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 023 - Azog, der Schänder

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Moriko

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BeitragThema: 023 - Azog, der Schänder   So 02 Feb 2014, 14:24



Kapitel 23: Azog, der Schänder



Nîns Kopf senkte sich wieder, während ihre Augen mit einem fragend flehentlichen Blick an dem blau glimmenden Schwert hängen blieben. Nein...
Der Widerstand ihres Körpers bröckelte langsam in sich zusammen. Da war sie wieder: Die Leere, die die trostlosen Jahrhunderte vor ihr ausfüllte und die sanfte Umarmung ihrer verstorbenen Urahnen von ihr weg zerrte. „Amman?²...“ Speichel sammelte sich in ihrer Mundhöhle und die Farben um sie herum verschwommen zu einem verzerrten Bild der Wirklichkeit, bis nur noch das stärker werdende blaue Leuchten des Schwertes übrig blieb. Der Rest verforme sich zu einem dunklen Tunnel aus Schmerz, der den Weg zurück in ihren Körper fand und die Welt um sie herum umherwirbelte. Ihr Atem wurde schneller, doch keine Luft schien mehr ihre Lungen zu erreichen. Sie hob den Kopf um Morwes Gesicht sehen zu können, doch es verschwamm mit jeder Sekunde ein Stück mehr. „Ich dachte, wir wären Freunde?“ Die Zwergin war sich schon nicht mehr sicher, ob diese Worte wirklich ihre Lippen verlassen hatten, oder sie sich bereits schon wieder in ihren Träumen befand. Ihre Zunge war so schwer und die Welt um sie herum drückte mit einer plötzlichen Schwere auf sie hinab. Sie wollte Fili etwas sagen. Sie wusste nicht was es war, aber es war dringend. Ein Gedanke, der das blaue Leuchten des Schwertes in ihrem Kopf erweckt hatte, doch sie konnte ihn nicht festhalten. Sie verlagerte ihr Gewicht ein wenig nach vorne, um nach seiner Schulter zu greifen, doch noch ehe sie etwas sagen konnte, wurde die Welt um sie herum in schwarzes, endloses Licht getaucht.


Fili spürte eine Hand auf seiner Schulter, die ihm einen Schauder den Rücken hinunter laufen ließ. Die Form und die Beschaffenheit der Haut ließen keinen Zweifel daran, dass sie Nîn gehörte, doch hätte nicht gewusst, dass sie hinter ihm stand, hätte er geschworen, dass die Berührung die eines Kindes gewesen wäre. Kraft- und ziellos legten sich die Hand auf seine Schulter und rutschte noch im selben Augenblick von ihr hinunter.
Aus Instinkt wirbelte der Zwerg herum und ging dabei in die Knie um die zusammenbrechende Nîn noch aufzufangen, bevor ihre Knie den Boden erreichte. Er schoss seine Arme um sie und setzte sie sanft auf dem Boden ab.
Noch bevor die Reise angefangen hatte, hätte ihn sein Bruder sicherlich noch Jahre damit aufgezogen, wenn eine Frau ihm so in die Arme gefallen wäre und sie hätten lange ihre Späße mit so einer Situation gehabt, doch bei der Berührung von Nîns Körper gab es für Fili keinen Grund auch nur entfernt an Spaß zu denken.
Die Zwergin glühte. Ein kaum merkliches Beben ging noch für einen Moment durch ihre Arme, bevor ihr Körper von Fili gestützt sicher den Boden erreichte. Er hielt ihren Kopf fest an seine Schulter gedrückt, damit sie sich nicht verletzte, doch die Tatsache, dass er ihr Herz nicht spüren konnte, ließ Panik in ihm aufsteigen. Sanft kippte er den Körper, der wie glühende Kohlen brannte ein Stück weit von sich weg um mit der freien Hand fahrig nach ihrem Puls zu tasten. Er fand ihn, doch er war nur noch sehr schwach. Zornig wandt er den Kopf so weit er konnte zu dem dunkelhaarigen Elb. „Was hast du mit ihr gemacht?!“ Aus den Augenwinkeln sah er, wie sein Bruder zielstrebig auf den Fremden zuging und ihn drohend an der Schlinge seines Armes packte. „Was sollen diese faulen Zauber?! Sie hat dir nichts getan! Sie hat sich nicht einmal wehren können! Was hast du mit ihr angestellt??!!“ Schreiend deutete er auf das glimmende Schwert, dass im Boden steckte, während gleichzeitig protestierende Rufe aus allen Richtungen erklangen. Fili erkannte, wie Dwalin energisch auf seinen Bruder und den Elb zu stapfte, jedoch schien der unfreundliche Blick nicht dem Fremden sondern viel mehr seinem Bruder zu gelten.
Ein flüchtige Bewegung ließ Filis Aufmerksamkeit wieder zu Nîn wandern. Bildete er sich das nur ein, oder hatten ihre Augen unter den geschlossenen Lidern gerade gezuckt? Während hinter ihm ein ohrenbetäubender Streit ausbrach, beugte er sich mit dem Ohr dicht über Nîns Gesicht. Ein kaum merkliches Atmen ließ sein Herz wieder höher schlagen. Er strich sich mit einer Hand den Umhang von den Schultern, den ihn Balin zum wärmen gegeben hatte, und wickelte den Oberkörper der Zwergin vorsichtig darin ein. Gerade, als er sie sanft auf den Boden gelegt hatte und sich erhob, spürte er einen sirrenden Luftzug an seinem linken Ohr vorbei fliegen. Ein dumpfer Ton beendete schlagartig die Flugbahn des sirrenden Objektes und die Vorahnung, die sich um Filis Herz schloss, machte ihn unfähig zu atmen, während seine Kameraden alle mit einem Schlag verstummt waren. Das Geräusch von einem Körper, der auf den Boden schlug, durchbrach die unheilvolle Stille und ermöglichte es Fili trotz seiner Angst herum zu wirbeln um nach seinem Bruder zu sehen, doch er stand noch.
Als hätte jemand in ein Hornissennest gestochen, ertönte plötzlich aus allen Richtungen Wargrufe und Orkschrei, die nur noch von Thorin überstimmt wurden, der sie kampfbereit machte.


