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 Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren

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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 13:48

Im allgemeinen Gedränge fiel es zum Glück nicht auf, dass Morwe bei jeder Stufe, die er nahm, zornig gegen die Zwischenräume der Steigung trat. Es half seinem unterdrückten Ärger leider nur wenig ab. Ihm entging die gewisse Ironie der ganzen Situation nicht. Gestern Nacht hatte er noch herbeigefleht, die Zwergin möge sich auch nur annähernd auf dem Fest benehmen. Doch nun, wo sie es tat, hätte er Nîn am liebsten angeschrien, sie solle ihren Mund halten. Alternativ dazu bestand immer noch die Option seinen Großvater anzuherrschen, er solle aufhören ihren Gast auszuhorchen und verschwinden, was jedoch keine wirkliche Handlungsmöglichkeit darstellte...
Morwe unterdrückte den Impuls die Augen zu verdrehen, als Elothlond nach seinen Ausführungen über die Tradition des Geschichtenerzählens und Darbringung von Liedern in den Hallen auf Nîns Bekanntschaft zurückkam.
"Heißt diejenigen, welche sich nachher nicht um den großen Saal einfinden, dumpf und gefühllos. Aber das ist der, den Ihr sucht, gewiss nicht.", er lachte. "Im Übrigen freue ich mich zu wissen, dass Ihr bereits gute Bekanntschaften gemacht habt. Vielleicht kann ich Euch bei Eurer Suche ja behilflich sein, es wäre mir eine Freude Euch zu Diensten sein zu dürfen!"
Nur noch ein Stockwerk... Morwe ertappte sich bei dem Gedanken, wie schön es an einem solchen Tag sein mochte im versteckten See zwischen den Klippen zu schwimmen. Keine Stimmen, die der Wind vorbeiwehte, keine unverhofften Begegnungen. Nur das kristallklare Wasser, in dem sich der blaue Himmel spiegelte, später eine wärmende Mittagssonne und gegen Abend eine laue Brise. Wenn nicht die Zwergin wäre, hätte er sich vielleicht sogar wirklich davonstehlen können. Er hätte von einem Ausritt nicht zurückkehren und stattdessen seine Zeit angenehmer verbringen können.
Morwe wusste, dass dies nur Hirngespinste waren und er dem Fest unter keinen Umständen hätte fernbleiben dürfen. Nicht als Oberhaupt. Dennoch beschlich ihn für einen Augenblick ein sehr vertrautes Gefühl, während er seinem Großvater und Nîn in einem Strom aus Leuten die Treppe hinauf folgte. Sein Blick huschte über das Geländer auf all die prächtig gewandeten Gestalten, die lachten und schwatzten. Nur er, Morwe, schien hier fehl am Platze zu sein. Er kam sich vor wie ein Fremder, wie ein Eindringling in einer Verkleidung. Dieses Leben, das ihm durch seine Herkunft vorgeschrieben war, war in Wahrheit nicht das Seine, war es nie wirklich gewesen.

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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 14:44

Elothlond lächelte freundlich, während er Nîn seine Hilfe anbot, doch irgendein Nerv, der sich knapp unter Nîns Nackenhaaren befand, flüsterte ihr kleine mahnende Worte ins Ohr.
Irgendetwas stimmte hier nicht. Der Elb war freundlich, keine Frage. Und sein Lächeln verriet keinen Abscheu oder Hass, wie bei ihren anderen Begegnungen, doch Nîn hatte den alten Elb aufmerksam beobachtet während seines Monologs. Irgendetwas an ihm kam der jungen Zwergin unnatürlich vor. Gesichter zu lesen, hatte sich bei Menschen als eine schnell zu erlernende Kunst heraus gestellt. Schon nach zehn Jahren intensiven Erforschens, war es ihr leicht gefallen, die feinen Nuancen der unterbewussten Gesichtszüge zu erspähen und dadurch auf ihre wahren Gedanken zu schließen, doch Elothlond war ein Fels.
Sein Lächeln wirkte flüchtig betrachtet freundlich und aufrichtig, doch fehlte jede Form der Regung. Ob er von erfreulichen Dingen sprach oder abfällige Bemerkungen über Personen fiel ließ, die sich an anderen Sachen als Geschichten erfreuten, die Art seines Lächeln blieb unverändert.
Unabhängig davon, sorgte allein die Tatsache, das er so über solche Personen sprach, schnürte Nîn langsam aber sicher den Hals zu. Sie war selbst ziemlich vernarrt in Geschichten und Bücher, doch Menschen, die ihre Mitmenschen abwerten nur auf Grund der angeblichen Wertigkeit ihrer Vorlieben, waren meist nicht die Sorte Mensch, denen man allzu viel über sich erzählen sollte, geschweige denn über Freunde.
Nîn lachte und winkte überschwänglich ab, um ihre Unsicherheit zu überdecken. „Ach nein, ihr habt mir bereits genug geholfen, ich will euch mit solchen Lappalien nicht auch noch behelligen. Ich find ihn schon noch. So viele Personen wird es hier schon nicht geben, die größer sind als ich, in Gewänder gekleidet sind und spitze Ohren haben.“ Sie warf ihm noch ein scherzhaftes Lächeln zu und ließ ihre Augen dann durch die Menge wandern. Während er sprach, tat sie so, als hätte sich ihre kurzfristige Neugierde an einer an ihr vorbei gehenden Person verfangen, um heimlich Morwes Blick zu suchen.
Es war sicher reine Einbildung. Sie hatte einen anstrengenden Tag gehabt und wurde paranoid. Auch, dass Morwe mit etwas Abstand hinter ihnen ging und kein Wort mehr gesagt hatte, waren reine Höflichkeitsfloskeln um ihr nicht die Aufmerksamkeit Elothlonds zu stehlen und um sie dazu zu ermutigen aus eigenen Antrieb heraus Bekanntschaften zu knüpfen. Wenn er sich wie bei Vanye munter quatschend mit eingebracht hätte, würde sie sonst nie von ihm loskommen, da sie immer in seinem Schatten stehen würde. Elothlond war sicher eine Person, der man so sehr vertrauen konnte, dass Morwe sie mit Zuversicht alleine mit ihm lassen konnte.
All das würde er ihr bestätigen, wenn sich ihre Blicke trafen. Sobald er ihren unsicheren, fragenden und hilflosen Ausdruck sehen würde, würde er lächlen, zwinkern oder dank seinem Hang zur Unauffälligkeit wahrscheinlich beide Daumen grinsend nach oben recken und sie würde sich keine Sorgen mehr machen müssen. Ihre Augen folgten flüchtig einer Elbin, die lachend an ihnen vorbei huschte und Nîn dabei mit ihrem Umhang streifte und blieben für einen Herzschlag an Morwe hängen, der ihren blick erwiderte. Mit einem freundlichen Lächeln wandte sie sich sofort wieder Elothlond zu und hing aufmerksam an seinen Lippen, während ihr Herzschlag beständig anstieg.
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 15:23

"Ich sehe es nicht als Lappalie Euch zu helfen! Falls Ihr trotz Morwes Rückhalt Hilfe benötigen solltet, zögert nicht mich danach zu fragen. Solange Ihr Gast in unserem Hause seid, bin ich Euch gerne zu Diensten."
Morwe fing Nîns Blick auf, die sich zu ihm umgedreht hatte, während sein Großvater sprach. Ihre Augen verrieten einen Anflug von Skepsis. Den Valar sei Dank! Mit angespanntem Gesicht und deutlich zusammengepressten Lippen versuchte er ihr zu verstehen zu geben, sie solle besser den Mund halten.
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 15:56

