DIE Hobbit - Fanfiction Seite

Wir haben schon so viele Zusatzgeschichten und Informationen zusammen gesammelt und noch immer keinen Namen für die eigentliche Hauptgeschichte. . . so geht das doch nicht. . . müssen wir mal ändern. . .
 
StartseiteFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Austausch | 
 

 000 - Prolog

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Lenz

avatar

Anzahl der Beiträge : 572
Anmeldedatum : 05.05.13
Alter : 25

BeitragThema: 000 - Prolog   Mo 06 Mai 2013, 00:54


Prolog

Dunkelheit. Dunkelheit war immer gleich. Alle Schatten, die in dieser Welt wandelten, waren Sprosse der ewig gleichen Finsternis, die ihren Anfang in den jüngsten Tagen der Welt genommen hatte. Was mit Morgoth begonnen hatte, hatte in Sauron dem Verräter seinen Fortgang gefunden. Und es waren die Menschen, durch welche jener diese Zeit überdauerte.
Elronds Finger tasteten nachdenklich über die brüchigen Seiten. Das Pergament war rau, an den Ecken fast spröde. Die einst prächtigen Farben der Malereien und Ornamente hatte die Zeit blass werden lassen. Die schwarze Tinte war ergraut. Was früher einmal nach kräftigem Leder gerochen hatte, war nun fad und duftlos. Nur der Geruch von Staub und altem Holz drang in die Nase des Elbenherren.
Sollte es wahrhaftig sein, dass Saurons Auswüchse wieder ihre giftigen Netze zu spinnen begannen? Dass der Friede, der nun seit Jahrhunderten währte und der für die Elben vielleicht auch kaum mehr als einen Lidschlag gewährt hatte, im Verfall begriffen war? Oder war es allein ihre Furcht, welche die Geschehnisse dieser Tage mit Düsternis tränkte?
Elrond ließ die Augen über die Schmuckbuchstaben und verschnörkelten Blumen gleiten, über die Ranken, die Tierornamente. Seine Fingerkuppen erfühlten die feinen Rillen, welche die Schreibfedern in den Untergrund geritzt hatten. Die Unebenheiten der Farben, den rissigen Goldgrund, welcher die Seiten umrahmte.
Was diese Seiten in sich trugen, die Geschichte, die sie bargen, mochte ewig bestehen, war sie doch die Wurzel für alles, was nun war. Sie war der Boden, aus welchem die jetzigen Tage erwachsen waren. Und doch mochte allein das Gedächtnis der Eldar sie für alle Zeiten zu erinnern. Sie würden dieser Zeiten noch gedenken, wenn die Tage schwanden und die letzten Bäume erstarben. Wenn die Sterne erloschen, die Sonne sich verdunkelte. In den weit entfernten unsterblichen Landen würde die Geschichte der Welt bestehen.
Bedacht das Pergament nicht zu beschädigen, blätterte Elrond die Seite um.
Die Werke der Menschen jedoch waren der Natur dieser Welt unterworfen. Wie die Menschen selbst. Sie sehnten sich nach Ewigkeit, danach etwas von Bestand zu erschaffen, was sie überdauern würde und als Echo die Klänge ihres Geschlechts im Netz der Welt forthallen ließ. Ein Anspruch, dem all ihr Tun nicht gerecht werden konnte. Dieses Buch war nur eine weitere Mahnung an dieses Schicksal.
Elronds Augen schweifte über die Darstellung, welche fast die gesamte Seite in Anspruch nahm. Seine Lippen verzogen sich zu einem schmalen Strich.
Das letzte Bündnis...
