Zwergin anging. Wer hätte ahnen können, dass sie die Sprache seines Volkes beherrschte?
"Wenn dir meine Gegenwart so wenig zusagt, lässt sich gewiss jemand anderes finden, der mehr nach deinen Wünschen ist.", entgegnete Morwe schließlich etwas schnippischer als beabsichtigt.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Di 18 Feb 2014, 12:53

Nîn rollte mit den Augen und fing vorsichtig an, ihr Geschenk zu betasten, doch so weit sie es ertasten konnte, schienen die sensiblen Seiten keinen Schaden davon getragen zu haben. „Du weißt genau, dass das nicht so gemei-“ Sie hielt mitten in der Bewegung inne. Ihre Augen starrten ins Leere, während sie langsam begann, nervös auf ihrer Unterlippe herum zu kauen. Mit steigender Erkenntnis wanderte ihr Blick vorsichtig zu Morwe hinüber und wieder zurück in die Leere vor ihr. Sie seufzte. Ach verdammt...!
Die Zwergin schrumpfte innerlich ein Stück weit in sich zusammen und senkte ihre Stimme so weit, dass nur Morwe sie noch verstehen konnte. „Du bist ja doch nicht so unaufmerksam, wie ich dachte... Könntest du...?“, sie lugte zaghaft zu dem Elben neben sich hinüber. „Könntest du das vielleicht nicht gleich jedem hier auf die Nase binden? Außer dir scheint hier keiner einer Zwergin, die ausschließlich unter Elben und Menschen aufwachsen musste, zuzutrauen, dass sie eventuell der Landessprache mächtig ist. Es ist bei weitem nicht schön zu hören, was die meisten hier so über mich erzählen, aber es ist nun mal auch gleichzeitig die einzige Form von Ehrlichkeit, die mir wahrscheinlich an Orten wie diesem hier entgegen gebracht wird.“ Sie warf einen kurzen Blick zu Eludin hinüber, der zur Abwechslung mal selbst in ein Gespräch vertieft war, anstatt sie mit Blicken zu quälen. „Das muss ich ja deinem Bruder lassen.“ Nîn verzog anerkennend das Gesicht. „Er war bisher der Einzige, der mir offen ins Gesicht gesagt hat, dass ich Abschaum bin, der dieses perfekte Land hier mit infektiösem Übel beschmutzt.“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Di 18 Feb 2014, 23:27

„Ja, das kann er gut oder?“, Morwe lachte bitter. „Unaufrichtigkeit liegt nicht gerade in seiner Natur... Aber mach dir keine Sorgen, dein Geheimnis ist bei mir sicher aufgehoben. Was die Gespräche, die du hier und da gehört hast, angeht...-“, doch er kam nicht weiter, denn Elrond erhob sich von seinem Platz. Gleich einer Welle breitete sich Stille über den Raum aus. Morwe beschloss das Thema später noch einmal anzuschneiden und lehnte sich wieder zurück.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Di 18 Feb 2014, 23:51

„Bevor die ersten unter uns platzen mögen auf Grund der wundervollen Leistung unserer Küche, lasst uns den Weg zu den Hallen der Geschichten finden. Die Früchte des Herbstes sind dieses Jahr so zahlreich, dass von der Nachspeise sicher noch genügend für alle übrig sein wird, nachdem wir uns mit Gelächter und Liedern erfrischt haben.“ Nîn war unruhig auf ihrem Stuhl umher gerutscht. Aufstehen war eine Kunst, die ihr Magen im Moment nur mit Vorsicht genießen wollte, doch anders als zu Beginn des Festes, schien sich keiner zu erheben, während Elrond seine Ansprache hielt. „Viele unserer Freunde sind vor nur wenigen Tagen zu uns zurück gekehrt, darunter auch meine Söhne Elladan und Elrohir.“ Ein leises Raunen ging durch die Menge. „Ich bin sicher, sie werden sich freuen, uns Geschichten und Lieder von den Grenzen dieses Landes anzuvertrauen, doch bitte ich Euch natürlich auch wie üblich, es mit den Trinkspielen nicht allzu sehr zu übertreiben.“ Er zwinkerte in die Menge und Nîn hob bei dieser verschmitzten Geste überrascht die Brauen. „Der Tag ist schließlich noch lang und Abend wird sicherlich noch länger, sobald die Fässer hergeholt werden.“ Gelächter und ausgelassene Sprüche erhoben sich in der Halle, während Elrond noch ein letztes Mal dazu aufforderte, sich zu erheben und als erster den Tisch verließ. Die Zwergin stöhnte und rutschte noch tiefer in die Kissen hinab. Ihr Magen hatte ihren Körper so entspannt, dass er jetzt protestierte wie ein kleines Kind, dem die Bettdecke weggezogen wurde.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 19 Feb 2014, 00:10