„Ich bin Euch zu großem Dank verpflichtet, werter Herr Elothlond, und ich komme gerne auf Euer Angebot zurück. Doch sorgt Euch nicht. Durch den frühen Tod meiner Eltern habe ich über die Jahrzehnte meines Lebens hinweg schließlich lernen müssen, mir alleine zu helfen und bei all den Dingen, die seit meiner Ankunft hier etwas holprig verliefen, hat Morwe mir doch stets ausreichen Rückhalt geboten, um mich auf den Beinen zu halten.“ Vor Nîn teilte sich für einen Augenblick die Menge, sodass sie kurz die große Tafel erkennen konnte, der sie sich nährten und Lindir, der wieder auf sie zueilte, nachdem er dort mit jemandem gesprochen hatte. Die Zwergin ließ einen überraschten Laut hören und blieb stehen. „Apropos Beine... Oh, verzeihen Sie bitte vielmals, aber jetzt hätte ich doch beinahe durch dieses wundervolle Gespräch Morwes Versprechen vergessen!“ Sie beugte sich verschwörerisch in Elothlonds Richtung und senkte peinlich berührt die Stimme. „Wissen Sie, das Einzige, was ich bisher wirklich von diesem Festsaal gesehen habe, waren Beine und Umhänge und noch ein paar Beine dazwischen. Morwe hat gesagt, hier gäbe es einen Platz, von wo aus man einen wunderschönen Ausblick auf die geschmückten Räumlichkeiten hätte, von denen ich bisher so wenig mitbekommen habe und er wollte ihn mir noch zeigen.“ Elothlond warf Morwe, der zu ihnen aufgeschlossen hatte, einen flüchtigen Blick zu, den die Zwergin als genau so unergründlich empfand wie sein Lächeln. „Doch jetzt nachdem ich von Ihnen so viel Gutes über die Hallen der Geschichten gehört habe, fürchte ich, dass sich nach dem Essen wohl nicht mehr die Gelegenheit ergeben wird, diesen Ausblick zu genießen. Und an einem anderen Tag, werden diese Hallen wohl kaum in so einem herrlichen Glanz stehen, wie zu dieser Zeit.“ Sie hielt einen Moment mit zusammengepressten Lippen inne bevor sie fortfuhr, als ob sie innerlich mit sich ringen würde, und achtete dabei auf Hinweise darauf, dass an ihrer Aussage zweifel bestehen würde, doch das bezweifelte sie. An solch protzigen Ortschaften gab es immer einen Aussichtspunkt, damit der Baumeister auch ja in absoluter Selbstherrlichkeit erblühen konnte. „Erlaubt Ihr also, dass wir uns hier zeitweise von Ihnen verabschieden? Ich würde wirklich sehr gerne sehen, wie die Ihren den Zauber des Herbstes an diesen Steinen hier eingefangen haben, bevor er auch nur einen Hauch seiner Magie verliert.“ Sie faltete die Hände, lächelte und betete inständig zu Mahal, dass Elothlond ihre nächste Frage verneinen würde. „Sie werden doch sicher auch ihren Platz an der großen Tafel haben, sodass wir uns in Windeseile wiedersehen werden?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 16:53

Morwes Nackenhaare stellten sich bei Nîns Worten und dem Blick, den ihm sein Großvater zuwarf, auf. Nicht, dass er nicht kaum erwarten konnte, endlich von seinem Großvater fort zu kommen, doch was die Zwergin Elothlond da auftischte, war eine Lüge. Eine elegante, aber eine Lüge. Und wenn sein Großvater ihn später danach fragen sollte, würde er ganz schnell die Wahrheit erfahren.
Ach was, er merkt wahrscheinlich eh schon, dass es nur eine Ausrede ist. Im Gegensatz zu Morwe und seinem Bruder, war ihr Vater seinerzeit angeblich ein außerordentliches Schlitzohr gewesen. Die Jahrhunderte hatten Elothlond gelehrt Lügen und Ausflüchte schon von weitem zu erkennen, es sei denn sie waren wahrhaft meisterlich. Morwes Vater hatte jene Perfektion erreicht, gleich wenn es gewiss keine angesehene Fertigkeit war. Und es war nur eine seiner vielen Fähigkeiten, um die ihn Morwe stets beneidet hatte...
"Ich teile zwar nicht die Ehre in der Nähe unseres Herrn zu speisen, aber ja, ich werde mich ebenfalls an der Tafel einfinden. Sobald sich das Ambiente nach den Reden und ersten Mahlzeiten ein wenig aufgelockert hat, wird sich sicherlich die Gelegenheit ergeben unsere Unterhaltung fortzusetzen.", er verbeugte sich höflich mit einem offenherzigen Lächeln. "Morwe ist ausgesprochen gut darin die entlegensten Plätze zu finden. Ich bin mir sicher, er wird Euch einen bezaubernden Blick auf unsere Hallen zu Teil werden lassen. Auf dass wir uns nach dem Bankett wiedersehen mögen."
Morwe zog es vor zu schweigen und setzte nur eine Unschuldsmiene auf. Er und Nîn verbeugte sich ihrerseits und er schob sie rasch nach links durch die Menge, wo eine Abzweigung des Ganges über eine Wendeltreppe nach oben führte. Hier ihm oberen Geschoss waren nur vereinzelte Leute, die über den äußeren Umgang schlenderten. Bevor die Zwergin den Mund aufmachen konnte, zog Morwe sie in einen Spalt in der Mauer, der verborgen hinter einem Wandvorhang lag, vor dem zusätzlich eine Rüstung stand.
Mit einem erleichterten Seufzer ließ sich Morwe gegen die Wand sinken.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 17:26

Morwe schubste Nîn unsanft die Treppe nach oben und für einen Augenblick fürchtete die Zwergin, er hätte noch einmal mit seinem Bruder die Plätze getauscht, da er vergessen zu haben schien, dass sie verletzt war, doch sein unsteter Blick verscheuchte diese Zweifel schnell wieder.
Gerade bot sich ihr der furchtbare Anblick der mit Blümchen und hässlichen Mustern entweihten Steinkunstwerke, als sie einen kräftigen Ruck spürte und in Zwielicht gehüllt wurde.
Die junge Zwergin zog eine Braue hoch, während Morwe erleichtert zu Boden sank, als wären sie gerade unbewaffnet einer Orkmeute entkommen und schaute sich gespielt interessiert um. „Ja, ich muss sagen, ihr versteht es durchaus eine Halle zu schmücken.“ Sie pflückte einen kleinen Dreckklumpen aus einer der Steinfugen und schnipste ihn beiläufig in Richtung Morwe. „Nur hätte ich bei all den Lobpreisungen durchaus etwas Abwechslung erwartet. Weißt du, mir kommt es ein wenig so vor, als hätte ich das alles schon einmal gesehen. Die Rüstung ist dieses Mal natürlich etwas besser verarbeitet, keine Frage, doch du musst zugeben...“ Sie hielt kritisch die Hände hoch und verzog den Mund. „Ihr Elben versteht nicht sehr viel von abwechslungsreicher Raumgestaltung... Meinst du, Elothlond würde hier drinnen die Wände neu verputzen, wenn ich ihn drum bitten? Er hat mir doch schließlich seine Dienste angeboten...“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 18:02