Hoch ragte die Gestalt Saurons, dunkel und mächtig, auf, der Ring an seiner Hand loderte. Flammen und Felsen im Hintergrund. Vor ihm Isildur. Eine kniende Gestalt, die zerbrochene Klinge gegen seinen Feind gereckt, in Licht getaucht. Die Züge seines Gesichts waren verblichen und der Glanz seines Schwertes ebenso. Die einstmals prachtvolle Erscheinung hatte die Zeit vergilbt, der Menschenherr wirkte schwach und ohnmächtig im Angesicht seines übermächtigen Gegners.
Mit einer raschen Bewegung klappte der Elb das Buch zu. Doch es war zu spät. Eine düstere Vorahnung hatte sich wie ein Keim in sein Herz gepflanzt und träufelte ihr ätzendes Gift in seinen Geist.
Sarumans Argumente mochten berechtigt gewesen sein und doch... Wie hatte die Morgulklinge ihren Weg nach Dol Guldur gefunden? Wie konnte das sein, dass sie ihrem Gefängnis entkommen war? Kein Mensch konnte eine solche Tat vollbringen, nicht einmal wenn er ein mächtiger Zauberer war, es sei denn er war bereits mit der Schattenwelt im Bunde. Und wenn dies so war, würde er die längste Zeit ein Mensch gewesen sein.
Der Raum erschien ihm mit einem Male dunkler als zuvor als er sich erhob. Vor den mächtigen Fensterbögen saß auf dünnen Zweigen ein Rotkehlchen und zwitscherte im Geäst. Frühlingsgrüne Blätter wogten in der Abendbrise. Alles war friedlich. Umso mehr beschlich Elrond eine plötzliche nagende Beunruhigung. Eine Sorge wie er sie seit Jahrzehnten nicht mehr erfahren hatte.
Was in ihm schlug war nicht sein Herz, sondern ein dumpfes ungestaltes Organ in seinem Bauch.
Etwas in dieser Welt war im Gange, er konnte es fühlen. Etwas, was sich in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft enthüllen mochte. Der Fund der Morgulklinge in der alten Festung, der Aufbruch Thorin Eichenschilds, die plündernden Orkhorden in der Wildnis – kleine Vorboten eines baldigen Geschehens, das sich abzeichnen würde.
Elrond winkte eine junge Elbin herbei das Buch an seinen Platz in der Bibliothek zurückzustellen. Er verließ das Arbeitszimmer und durchquerte den hohen weitläufigen Saal, der mit zahllosen Bücherregalen gefüllt war. Geruch von Pergament mischte sich mit Leder und Holz. Die Regale waren so in Reihen positioniert, dass zwischen ihnen die Gänge parallel zu den schlanken mit Mosaiken geschmückten Fenstern lagen. Schwach brach sich das schwindende Licht der Abendsonne in den abertausenden farbigen Steinchen, die bunte Schemen über Elronds wehendes Gewand tanzen ließen. Doch heute hatte er kein Auge dafür.
Hinunter über die Marmortreppe und auf einen von Forsythien und Linden gesäumten Platz. Er ließ ihn mit zügigen Schritten hinter sich, trat in einen Bogengang und folgte diesem zu einer Brücke, unter der sich reißende Fluten auftürmten. Gischt spritze bis an die Geländer und Elrond fühlte die feuchte Luft auf seinem Gesicht kitzeln. An die Überführung grenzte ein weiterer Platz an, der links nach Westen hin offen und mit einer Brüstung umgeben war, hinter der Felsen senkrecht in die Tiefe des Tales abfielen. Der Elbenherr betrat das östlich gelegene Haus und folgte einer Wendeltreppe hinab in ein Gemäuer mit niedriger Decke.
Hier unten war es kühl. Von den gekachelten Mauern wurde das Fackellicht beinahe gespenstisch zurückgeworfen. Stille erfüllte die gedrungenen Gänge und Elrond begegnete auf seinem Weg nur vereinzelt jemandem.