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²"Amman?" (sindarin) = "Warum?"
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Lenz

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BeitragThema: Re: 023 - Azog, der Schänder   Mo 03 Feb 2014, 15:52

Sprachlos verfolgte Morwe den Streit, der um ihn herum ausbrach. Bei allen Seltsamkeiten, die er in seinem Leben bisher erlebt  oder von denen er gehört hatte, war ihm noch nie zu Ohren gekommen, dass ein Zwerg vor seinem eigenen Volk einen Elben verteidigt hätte. Ein warmes Gefühl von Dankbarkeit schlich sich in sein Herz, gerade da die Situation Morwes verbliebene mentale Kräfte forderte. Seine Augen glitten zurück zu Nîn. Sie wurde von dem blonden Zwerg soeben in einen Mantel gehüllt.
Starb sie etwa?
Morwe wollte zu ihr gehen. Er wollte diesen elenden Irrsinn endlich beenden. Er wollte weder sie noch irgendjemanden sonst umbringen! Alles, was er wirklich wollte, war aus diesem verfluchten wahnwitzigen Machtspiel auszuscheiden und dafür zu sorgen, dass diejenigen, die ihm etwas bedeuteten, sicher waren!
Kaum hatte der Entschluss in seinem Geist eine feste, eindeutige Form angenommen, zerschnitt schrilles Sirren die Luft. Dumpf hallte der einschlagende Pfeil in Morwes Ohren wieder. Ungläubig starrte er hinab auf seine Brust. Der derbe schwarze Schaft, der aus seinem Körper ragte, lachte ihm höhnisch entgegen. Der Boden kippte unter Morwes Füßen. Plötzlich war alles still. Dunkelheit kroch in seine Sicht.
Das war also die Antwort der Valar auf seine Entscheidung. Es gab für ihn kein Entrinnen. Sich fügen oder sterben, das war alles, was ihm scheinbar offenstand. Er hatte die Leben anderer bewahrt und dafür zahlte er nun mit dem Seinen. Das nennt sich wohl Ironie des Schicksals... Unwillkürlich kräuselten sich Morwes Lippen. Am Ende war er doch wenigstens aufrichtig gewesen, dachte er, bevor ihn reißender Schmerz und Schwärze verschluckten.


sie sind beide tot! Twisted Evil Endlich! chachacha  stolz 
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