"...seine Dienste...", kicherte Morwe und schüttelte den Kopf. "...du willst doch keinen alten Mann, der ohne Krücke kaum laufen kann, nicht zu solch einer Arbeit verpflichten."
Aus den Augenwinkeln musterte er die Nîn. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage saß er zusammen mit einer Zwergin versteckt hinter einem Vorhang, einmal wieder auf der Flucht. Jedenfalls mehr oder weniger...
Morwe seufzte. "Herr Elrond hätte besser daran getan jemand anderen auf dich Acht geben zu lassen. Falls es dir bisher entgangen sein sollte, ich ziehe Ärger an...", er stemmte sich wieder auf die Beine und klopfte sich den Staub vom Umhang.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 18:19

„Ja, tust du...“, kommentierte Nîn trocken. „Der Eine hat immer so eine Stimme, als hätte er Dreck unter der Nase und der Andere traut sich nicht, ihm einen Heiratsantrag zu machen. ...Dabei würde das bestimmt so herzergreifend aussehen.“ Mit einer Hand auf dem Rücken und einer Hand wild fuchtelnd in der Luft, machte sie einen theatralischen Knicks vor dem niedergeschlagenen Elb. „Oh geliebter Lómion, ich weiß, deine Sehnsucht zu Morwe, hat einen harten Keil in unsere Beziehung getrieben. Ich wünschte zwar, du würdest jemals von etwas anderem reden, aber ich sehe es ein, dass er mich in allem übertrifft, was du dir wünscht. Doch lass uns fliehen, von diesem düsteren Ort, nur du und ich! Und kein 'Erdgnom' der direkt vor deiner Nase verschwindet.“ Sie setze einen übertrieben flehentlichen Gesichtsausdruck auf und ließ sich auf einem Knie vor Morwe nieder. „Bitte, ich wäre dir genau so ein gutes Schoßhündchen wie du mir ein Spürhündchen bist, liebster Lómion!“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Mi 12 Feb 2014, 19:09

Sie seufzte, ließ sich an der Wand hinter ihr endgültig zu Boden sinken und strich sich mit den Händen über ihr Gesicht, wobei sie dabei auf ihren Augen verharrten. „Was hab ich denen eigentlich alles getan? Ich kannte bis zu dem kaum zu überhörenden Gespräch deiner beiden Verfolger nicht mal ihre Namen und von ihnen war quasi jeder zweite Satz eine Beleidigung... Die beiden auf dem Waldpfad. Hast du gesehen, wie der eine sich benommen hat? Als wäre ich ein aus Säure bestehendes Ding. Ich wette er liegt jetzt noch da hinten irgendwo auf dem Boden und wimmert leidend vor sich hin, weil ich es gewagt habe ihn anzufassen.“ Sie ließ die Hände zu Boden fallen und legte den Kopf gegen die kalte Steinwand um mit glasigen Blick Richtung Decke zu starren. Selbst Elothlond gerade war zwar so viel netter als zum Beispiel jemand wie dein Bruder, aber trotzdem war er total unheimlich...“ Sie atmete tief ein und aus und senkte die Stimme. „Naja....alle sind netter als dein Bruder...“ Röte stieg ihr in die Wangen, als ihr bewusst wurde was und vor allem zu wem sie das gerade gesagt hatte. Peinlich berührt umschlang sie ihre angezogenen Knie und versteckte halb ihr Gesicht dahinter. „Tut mir leid...“, ihre Stimme war kaum mehr als nur ein Flüstern, doch Morwe gab weiterhin keine Reaktion von sich. „Ich kann mich noch daran erinnern, wie wichtig Familie ist... jedenfalls ein wenig... Aber ich weiß echt nicht, was ich ihm getan hab. Ich hätte so viele Gründe grundsätzlich alle Elben zu hassen. Sie haben mir alles genommen, was ich noch irgendwo hatte auf dieser Welt! Wegen Elronds Rat und all den Machenschaften, die gar nichts mit mir zu tun haben, bin ich Mutterseelen allein auf dieser Welt.“ Nîn spürte, wie sich in der unteren Hälfte ihrer Augen Feuchtigkeit sammelte und sie versenkte den Kopf bis zur Nase in ihren Armen, blinzelte aber nicht. Sie war eine zu stolze Kriegerin, als dass sie eine Träne zulassen würde. „Egal wo ich einmal Fuß gefasst habe, überall musste ich fliehen, nur weil irgendjemand Lügen verbreitet hat. Ich hab einmal sogar jemanden gefunden, der fast so ähnlich wie Familie war, doch dann kam eine Gruppe von Orks, die mich wegen meines Vaters suchten und haben ihn Stück für Stück auseinander genommen, nur, weil ich ihn gern hatte.“ Sie zwang sich etwas Galgenhumor ab und lachte kurz. „Also sag nicht, dass du Ärger anziehst...“ Die Zwergin versuchte möglichst geräuschlos die Nase hochzuziehen, doch das gelang ihr nicht. Die Stille, die Morwe ausstrahlte verunsicherte sie, aber sie wollte nicht den Kopf heben, um sein Gesicht sehen zu können. Nicht, wenn bevor sie die Tränen in den Augen wieder herunter gekämpft hatte. „Aber trotz allem finde ich, dass jeder erst einmal die Möglichkeit haben sollte, sich selbst als Person zu beweisen, anstatt direkt abgestempelt zu werden. Ich mein, das ist echt nicht immer leicht, aber ich werde mich gleich mit Elrond persönlich an den Tisch setzen, ohne ihn für das büßen zu lassen, was er mir genommen hat, da ist es doch wohl nicht zu viel verlangt, jemanden verwechseln zu können, ohne gleich Schmerzen haben zu müssen, oder?“ Sie schaffte es einmal tief durchzuatmen und sich dadurch wieder zu beruhigen. Sie versuchte sich erst mit der kaputten Hand die Augen zu reiben, entschied sich dann aber mit einem makaberen Auflachen mitten in der Bewegung doch für die nicht-schmerzende Hand. Resignierend mied sie weiterhin Morwes Blick und beobachte stattdessen hochinteressiert den trostlosen Vorhang. Ihr Stimme war trocken und irgendwie nüchtern. „Ich sollte mich auf dem Fest gleich vielleicht wirklich so benehmen, wie Eludin es immer behauptet, nachdem er mich halbnackt durch Bruchtal zerrt, wenn mir von Heilern noch Bettruhe verordnet ist, oder nachdem er mir beinahe mehr Schaden zufügt, als es die Orks getan haben. Dann wäre seine Abscheu gerechtfertigt und seine Lügen war, das würde zumindest schon mal dafür Sorgen, dass es nicht mehr unfair wäre.“ Sie wusste nicht genau wann ihre Hand automatisch unter ihren Mantel gewandert war, doch ihre Schulter fühlte sich über die Maßen empfindlich und warm an. Sie zog die Hand zurück, als ob sie sich verbrannt hätte, und flehte zu Mahal, dass das keinen Bluterguss geben würde. Vanye würde sie umbringen und einen riesigen Aufstand deswegen machen. Nîn rappelte sich noch in der gleichen Bewegung auf und klopfte sich etwas Dreck von den Klamotten. Sie setzte wieder ihr Verkäufer-Lächeln auf und zwinkerte Morwe damit zu. „Aaaber, nachher würde ich dich nachher noch damit blamieren, weil du schließlich zu meiner Anstandsdame verdonnert wurdest, und das wäre dann wirklich nicht nur unfair, sondern auch gemein, also bin ich weiterhin nett und wenn mir etwas heraus rutscht, schieb' mir einfach einen Teller mit einer dicken Hammelkeule unter die Nase und ich werd' den Mund zu voll haben, um weiteren Ärger zu machen, abgemacht?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 13 Feb 2014, 03:59