Endlich lichtete sich der Pfad und der Elb trat in einen quadratischen mit Wandvorhängen geschmückten hohen Raum, der von einem mächtigen Deckenleuchter erhellt wurde. An jeder Wandseite befanden sich zwei Türbögen, die von Wachen gesäumt waren. Zu jeder Tageszeit wurden diese Kammern gut bewacht.
Die Krieger verneigten sich als der Elbenherr eintrat. Ihre Bewegungen waren trotz der Rüstung geschmeidig und lautlos, die Kettenpanzer und Speerspitzen funkelten im Kerzenschein.
Elrond durchschritt die Tür, die ihm gegenüberlag und gelangte in eine in bläuliches Licht getränkte Kammer. Kisten, Truhen und Schränke füllten sie beinahe bis zur Gänze, bloß im Zentrum des Raumes war ein kleiner leerer Fleck vor einer steinernen Statue. Sie zeigte eine Elbenfrau, die in ein ausladendes Gewand gekleidet eine Platte auf den Händen trug und ihr Haupt vor dem Betrachter neigte. Auf der Platte lag ein langes graues Bündel.
Elrond spürte die Unruhe aus seinen Gliedern weichen. Langsamen Schrittes näherte er sich der Statue und hielt vor dem Bündel einen Moment inne. Hier lag es. Zeugnis dunklerer Tage und zugleich Hoffnung auf einen lichteren Morgen. Vielleicht würde seine Zeit bald wiederkommen. Vielleicht würde es bald wieder das Licht der Welt erblicken. Der Stoff, in den es gehüllt war, war fast so alt wie es selbst. Elrond hatte ihn eigenhändig von seinem Mantel geschnitten. Damals, als die Schlacht endlich gewonnen war.
Die Erleichterung schwand mit einem Male. Das Tuch war am unteren Ende aufgewühlt, offen. So hatte er es nach seinem letzten Besuch nicht zurückgelassen...!
Sein Herz machte einen Satz und sogleich riss Elrond den Stoff fort, doch noch in der Sekunde, als seine Finger das Gewebe umschlossen, fühlte er, dass das Bündel leer war.
Leer.
Er starrte mit weit aufgerissenen Augen auf die nackte Steinplatte.
Es war fort.
Fort....
Zorn ergriff ihn. Seine Gedanken überschlugen sich. Wie konnte das sein? Seit wann lag es nicht mehr hier? Die Gegenstände in den Kammern wurden regelmäßig gesäubert, es konnte nicht lange her sein, dass es entwendet worden war! Wann war es das letzte Mal gereinigt worden? Wer hatte die Arbeit verrichtet? Und wer mochte eine solche Dreistigkeit, eine solche Niedertracht besitzen, es zu entwenden?
„Wache!“, Elronds Stimme hallte wütend von den Wänden wider.
Unverzüglich erschien ein junger Wächter im Raum, der sich eilig vor seinem Herrn verbeugte. „Ihr wünscht, Herr?“
„Wer ist mit der Säuberung der hier befindlichen Güter beauftragt?“
„Amdin und Erefín, Herr.“
Elrond überlegte. Wer die beiden für diesen Dienst eingesetzt haben mochte, hatte eine gute Wahl getroffen. Sie waren treue, verlässliche Männer. Sie würden mit dem Diebstahl nichts zu tun haben, dessen war er sich gewiss.
„Lasse sie zu mir in meine Kammer schicken!“, ordnete er an.
Der Krieger verneigte sich und machte auf dem Fuß kehrt.
Elrond hielt noch einen Augenblick inne bevor auch er sich zum Gehen wandte. Noch war er wie vom Donner gerührt. Kälte kroch ihm die Beine empor, doch es war nicht die Kälte des Bodens, die aus den Steinen drang. Als hätte der Schock alle Wärme aus seinem Leib fahren lassen, breitete sich die Beklemmung wie durch seine Adern in seinem Körper aus, lähmte seinen Atem und griff eiskalt nach seinem Herz.
Es war fort...!