Morwe erhob sich, doch er konnte nicht erkennen Nîn würde Anstallten machen, es ihm gleich zu tun. Eher sank sie noch tiefer in ihre Kissen hinab.
Es war nicht so, dass er sich darum riss, in die Halle der Geschichten zu gehen und sich für den Rest des Nachmittags mit Liedern und Gedichten beschallen zu lassen. Genaugenommen fiel es ihm nicht schwer eine gedankliche Liste der Dinge aufzustellen, die er jetzt lieber tun würde, und diese Liste war nicht unbedingt kurz... Nîn dabei zuzusehen, wie sie sich in ihre Kissen schmiegte, half seiner Motivation nicht unbedingt...
"Falls mir diese Geste signalisieren soll, ich solle dich in die Hallen tragen, muss ich dich leider enttäuschen...", schmunzelte Morwe. "Aber ich könnte dich rollen, falls dir das hilft..."
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 19 Feb 2014, 00:24

Nîn machte ein genervtes Geräusch, während sie ungeachtet Morwes Bemerkung Stück für Stück - und recht widerwillig - mit ihren Füßen dem Erdboden näher kam. Eine plötzliche Stimme hinter ihrem Stuhl, ließ sie ihr Vorhaben jedoch erschreckend geschwind vollenden. „Wahrlich, Morwe, du verstehst dich wirklich darauf, unser Volk ehrenvoll vor unserem Gast zu vertreten.“ Elothlonds Stimme schnitt wie ein Messer durch Nîns Entspannung. Selbst Elrond hatte so seine Andeutungen gemacht, dass sie sich in seiner Gegenwart eher umsichtig verhalten sollte, was die Zwergin in all ihrer Verunsicherung nicht unbedingt beruhigte.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 19 Feb 2014, 01:05

"Was würdest du dir denn wünschen, was ich täte?", schoss Morwe in der Zunge ihres Volkes zurück. "Soll ich unseren Gast auf einer Sänfte tragen? Gewiss würde es jenen, mit denen du für gewöhnlich verkehrst, wirklich außerordentlich gefallen. Ich beschäme unser Volk einzig zum Wohl deiner Stimmen - ist das der Dank dafür?"
Elothlonds Gesicht veränderte sich nicht und sein Lächeln wie sein Tonfall blieben unergründlich. Er antwortete in gleicher Sprache. "Mach dich nicht lächerlich, Junge! Es war lediglich meine Absicht unseren Gast zu ein wenig Konversation zu überreden und du tätest zur Abwechslung gut daran mitzuspielen. Bei Eru, muss ich wirklich alles alleine machen? Du hättest deinen Kopf etwas weniger in deinen Weinkrug stecken sollen und stattdessen deine Aufmerksamkeit für wichtigere Dinge hergeben können! Darüber reden wir noch."
Morwe schluckte und kam zu dem Schluss er hätte seinen Großvater nicht herausfordern sollen. Wenigstens hatte er davon abgesehen verlauten zu lassen, dass sie verwandt waren..
Hinter Elothlond räusperte sich Elûdin kaum merklich. "Mein Herr, Ihr tut meinem Bruder Unrecht. Es-"
"Halt dich da raus.", zischte ihr Großvater zurück, seine Maske aus Freundlichkeit noch immer ungebrochen. Er wandte sich wieder an Nîn. "Falls Ihr noch immer Interesse daran habt unser Gespräch von vorhin fortzusetzen, wäre mir dies eine unermessliche Freude. Doch ich will mich Euch nicht aufdrängen. Die Geschichten und Lieder werden Euch gewiss in ihren Bann schlagen und der Tag ist noch lang. Ich hoffe, wir laufen uns noch das eine oder andere Mal in den Hallen über den Weg, zögert nicht mich anzusprechen, wenn Euch nach Konversation zumute ist.", er verbeugte sich mit einem Zwinkern vor der Zwergin und machte sich daran den Saal zu verlassen.
Als Elûdin an Morwe vorbeiging flüsterte er: "Tut mir Leid."
Mit hochgezogenen Brauen schaute Morwe den beiden hinterher. Er seufzte leichthin, obwohl sich ein Gewicht auf seiner Brust breit gemacht hatte. Aber das musste er Nîn ja nicht wissen lassen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 19 Feb 2014, 01:22