Immer wieder war Morwe versucht Nîn zu unterbrechen, aber sein Mitleid zwang ihn jedes Mal seine Worte hinunterzuschlucken und stattdessen still zu bleiben. Hier und jetzt war nicht der Ort für Diskussionen jener Art. Andererseits konnte er nicht leugnen einen gewissen Ärger zu fühlen, dessen Ursprung er jedoch nicht exakt ausmachen konnte. Ihm fehlte die Ruhe in sich hineinzuhorchen und die zwiespältige Empfindung zu ergründen, aber Morwe hatte den Eindruck, dass sich sein Zorn sowohl gegen seine halsstarrige Sippschaft wie auch gegen die lamentierende Zwergin richtete. Er mochte das Gefühl nicht. Es wühlte die Bitterkeit in ihm auf, die er eigentlich von seinem Herzen fernhalten wollte.
Bei Nîns letzten Worten wanderte eine von Morwes Brauen unwillkürlich nach oben. Er räusperte sich.
„Ich bedaure zutiefst dich enttäuschen zu müssen, aber...Hammelkeulen wirst du hier vermutlich nicht finden...“
Ihre Blicke trafen sich und Morwe sah, wie sich abgrundtiefe Bestürzung in die Augen der Zwergin mischte. Er konnte sich eines Schmunzelns nicht erwehren.
Hastig fügte er hinzu: „Jedoch...gewiss wird sich nachher Wildschweinbraten oder etwas dergleichen finden lassen. Und beim Frühstück gleich gibt es auch noch Fleischpasteten. ...Denke ich.“
Nîns Unterlippe zitterte, aber der Zwergin gelang es noch die Fassung zu bewahren.
„Ich bin mir sicher, dass Herr Elrond auf deine zwergischen Geschmacksnerven Rücksicht genommen hat! Immerhin bist du unser Ehrengast und-“, der schockierte Ausdruck wollte nicht aus Nîns Gesicht verschwinden. Morwe seufzte. „Wenn deine Glückseligkeit davon abhängt, werde ich dir für nachher etwas zu finden wissen. Vielleicht nicht unbedingt Hammelkeulen, aber etwas derartiges...“
Was hatte ihn da bloß geritten das Letzte tatsächlich auszusprechen? Aber zu sehen, wie sich die Züge der Zwergin etwas aufhellten, ließ Morwe rasch vergessen, dass er dafür definitiv den Spott seiner Familie auf sich ziehen würde.
Als er die Zwergin beobachtete, die ihre Kleider zurechtrückte, um sich für das Bankett zu wappnen, schoss Morwe ein Gedanke durch den Kopf. Vielleicht wäre es das Beste für alle Beteiligten, wenn er seinen Herrn nachher darum bitten würde für Nîn einen anderen Beistand als ihn zu finden. Alle Personen, die die Zwergin bisher verunglimpft hatten, entstammten immerhin seiner Familie und sie wären sicher nicht unmittelbar auf Nîn getroffen, hätte sie nicht ihn als Begleitung. Überhaupt war es Morwe schleierhaft, was Elrond dazu bewogen hatte, ihn als Beschützer der Zwergin auszuerwählen. Abgesehen von dem Argument, Morwe habe ihr schließlich das Leben gerettet, sprach nichts dafür, aber es gab dutzende Argumente, welche gegen diese Entscheidung sprachen.
Irritiert registrierte Morwe den Stich, den ihm der Gedanke versetzte, Nîn in der Obhut jemand anderes zu sehen. Eilig schob er das Gefühl beiseite und machte sich mit der Zwergin auf den Weg zurück nach unten.

tja, zu spät, Morwe... jetzt hast du schon angefangen sie zu mögen  Wink 
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 13 Feb 2014, 15:21

Das Gefühl, einen Stock im Hintern zu haben, weckte in Nîn jähes Verständnis dafür, warum sich hochrangige Beamte stets so merkwürdig fortbewegten. Sie danke Mahal dafür, dass sie in diesem Moment nur sitzen musste, doch selbst im unbewegten Zustand wirkte ihr Körper recht fehl am Platz. Ihre Füße baumelten in unangenehmer Höhe über dem Boden und Lindir hatte kurz zuvor noch ein dickes Kissen für sie auf den Stuhl gelegt, was für den Tisch vor ihr zwar angemessen war, doch was sie gleichzeitig ein weiteres Stückchen gen Hallendecke erhoben hatte.
Die lange Tafel war mittlerweile sehr voll besetzt, nur die vier Plätze zu ihrer linken waren noch frei. Elrond war bisher noch nicht erschienen. Nîn versuchte sich einzureden, dass die ständigen Blick nur deshalb in ihre Richtung gingen, weil die neugierigen Elben darum rätselten, wo ihr Herr blieb, doch selbst dieser Gedanke änderte nichts an der Tatsache, dass Augenpaare immer wieder auf ihr hängen blieben. Lindir stand schräg hinter ihr, anstatt sich zu setzen, was Nîn außerordentlich nervös machte, jedoch nicht so nervös, wie die unheimliche Flötenspielerin, die immer wieder ganz dich hinter der Zwergin wie aus dem nichts auftauchte, sie mit verhexten Augen ansah und unschuldig davon schlenderte.
Es wurde angeregt miteinander gesprochen, jedoch auf eine so vollkommen andere Art und Weise wie sie es aus Wirtshäusern kannte. Auch umherfliegende Bierkrüge, gröhlende Rufe, ausgelassenes Gelächter oder wenigstens ablenkende Trinklieder schienen hier Mangelware zu sein. Stattdessen hatte man ein paar Elben, die eine Energie wie ein Faultier an den Tag legten, dazu abkommandiert, wahllos Saiten auf Harfen und anderen Kinderinstrumenten zu zupfen. Den Gesichtsausdrücken nach zu urteilen, schienen sich diese Elben in Spähren jenseits dieser Realität zu befinden und die Zwergin begann sich zu fragen, ob Drogenkonsum nicht möglicherweise zu den standardisierten Tagesabläufen in Bruchtal gehörte.
Sie zuckte zusammen, als wieder so urplötzlich ein Elb sich neben ihr wie aus dem Nichts über den Tisch beugte. Diesmal war es nicht die unheimliche Flötenspielerin, sondern ein schlicht gekleideter Bediensteter, der von vielen der Tafel-Beteiligten als Wesen zweiter Klasse behandelt wurde. „Kann ich dir noch etwas bringen? Möchtest du vielleicht noch etwas trinken?“ Hinter ihrem leeren Teller hatten sich bereits ein halbes Dutzend Gläser und Tassen gesammelt, da die Bediensteten offenbar glaubten, die Zwergin würde jede zweite Minute ihrer Aufmerksamkeit bedarfen und sie leider erst etwas zu spät von Morwe den Hinweis erhalten hatte, dass durchaus solche Angebote ablehnen durfte. Nur hatte sie auch gemerkt, dass wenn sie 'nein' sagte, die Bediensteten hier sich jedes Mal mit den Worten verabschiedeten 'Dann frage ich später noch einmal nach.', was Nîn noch mehr Unbehagen bereitete, als die bunt anmutenden Gebräue vor ihrer Nase, die einen fürchterlichen Gestank absonderten, weshalb die Zwergin sie jedes mal möglichst weit von sich weg abgestellt hatte, ohne auch nur eines zu probieren.
Nîn schaute verzweifelt zu dem Elben empor und schüttelte nur hastig den Kopf. „Möchtest du dich nicht vielleicht setzen? Schau, hier sind noch so viele Stühle frei und du läufst hier jetzt schon die ganze Zeit hin und her.“ Der Elb grinste sie nur freundlich an, bevor er wieder verschwand. „Nein, bedaure, aber das steht mir nicht zu.“
Die Zwergin wandte sich wieder stocksteif ihrem leeren Teller zu und versuchte sich wieder voll und ganz auf die grünen Blätterberge vor sich zu konzentrieren, anstatt auf die Tischgespräche. Schon sehr früh hatte sich ihre Überzeugung bestätigt, dass alle Anwesenden wohl davon überzeugt waren, Nîn wäre entweder minderbemittelt, taub, oder ein absoluter Sprachdilettant, denn die meisten mühten sich bei ihren Kommentaren nicht einmal, die Stimme zu senken.
„Meine Herrin, bitte verzeiht noch einmal, aber jeden, den ihr hier fragen werdet, würde eure Bitte wohl ausschlagen. Wie ich bereits erwähnte, sind dies diese Plätze für Herrn Elrond und seine Söhne, wie auch für die liebreizende Frau Arwen bestimmt.“ Lindir war wieder ein Schritt näher an sie heran getreten. Nîn schnaubte leise und senkte die Stimme. „Nur weil du dich nach fünf mal fragen noch beharrlich dagegen wehrst, solltest du nicht von dir auf andere schließen. Wenn du da zum Beispiel sitzen würdest und dir wirklich so wichtig ist, dass Elrond da sitzt, kannst du doch immer noch aufstehen, wenn er kommt. ...Dann hätte er immerhin schon einen schön angewärmten Stuhl, ich bin sicher, er wird nichts dagegen sagen.“ Ihr Blick huschte kurz zu einer Gruppe von Elben hinüber, die sich nicht einmal schickten, ein 'bitte' oder 'danke' fallen zu lassen, während ihnen aus Emporen nach geschenkt wurde. „Und warum überhaupt solltest du nicht sitzen dürfen? Morwe ist schließlich auch mein Begleiter und hat kein Problem damit zu sitzen. Die da vorne können auch ruhig mal selber aufstehen und sich was holen, ein bisschen Bewegung formt den Charakter...“ Morwe neben ihr sagte etwas, doch der mittlere Teil des Satzes wurde in einem jähen Herzschlag verschluckt, der ihr bis in die Kehle sprang, als sie zwischen den Anwesenden wieder Eludins stechende Augen erkannte. Jedes mal, wenn sein Gesicht in der Menge auftauchte, schienen seine starrenden Augen Löcher in ihre Seele brennen zu wollen. Hastig zuckten ihre Augen zurück zu dem merkwürdig grünen Buffet auf dem Tisch, während der imaginäre Stock in ihrem Hintern noch ein ganzes Stückchen fester wurde. Es fiel ihr schwer, auf Morwe einzugehen, während eine panische Stimme in ihrem Kopf mit ihren 'ICH WILL HIER WEG!' Schreien die Stimmen, die an ihr Gehör drangen bei weitem übertraf.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 13 Feb 2014, 17:54

Made by Lenz...^^'


Der zunächst noch starre Gesichtsausdruck der Zwergin machte urplötzlich Panik platz und sie wandte sich hastig wieder ihrer Teetasse zu. Morwe beendete resigniert mitten im Satz seine Ausführungen über kulturelle Gepflogenheiten seines Volkes. Nîn hatte seinen Worten vermutlich keinerlei Beachtung geschenkt. Dass sie seine umfangreiche Ellipse nicht bemerkte, bestätigte seinen Verdacht.
Schräg hinter ihm räusperte sich Lindir und seine besorgten Augen deuteten auf den Wall aus Tassen und Gläsern, der sich vor der Zwergin aufgetürmt hatte. Schmunzelnd lehnte Morwe sich in seinem Stuhl zurück und versuchte sich das Gesicht seines Herrn ob dieses eigenwilligen Empfangs vorzustellen. In Unschuldsmanier zuckte er die Schultern, doch Lindir erwiderte seinen fragenden Blick mit solch offenkundigem Unbehagen, dass er Morwe dann doch leid tat. Jedoch nicht leid genug, um sich keinen Spaß aus der Situation zu machen, dafür amüsierte Morwe sich gerade viel zu sehr. Zu sehr, wie ihm sein Gewissen nahelegte. Aber das war ihm ausnahmsweise egal.
Morwe stupste Nîn mit dem Bein an. "Ich habe dich übrigens durchschaut.", grinste er verschwörerisch und erntete von der Zwergin einen verwirrten Blick. "Tu nicht so unschuldig. In Wahrheit planst du eine Mauer aus Geschirr vor dir zu erbauen, damit du dich vor der neugierigen Meute verbergen kannst."
Auf Nîns Gesicht breitete ein Grinsen aus, das ihren plötzlich Gedankenblitz nur allzu gut wiederspiegelte. Vorsichtig, als könne sie sich daran verbrennen, griff sie anch einem der Gläser und stellte es behutsam auf der Kante zweier Tassen ab.
"Ich muss dir jedoch leider mitteilen, dass es nicht funktionieren wird...", fügte er seufzend hinzu und setzte eine theatralische Miene auf. "Kurz bevor es dir gelingen wird deine Festung zuende zu bauen, werden wie aus dem Nichts Diener hinter dir auftauchen und deine Feste schneller schleifen als es selbst die Valar vermögen. ... Nicht dass ich aus eigener leidvoller Erfahrung spräche..."
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Moriko

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Do 13 Feb 2014, 23:43

"Das werden wir erst mal sehen... " Hochkonzentriert stellte Nin ein weiteres Glas vor sich ab, womit sie mittlerweile die dritte Ebene erreicht hatte. "Ich glaub nicht, dass du fies genug warst, um ausreichend Verteidigungsmaßnahmen, wie zum Beispiel kochenden Teer, zu berücksichtigen." Langsam und vorsichtig löste sie ihre Finger von dem randvoll gefüllten Glas, welches noch einen kurzen Moment lang zitterte und dann an seinem aufgetragen Platz verweilte. Sie hielt ihre Hände noch ein paar Momente in der Luft, für den Fall, dass es sich das harmlos anmutende Giftgebräu anders überlegen sollte. Nachdenklich betrachte sie ihr Werk und machte sich an einer Ausweitung des Fundaments zu schaffen, während sie einen ihrer Gedanken laut aussprach. "Wieso hast Du das früher gemacht? Du wirst dich doch wohl nicht schon als Kind versteckt haben müssen und doch wohl hoffentlich nicht an solchen Tafeln." Für eine Sekunde huschte ihr Blick wieder in Richtung von Eludin, der gerade mit mürrischen Gesicht auf die Tafel zusteuerte und dabei mehr unhöflich als galant einen Bediensteten beiseite schob. Irgendetwas an ihren Gedanken zu Morwe beim Anblick seines kleinen Bruders passte hier nicht ins Bild...
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Lenz