Die Zwergin stand unbeweglich da und spürte ihre Beine nicht mehr. Sie hatte versucht Hilflosigkeit in ihrer Miene widerspiegeln zu lassen, während sich die Herren in Sindarin unterhalten hatten und das war ihr nicht einmal schwer gefallen, jedoch aus ganz anderen Gründen. Elûdin folgte Elothlond und beugte sich noch einmal zu Morwe um ihn etwas unverständliches zuzuflüstern. Er antwortete nicht. Jetzt, wo sie die beiden zum ersten Mal nebeneinander stehen sah, fielen Nîn einige wichtige Unterschiede auf. Wie zum Beispiel, dass Elûdin ein Stück kleiner zu sein schien, dafür aber glattere Haare besaß, die nur hinter den Ohren leicht gewellt waren. Oder zum Beispiel, dass die Konturen seiner Nase etwas schmaler und schärfer waren, dafür aber auch länger. Morwe antwortete nicht darauf.
Die Zwergin stand schweigsam neben ihm und sah den Beiden hinterher. Stumme und zugleich schmerzhafte Dankbarkeit machte sich in ihr breit. Sie hatte genug gehört, um sich einen Reim darauf machen zu können und war sich sicher, dass Morwe nicht nur ihr Vertrauen geachtet hatte, sondern genau diese Erkenntnis auch erreichen wollte.
Nîn wartete noch, bis sie ganz sicher außer Hörweite waren, dann drehte sie sich um und ging. Sie wusste nicht, wohin sie ihre Füße tragen würden, immerhin kannte sie nicht einmal den Weg nach draußen. Aber das war ihr auch egal. Hauptsache möglichst weit weg. Zu ihrem Bedauern kam sie nicht allzu weit. Noch ehe Morwe seinen Satz zu Ende gesprochen hatte, der ihr hinterher eilte, entgegnete ihr von vorne ein anderer Ton, der mehr an ein Flötenspiel erinnerte. Nîn hielt den Kopf gesenkt und mit beiden Armen das Buch vor der Brust umklammert. 'Vielleicht sieht sie mich in dieser leeren Halle gar nicht...Ich bin gar nicht da.... Vielleicht sieht sie mich in dieser leeren Halle gar nicht...'
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 18:05

Verdattert musste Morwe mitansehen, wie Nîn sich abrupt umdrehte und einfach in die entgegengesetzte Richtung verschwand. Was hat sie denn nun schon wieder vor? War es etwa ein zu großer Schock gewesen die eigentlichen Absichten seines Großvaters zu hören?
„Wohin gehst du? Nîn!“, doch die Zwergin reagierte nicht.
Morwe kam sich albern vor ihr hinterher zueilen, als ob er ihr Kindermädchen wäre und sie wieder einfangen müsste. Auf einmal drang durch die halbleere Halle eine Stimme zu ihm heran. Die Art wie Nîn plötzlich erstarrte, ließ keinen Zweifel daran, dass sie eigentlich nicht vorgehabt hatte Vanye in die Arme zu laufen. Bevor die zierliche Elbin aber die Traube aus Leuten durchqueren konnte, die auf dem Weg nach draußen waren, tauchte eine hünenhafte Gestalt aus der verbliebenen Menge auf und blieb direkt vor der Zwergin stehen.
Instinktiv huschte Morwe so an den anderen Gästen vorbei, dass Vanye ihn übersah. Sie warf einen Blick zum inzwischen leeren Ende der Tafel und wandte sich wieder um gen Flügelportal, wo er sie aus den Augen verlor. Mit deutlich schlechterem Gewissen stieß Morwe zu Nîn und Harmar.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 18:43