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 Feb 2014, 12:12

Amüsiert beobachtete Morwe Nîn bei ihrem ehrgeizigen Bauvorhaben. Er ignorierte Lindir hinter ihnen, der von einem Bein auf das andere trat und sich alles andere als wohl in seiner Haut zu fühlen schien. Theoretisch hätte Elronds Diener das Tun der Zwergin einfach unterbinden können, indem er ein paar Bedienstete herbeigerufen hätte, doch er schien zu fürchten er könne damit Morwes Autorität untergraben. Eine irrige Annahme, zumal Morwe es vorzog gar nichts zu tun und einfach abzuwarten, wie sich das Ganze entwickeln würde. Immerhin könnte Lindir ihn einfach fragen, ob er dem Treiben nicht ein Ende setzen dürfte, aber da er es nicht tat...
Morwe beugte sich zu der Zwergin vor, schließlich musste nicht jeder seine Antwort hören. „Du schätzt mich falsch ein. Müssen tue ich gar nichts, ich ziehe es lediglich vor lästige Konflikte zu meiden.“, lächelte er altklug. „Aber ich habe es als Kind vermutlich aus den gleichen Gründen getan wie du jetzt. Mir war nicht nach neugierigen Blicken zumute, vor allem nicht, wenn sie von aufgeblasenen alten Wichtigtuern stammen, die sich einbilden ihre Sicht der Dinge sei die einzig richtige. -Das hast du übrigens grade nicht von mir gehört.“, setzte er unschuldig nach und führte gleichmütig sein Weinglas zu den Lippen.

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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 Feb 2014, 12:34

Die Zwergin grinste in sich hinein. Vielleicht hatte sie sich in dem Elben getäuscht. Hinter all den unfähigen, trotteligen und ironiedilletanten Eigenschaften, des drogensüchtigen Kleinkindes neben ihr.... schien doch ein interessanter Brocken an erwachsenem Elb zu lauern. Er kam zwar nur zum vor scheinen, wenn man ganz genau hinsah, aber zumindest seine Einstellung gefiel Nîn durchaus. Abwehrend hob sie die Hände und zog sie die Brauen hoch. „Was soll ich gehört haben? Ich weiß nicht, wovon du redest... Frag Eludin, er wird dir sicher eh mit Freuden bestätigen, dass ich sicherlich die ganze Zeit über merkwürdige Stimmen in meinem Kopf höre.“ Sie drehte sich zu ihm um. „Ich nehme an, du magst mir nicht verraten, warum du als Kind neugierige Blicke auf dich-“ Ihr klappte die Kinnlade herunter. Der Elb hielt eines der Gläser mit blutartiger Flüssigkeit und beißendem Geruch in der Hand und …. trank!
Sie verfolgte angespannt der Bewegung seiner Hand, bis er das Glas wieder abgestellt hatte und schaute ihn dann noch immer mit halb geöffneten Mund einen Moment lang neugierig an, um Ausschau nach eventuellen Vergiftungserscheinungen zu halten.
Erst seine hochgezogenen Brauen und sein sich öffnender Mund, als er gerade etwas sagen wollte, ließen die Zwergin registrieren, wie merkwürdig sie ihn wohl gerade anstarrte. Völlig perplex kam sie ihm mit einer Frage zuvor. „Du trinkst das??!!“
Noch während er antwortete, griff sie nach einem der Gläser, die noch in ihr kunstvolles Gebilde hätten verbaut werden müssen und stellte ihn es fordernd vor die Nase.
Hätte sie das eher gewusst, hätte sie nicht über ein halbes Dutzend Gläser und Tassen hier ansammeln müssen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 Feb 2014, 12:56

„Was dachtest du wofür es ist? Um die Kellner zu beschäftigen?“, mit hochgezogenen Brauen begutachtete Morwe das Glas, welches Nîn in einer unmissverständlichen Geste vor ihn gestellt hatte.
Seine Augen wanderten über die Armada weingefüllter Trinkkelche und zurück zu der roten verlockend schimmernden Flüssigkeit vor ihm. Bei dem Arsenal, das die Zwergin versammelt hatte, würde es nicht einmal bis zur Ankunft seines Herrn dauern, dass Morwe betrunken war. Außerdem, was würde er für ein Bild von sich abgeben, wenn er ein Glas nach dem anderen leerte? Andererseits verströmte das Gefäß einen so lieblichen süßlichen Duft, der einfach zu verführerisch war, um ihn zu ignorieren...
Doch schon in dem Moment, da seine Lippen den Wein berührten, wusste er, es war ungefährlich ihn zu trinken.
„Wie es scheint hat Herr Elrond in weiser Voraussicht veranlasst, dass du anders bewirtet wirst.“, Morwe lehnte sich zurück und genoss das Getränk, das mehr einem leicht alkoholisierten Saft glich als Wein. „Nur eine ganz dezente Note Alkohol, dafür ist das Fruchtaroma ausgesprochen intensiv... Du weißt wahrhaftig nicht, was dir entgeht...“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 Feb 2014, 13:11

Noch bevor Morwe das Glas hatte abstellen können, stand vor seiner Nase schon das nächste. „Ich denke, ich werde auch ohne diese Erfahrung weiterleben können. Dank Venyannen weiß ich bereits, dass ihr Elben wohl höchst abgestumpfte Geschmacksnerven haben müsst und den Wunsch mich ins Koma zu trinken, um meine Schmerzen nicht mehr mitzubekommen, hat er mir mit seinem Gesöff auch gehörig ausgetrieben.“ Eine sehr langsam durch ihr Gehör ziehende Botschaft erreichte nun endlich ihren Zielpunkt, während sie auffällig unauffällig noch weitere Gläser zu Morwes Platz hinüber schob. „Was soll das heißen, ich werde anders bewirtet?! Kein Wunder, dass mich hier alle so anstarren, wenn Elrond schon ohne seine Anwesenheit dauernd für unerwünschte Sonderbehandlungen sorgt.“ Sie musterte ihren leeren Teller und verzog das Gesicht. „Außerdem hätte ich nichts dagegen überhaupt 'bewirtet' zu werden.Ich dachte, hier gibt es irgendwo Essen. Muss ich jetzt immer nach unten laufen um mir diese winzigen Minihäppchen holen?“
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Fr 14 Feb 2014, 19:18

Morwe kam zu dem Schluss, dass Zwerge hinter ihrer raubeinigen Fassade wohl doch recht empfindliche Geschöpfe sein mussten. Zumindest Nîn, wenn sie sich wegen eines bisschens Medizin so sehr aufregte, und nicht wagte etwas zu probieren, das sie bisher noch nie gekostet hatte, aus Angst es könne unwohl schmecken. Er sah jedoch lieber davon ab den Finger auf diese Wunde zu legen.
„Es geht sich lediglich um den Wein. Und außerdem sieht man den Unterschied nur von Nahem. Sieh es nicht als eine Beleidigung an, es soll nur verhindern, dass du schon vor Mittag betrunken bist.“, er wies zu den leeren Stühlen zu Nîns Seite. „Das Bankett beginnt, wenn der Herr des Hauses es eröffnet. Und eigentlich sind die Buffets in den Hallen für zwischen den Mahlzeiten gedacht. ...Haben dir die Happen wenigstens gemundet?“
Nîns Arm schien wie von selbst ein Glas nach dem anderen vor seiner Nase zu platzieren. Hätte der Wein der Zwergin wenigstens einen Anteil an Alkohol, der sich überhaupt bemerkbar machte, hätte Morwe vielleicht nicht nein gesagt noch den einen oder anderen Kelch zu leeren, aber so... Er winkte einem der Kellner und bedeutete ihm den Tisch von seiner Belagerung zu befreien.
Es war erst Vormittag, doch Morwe sehnte bereits die Zeit nach dem Mittagessen herbei, in der sie sich endgültig frei bewegen konnten und er dem richtigen Wein etwas mehr zusagen konnte.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Sa 15 Feb 2014, 01:45