Nîn mit geschlossenen Augen Schutz vor einer großen, massiven Säule gesucht. Die Zwergin hörte, wie Vanyes tänzelnde Schritte, unbemerkt an ihr vorbei flogen und sie somit verfehlten. Es dauerte einige Herzschläge, bis sie sich wieder traute, zu atmen und die Augen auf zu machen, doch als sie das tat, zuckte sie innerlich zusammen. Die Säule, hinter der sie sich versteckt hatte, … trug eine Rüstung … ! Sie trug sogar Kleidung! Genauer gesagt, trug sie fast die gleiche Kleidung, wie der charmante Elb, der ihr das Paket gereicht hatte, nur war sie hier und dort etwas weniger gepflegt und wohl um hütet. Stattdessen lugte unter der Uniform Hinweise darauf hervor, das die monströse Gestalt vor ihr, wohl zu einem nicht geringen Prozentsatz aus Metall zu bestehen schien. Peinlich berührt hob die Zwergin langsam den Kopf, doch das Gesicht war nicht das des blonden Elben. Wären die spitzen Ohren nicht gewesen, hätte sie den Mann vor sich sogar wohl kaum als Elb identifizieren können. Die Natur der Elben war trotz ihrer Stärker eher schmächtig, schlank und teilweise etwas mager, doch der Mann vor ihr, schien sich nicht nur durch seine etwas kürzeren Haare von seines Gleichen zu unterscheiden. Dieser Mann war ein Tier. Nîns Geist wollte kein anderes Wort für diesen Körperbau einfallen. Seine Muskeln und Narben ließen ihn gefährlich und bedrohlich wirken, doch am meisten wurden diese Wesenszüge untermalt, von seinem schiefen Lächeln, das möglicherweise sogar nett gemeint war, doch in Nîns aktuellem Adrenalinschub erschien es ihr mehr wie der Blick eines gierigen Wolfes, der ein verletztes Reh erspäht hatte. Sei schluckte.
Eine gefühlte Ewigkeit stand sie hilflos vor ihm, den Kopf in den Nacken gelegt und das Buch fest umklammert, aus Angst ein Wort von ihr könnte ihr Todesurteil unterschreiben. Doch dem Schweigen nach zu urteilen, mit dem er ebenfalls ihr gegenüber stand, schien der Elb kein Mann großer Worte zu sein. Er hatte mit Sicherheit andere Qualitäten, wie zum Beispiel die Führung des Schwertes, das unter seinem Umhang hervor spähte und dem Griff nach zu urteilen, Nîn in ihrer Länge durchaus übertreffen konnte.
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 19:27

Morwe konnte nicht anders als zu grinsen, als er Nîns erstarrte Miene sah, mit der sie Harmar fixierte. Die Zwergin musste den Kopf weit in den Nacken legen, um zu ihm emporschauen zu können, denn der gewaltige Krieger war so groß, dass er selbst Morwe um einige Stirnlängen überragte.
„Harmar, mein Freund, was führt dich hierher?“, Morwe legte Nîn vorsichtshalber eine Hand auf die Schulter, falls sie der Versuchung erliegen sollte plötzlich die Flucht zu ergreifen. Er machte sich erst gar nicht die Mühe die beiden einander vorzustellen, denn immerhin war Harmar im Dienst hier und als Wächter war es nicht an ihm sich mit Gästen privat vertraut zu machen.
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 20:03