"Naja, sie waren..." Nin beherrschte sich, nicht zusammen zu zucken, als einer der lautlosen Bediensteten plötzlich wieder seinen Oberkörper zwischen sie und Morwe schob, um ihr rohes Baufunderment abzutragen. "klein..." Der Elb verschwand wieder. "Aber sehr interessant!", versuchte sie mit erhobener Stimme den plötzlichen Protest ihres mittlerweile wieder recht leeren Magens zu übertönen.
Ein Raunen ging durch die Menge, während die Zwergin peinlich berührt ihre Füße unter dem Tisch baumeln ließ und sie hörte auf.
Zu einer für ihre Ohren freudigen Abwechslung schien das ansteigende Murmeln nicht ihr zu gelten.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Sa 15 Feb 2014, 13:39

Morwes Augen glitten zum Eingang der großen Halle, als das Raunen der Versammelten anstieg. Vier Personen betraten den Saal, niemand geringeres als Elrond und seine drei Kinder selbst. Sie alle waren in prachtvolle bestickte Gewänder gehüllt, gewundene silbrig und golden glänzende Stirnreife schmückten ihre Häupter. Der Herr des Hauses schritt mit seiner Tochter an der Seite seinen beiden Söhnen voran und nickte hier und dort Anwesenden zu, während er an den Tischen entlang gemessenen Schrittes zum Ende der Tafel ging.
Es war offenkundig, dass das Gemurmel nicht Herrn Elrond selbst galt, sondern Arwen Undómiel, dem Abendstern ihres Volkes. Nur mit Mühe gelang es Morwe seine Augen von der himmlischen Gestalt abzuwenden. Es war, als würde allein ihre Präsenz die Halle erleuchten wie ein Stern und sie mit einem göttlich anmutenden Schein verklären. Nicht wenige schlugen bei ihrem Erscheinen die Blicke nieder oder senkten gar ihre Häupter, andere wiederum schauten ihr wie entrückt nach.
Erst jetzt, wo das Treiben im Saal für einen Moment innehielt, fiel Morwe auf, dass noch einige Plätze frei waren. Unter anderem zwei dort, wo Nárello und Oloriel für gewöhnlich saßen... Er unterdrückte ein Schmunzeln.
Elrond und die Seinen hatten inzwischen ihre Seite der Halle erreicht. Sein Herr schenkte Morwe im Vorbeigehen ein Nicken, das er mit einer Verbeugung erwiderte, doch bei Nîn hielt Elrond einen Augenblick inne.
„Es erfreut mich zu sehen, dass Eure Lebensgeister zu Euch zurückgekommen sind, Nîn, Tochter Darins und Rûns!“, Elrond deutete lächelnd eine Verbeugung vor der Zwergin an. „Und auch, dass Ihr meiner Einladung zum Fest nachgekommen seid. Ich hoffe doch Morwe hat bisher gut für Euch gesorgt und Ihr konntet Euch in Eurem Haus ein wenig einleben?“, sein Blick huschte über Nîns Harnisch und ein amüsierter Ausdruck trat in seine Augen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Sa 15 Feb 2014, 14:34

Nîn straffte die Schultern und bemühte sich nur kurz mit den Augen zu den Elben hinüber zu zucken, die sich allesamt erhoben hatten und zu ihnen hinüber stierten. Aule sei Dank, schien sie aber die recht passabel anmutende Elbin, die sich hinter den Stuhl zu Elronds linken gestellt hatte, mehr in ihren Bann zu ziehen, und die Zwergin verspürte ein ungewohntes Maß an Dankbarkeit angesichts ihrer bald schon sehr misslichen Lage. Sie hatte rechtzeitig auf Morwes Räuspern reagiert und sich von ihrem Stuhl hinunter gleiten lassen, doch das bedeutete nun auch, dass sich die Sitzfläche ihres Stuhles auf Höhe ihrer Oberschenke befand und es bereits beim ersten Mal Morwes unauffälliger Hilfe bedurfte, um sich mit einem noch immer schmerzenden Arm auf den Stuhl zu hieven. Elrond begrüßte sie und senkte leicht den Kopf, doch das änderte auch nichts an der Tatsache, dass Nîn sich wohl niemals an diese empfundene Nackenstarre gewöhnen würde. 'Einladung nachgekommen', die Zwergin schnaubte innerlich. 'Als hätte ich eine Wahl gehabt...'
„Ich hoffe doch Morwe hat bisher gut für Euch gesorgt und Ihr konntet Euch in Eurem Haus ein wenig einleben?“ Sie lockerte mit einer Bewegung ihrer Hände etwas ihren Mantel und atmete tief ein, um sich zwei Sekunden Zeit zum nachdenken zu verschaffen, bevor sie antwortete, und um gleichzeitig den Stolz etwas aufzufrischen, mit dem sie ihren Harnisch darunter trug. Sie versuchte sein Lächeln einfach als simple Geste der Freude zu deuten, doch nach all den Begegnungen heute, viel es ihrem Gehirn schwer mittlerweile auch nur irgendetwas noch an Elben zu deuten. Sie wollte nur nach Hause oder dahin, wo sie in Ruhe etwas Essen konnte.
Die Zwergin lächelte Elrond an, deutete ebenfalls eine höfliche Form der Verbeugung an, um der Etikette genüge getan zu haben und machte dann den Mund auf, um dem Elb vor ihr ein paar wohl gewählte Worte zu entgegnen, doch ihr Magen kam ihr zuvor. Sie senkte mit hochroten Ohren den Kopf und räusperte sich, um das Knurren zu übertönen, doch Elronds leisem Lachen, sowie dem Gekircher aus mehreren Ecken des Raumes, konnte sie entnehmen, dass die Rasse der Elben wohl doch nicht temporär eine Welle akuter Taubheit befallen hatte. 'Warum, bei Durins Barte, musste ich auch bloß an Essen denken..?!'
Sie spürte die Hitze auch hoch in ihr Gesicht steigen, und ihr kurzzeitig die Sicht vernebeln, doch sie hob nicht einmal den Kopf, als Elrond ihr kurz mitfühlend die Hand auf die Schulter legte, bevor er anfing zu ihr und dann zu der Versammlung am Tisch zu sprechen.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   Sa 15 Feb 2014, 22:49

Der Beginn von Elronds Rede ging völlig an Morwe vorbei, der zu beschäftigt damit war sein Lachen zu unterdrücken. Aber immerhin dürfte Nîn mit ihrer sehr aufrichtigen, wenn auch vielleicht eigenwilligen Aussage sichergestellt haben, dass die Bediensteten darauf achten würden ihr mehr als genug Essen zukommen zu lassen.
„...Es ist mir außerdem eine große Freude und Ehre heute einen Ehrengast in unseren Reihen begrüßen zu dürfen.“, Elrond wies auf Nîn, die mit einem Mal noch weiter zu schrumpfen schien. „Hier an meiner Seite steht die Zwergin Nîn, welche, wie auch schon ihre Eltern, diese Feier mit uns begehen wird. Lasst uns also an diesem Festtage, den wir nicht alleine feiern, uns unserer Bande mit allen anderen Völkern hier in Arda erinnern! Zwar mögen sich noch nicht alle hier eingefunden haben, doch wollen wir in Gedanken bei unseren Familienmitgliedern und Freunden sein, die dem Fest aufgrund des gestrigen Sturms vielleicht fern bleiben müssen.“, er hob sein inzwischen gefülltes Glas an und fügte mit einem Zwinkern hinzu „...und Manchem mag dies als Grund gelten für die Abwesenden den einen oder anderen Kelch mehr zu leeren.“
Unter allgemeinem Gelächter erklärte ihr Herr den Beginn des Festes und noch ehe er sich niedergelassen hatte, setzten die Harfen- und Flötenspieler mit einer fröhlichen Melodie ein. Diener mit großen Tabletten erschienen zu allen Seiten und begannen die Tische zu decken. Überraschender Weise hielt Nîn noch immer ihren Kopf gesenkt, anstatt den Bediensteten oder vielmehr dem, was sie auf den Händen balancierten, hinterherzulechzen.
„Du brauchst dich nicht zu schämen.“, versicherte ihr Morwe mit einem aufmunternden Lächeln. „Es war immerhin eine Aussage, die wahrlich von Herzen kam. ...Oder vielmehr aus seiner unmittelbaren Umgebung...“ Prompt erntete er dafür einen schmerzhaften Seitenhieb, der ihn jedoch nicht davon abhalten konnte zu kichern.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 00:11

Nîns rosa farbende Wangen konnten sich nicht mit genug Luft füllen, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen, weshalb sie sich ganz und gar darauf beschränkte, Morwe mit vielsagenden Blicken zu strafen. Diesen Kerl würde sie garantiert nicht heimlich danach fragen, ihr wieder auf den Stuhl zu helfen, das würde sie auch mit einem Arm schaffen und im Moment waren eh alle abgelenkt, da Bedienstete her eilten, um -
Die Züge der Zwergin erschlafften, als ihre Augen gebannt an Morwes grinsendem Kopf vorbei schielten. Ihre Kinnlade war herunter geklappt, doch ihr fehlte der Wille, Energie in ihr Gesicht zu verlagern. Alles schien mit einem Mal egal geworden zu sein. Das Unwetter der letzten Nacht, die Kälte, die merkwürdigen Elben mit den Handschuhen. Was in dieser Welt zählten, waren einzig und allein sie und die silberne Platte, die auf der Hand des Elben befand, der nur wenige Meter den Tisch hinunter an der Tafel entlang ging.
Wehmütig, wie bei dem letzten Anblick eines Geliebten, sah sie dem Geschöpf hinterher, bis es hinter Köpfen verschwand, die sich auf grausame Art und Weise in ihre Welt schoben und ihr so die Sicht verbargen. Traurig biss sie sich auf die Unterlippe, um sich nicht Hals über Kopf in das Chaos zu stürzen. Aber irgendwer musste doch etwas unternehmen. Die Pasteten auf dem Tablett waren so klein, dass wohl kaum ein Dutzend davon ihren so ausgehungerten Magen füllen konnten, und es waren bereits zunehmend weniger geworden, bevor sie ihren Träger aus den Augen verloren hatte. Tröpchenweise sickerte wieder ihre Umgebung in ihre Wahrnehmung. Sie ruckte kurz mit dem Kopf. „Was?“ Verwirrt schaute sie den schwarzhaarigen Elb vor sich wieder an, doch Morwe schenkte ihr nur ein breites Grinsen. Vielleicht hatte sie sich auch nur eingebildet, wage Worte aus seiner Richtung vernommen zu haben. Was sie sich jedoch definitiv nicht einbildete, war die Stimme von Elrond, der sie freundlich mit Namen ansprach. Ein plötzlicher Geruch stieg ihr in die Nase, bevor sie geistesgegenwärtig war, den Kopf zu drehen. Elrond, der vor einem appetitlich gefüllten Teller saß, schenkte ihr ein mysteriöses Lächeln und deutete mit seinen Augen verschwörerisch zu einem Elben hinter ihr. „Du siehst zwar nicht so aus, als würdest du einen sonderlich großen Appetit haben und sicherlich ist diese ganze Umgebung noch voll und ganz neu für dich, aber du würdest der Bedienung hier sicherlich eine große Freude damit bereiten, wenn du nach Herzenslust zugreifst.“ Er senkte ein Stück weit die Stimme und zwinkerte zu ihr hinüber. „Ich bin sicher, sie sind über jeden Vorwand froh, sich in deiner Nähe aufhalten und dich bewirten zu dürfen, also fühle dich frei, dich möglichst ausgiebig an ihrem Angebot zu bedienen.“
Die Zwergin presste die Lippen zusammen und sog scharf die Luft durch die Nase ein, während sie nach Beherrschung rang. Der Elb vor ihr, lächelte ihr freundlich zu, und hielt ihr einen Teller mit Käsestückchen entgegen, auf die mit einem winzigen Spieß grüne Trauben gesteckt worden waren, während sich aus mehreren Richtungen fünf weitere Bedienstete zu ihm gesellten. Ehe sie sich versah, hatte sich vor Nîns Augen der wundervollste Anblick aufgetan, der sich ihr jemals in ihrem Leben geboten hatte, doch Morwe war nur eine Armlänge von ihr entfernt und sie hatte nicht so viele Strapazen über sich ergehen lassen, um sich nun blind ihren inneren Trieben hin zu geben. Sie schluckte und strich sich mit der Hand durch das Gesicht. Ruhig zu atmen viel ihr beinahe so schwer wie ihre gespielte Beherrschung, doch sie schaffte es, auf Elronds Worte einzugehen. „Zu gütig, doch es lege mir fern, Ihre Leute über die Maßen zu beanspruchen. Es wäre unhöflich, wenn ich sie um meiner Selbst Willen, von ihrer Arbeit abhalten würde, nur um -“
Nîns Geist flog empor und ging in die glückseligen Hallen der Valar ein, wo sie Mahal höchst persönlich in seine Arme schloss, als ein jüngerer Elb mit braunen Haaren zwischen den anderen auftauchte und ihr begeistert lächelnd eine silberne Platte mit herzhaft duftendem Fleisch entgegen hielt.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 01:24

Morwe tat so, als würde er interessiert nach einem Tablett blicken, um dann mit einem Schlenker seines Arms nach Nîns Kragen zu greifen und sie auf ihren Stuhl zurückzubefördern. Er ignorierte ihren halbherzig empörten Blick und wandte sich stattdessen der ihm dargebotenen Platte zu. Für den Anfang zog er es vor sich mit kleineren Appetithäppchen zu begnügen. Seit einiger Zeit schien sein Magen eine etwas eigenartige Veränderung durchzumachen, die möglicherweise seines Fahltaukonsums zuzuschreiben war... Jedenfalls hatte sein Magen offenbar weitestgehend das Interesse an Nahrungsaufnahme verloren. Während Morwe lustlos auf einer Traube kaute und in einem Käsehappen stocherte, konnte er nicht umhin zu bemerken, dass wenigstens die Zwergin endlich einmal wirklich zufrieden zu sein schien.
Morwe lächelte unwillkürlich, wobei sein Blick den Elronds kreuzte. Sein Herr prostete ihm schmunzelnd zu und schien ebenfalls zufrieden darüber die richtigen Speisen für ihren Gast ausgewählt zu haben.
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BeitragThema: Re: Marmorhallen - Teil 1 - Zwergenmanieren   So 16 Feb 2014, 16:21

„Es ist eine erfrischende Abwechslung, Euch einmal außerhalb Eurer Familienkreise anzutreffen, Armírëion, aber ich hoffe doch, das ist nicht der Grund, der Euch den Appetit verschlagen hat.“ Erestor prostete Morwe mit seinem Weinglas zu und nahm einen genüsslichen Schluck.
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