Morwes Stimme und seine plötzliche Hand auf ihrer Schulter lösten Nîns Starre wie einen Zauberbann. Auch die hünenhafte Gestalt vor ihr bewegte sich. Sie nahm Haltung an, oder zumindest Tat sie ihr Bestes, um so zu wirken. Es schien ihr weniger an Respekt zu mangeln, als einfach an der Lust und Laune diesen durch gekünstelte Körperhaltung zu demonstrieren. Das und quälende Langeweile vermischten sich zu einem recht merkwürdigen Anblick, der jedoch wohl kaum durch irgendjemanden kommentiert werden würde. Nicht einmal von den Mutigsten unter den Anwesenden. „Mein Hauptmann, ich möchte Meldung machen.“ Die Stimme des Elben, den Morwe mit Harmar angesprochen hatte, klang rauh und zu Tode gelangweilt. Sein Vortrag klang so monoton, wie ein vorgetragenes Regelbuch. Nîn kannte diesen Elb nicht, doch reichten wenige Worte von ihm aus, um sie wissen zu lassen, dass sein Herz in diesem Moment an einem ganz anderen Ort verweilte. Möglicherweise einem mit mehr Gegnern. „Die unteren Hallen sind alle friedlich und ruhig, um nicht zu sagen geradezu kotzlangweilig. Es gab ein kleines handgreifliches Gelage, bei dem ich mich heraus halten sollte. Alaíre hat Seron damit beauftragt, das in Griff zu kriegen, doch wie es scheint, hat er der Eskalation nicht mit vollem Herzen entgegen wirken können. In etwa zur gleichen Zeit, als zwei Weinfässer auf eine Art und Weise, die nur beschwerlich zu erklären wäre, das östliche Fenster verließen, wurde beschlossen, dass es von Anfang an beschlossen war, Erufail die Gunst dieser Stunde zu gewähren und ihn mit dieser löblichen Aufgabe allein zu lassen. Kurz danach stand ich meine Dienstzeit am südlichen Eingangsportal ab, wo sich ein Häufchen Elend zugang verschaffen wollte. Die Kleidung und der Körper waren ziemlich verdreckt und stank nach Wein. Ganz offensichtlich ein Landstreicher, der bereits zu viel des Guten hatte. Ich habe ihn höflich vom Gelände begleitet und irgendwann hat er sogar geschwiegen, nachdem ich seine Proteste damit eingedämmt hatte, dass der echte Nárello keineswegs herumlaufen würde, als hätte er gerade im Schlamm gebadet. Es gab noch einen kleinen Vorfall mit einer fauchenden Furie, die leider bis zu dieser Stunde keine ihrer Drohungen in die Tat umgesetzt hat, aber wie schon gesagt, ansonsten alles ruhig und friedlich. Selbst Venyannen wurde ruhig und friedlich zu den ersten Opfern der neuen Trinkspiele durchgelassen. Kein Grund also, dass überhaupt eine Wache anwesend sein muss. Meldung beendet, bin ich erlöst?“
Nîn hatte nur wenige Talente. Eines davon war ihr angeborenes Verständnis für Sprachen. Doch trotz aller Mühe, bezweifelte sie gen Ende dieser Rede stark, dass es in den letzten Minuten so etwas wie ein Satzanfang oder -ende gegeben hatte. Sie fing sogar an, an der Tatsache zu zweifeln, dass der Elb zwischendurch mal luftgeholt haben mochte.
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 20 Feb 2014, 20:36

Nach all der Zeit, die Morwe mit Harmar in der Wache verbracht hatte, hatte er seine Ohren an die Art wie sein Mitstreiter Meldung zu machen pflegte genug gewöhnt, um die Details seines Berichts aufnehmen zu können. Dafür, dass Harmar es hasste Feiern bewachen zu müssen, hatte er sich gut gehalten heute. Umso mehr tat es Morwe Leid ihm eine schlechte Botschaft zukommen zu lassen.
„Zu gern ich deine Geduld damit belohnen würde dich für heute freizustellen, muss ich dir aber leider gestehen, dass ich nicht im Dienst bin...“, er lächelte schuldbewusst. „Herr Elrond betraute mich damit unseren Ehrengast heute zu begleiten. Du mögest mir also verzeihen, dir keine Amnestie bewilligen zu können. Ich nehme an Alaíre wird dafür zuständig sein. ...Das hoffe ich jedenfalls.“
Er schob die Gedanken an Nárello und was sich zwischen ihm und Harmar ereignet haben mochte beiseite. Sein Mitstreiter schien das Geschehene nicht weiter beachtet und es als unwichtigen Zwischenfall abgetan zu haben. Gut so.
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