Elrond stand in seiner Kammer und wartete. Er hatte dem Schreibtisch den Rücken zugekehrt und die Arme vor der Brust verschränkt. Sein Blick ging aus dem Fenster, vor dem die Nacht langsam, doch stetig die letzten Spuren des Tages verdrängte. Erste Sterne glommen am Himmel, der Horizont war zu einer orangenen blassen Linie weit in der Ferne zusammengeschrumpft. Nur wenig Licht erreichte den Raum. Es reichte gerade noch die Konturen der Kommoden und Schränke nahe dem Fenster abzuzeichnen. Und die von Elronds starrer Gestalt selbst.
Was sich jedoch in seinem Innern abspielte stand in einem herben Kontrast zu seiner ruhigen Erscheinung.
Es klopfte und Elrond schluckte die Anspannung mühsam hinunter als er den Besuch hereinbat.
Geleitet von Erestor traten Amdin und Erefín ein. Die Laterne in der Hand des Dieners schwang hin und her und mit ihr Kreis des Feuerscheins. Immer, wenn er auf das Gesicht der beiden jungen Elben fiel, enthüllte er deren Augen, aus denen glitzernd Verwirrung und Sorge hervorstachen.
Erestor entzündete die Leuchter im Zimmer, während Elrond um den Tisch herum kam und keine Zeit damit verschwendete seinen Besuchern einen Platz anzubieten.
Der blonde Erefín fand als erster seine Stimme.
„Ihr ließt nach uns schicken, Herr?“
„Ja. Ich möchte, dass ihr mir Auskunft darüber gebt, wann jene Güter, die sich in der blauen Grotte befinden, zuletzt eure Aufmerksamkeit erhielten.“, Elrond hielt seine Wut im Zaum, konnte aber nicht vermeiden, dass seine Stimme erahnen ließ, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.
Die beiden Jüngeren schienen zu glauben, dass er ihnen die Schuld dafür zumaß, denn sie versteiften sich sichtlich.
„Vor zwei Tagen, Herr.“, sagte Amdin und Erefín setzte hinzu: „Genaugenommen vorgestern Abend.“
Elrond ging in Gedanken ein paar Schritte auf und ab.
„Hat sich an jenem Abend noch alles an seinem Platz befunden?“
„Ja, Herr.“
Eine kurze Stille trat ein, die schließlich von Erefín durchbrochen wurde.
„Verzeiht, aber... Ihr sagtet 'noch'? Soll dies meinen, dass jemand etwas aus der Kammer entnommen hat?“
Der Elbenherr hielt inne. „Es scheint, das eben dies geschehen ist. Doch ich bitte euch dies geheim zu halten.“
Die beiden nickten.
„Was sich in jenem Tuch befand... Es war ganz sicher noch an seinem Platz?“
„Ja, Herr. Wir haben es vorgefunden wie es immer war und so wieder so verlassen.“
„Gut...“, Elrond seufzte und winkte Erestor, der bei der Tür wartete, dass er die Gäste nach draußen geleitete. „Ihr mögt gehen.“
Er kehrte zu seinem Platz am Fenster zurück und starrte in die Nacht hinaus.
Noch vorgestern Abend war es dort gewesen....
Der erste Gedanke, der ihm kam, war, es mochten die Zwerge gewesen sein. Doch es war töricht dies zu denken und er verwarf es augenblicklich. Woher sollte einer der Zwerge vom Aufenthaltsort jenes Gegenstandes wissen? Und warum sollte einer von ihnen ihn entwendet haben sollen? Darüber hinaus hätten die Wachen keinem Fremden Zutritt gewährt.
Und Gandalf? Er war mit den Zwergen im Bunde und Teil ihres Vorhabens. Er kannte das Gut, den Ort, war kein Fremder. Aber auch kein Dieb.
Elrond schüttelte erschöpft den Kopf. Es ergab keinen Sinn. Warum sollte einer seines Volkes hier zum Verräter werden?
Ein erneutes Klopfen an der Tür ließ ihn aufhorchen.
„Nun?“
Erestors sonore Stimme antwortete: „Die Wachen haben keinen Fremden oder Eindringling bemerkt. Keiner der Gäste hat sich in die Nähe der Grotten begeben. Und es ist wie die beiden Herren Erefín und Amdin verlauten ließen, dass sie am Abend des vorgestrigen Tages die Güter zuletzt besucht haben.“
„Also gibt es keinerlei Hinweise?“
Eine kurze Pause entstand. Als Erestor wieder sprach, schwang ein Hauch von Spott in seinen Worten mit.
„Nun... Die Wachen beobachteten Euren ... 'Ehrengast' wie er gestern Morgen jene Kammer betrat und sie sehr rasch wieder verließ. Seit dem hat ihn niemand mehr gesehen...“
Elronds Magen zog sich zusammen. Seine Finger schlossen sich in einem eisernen Griff um das Fensterbrett.
Bebend stieß er hervor: „Schicke Morwe hierher! Sofort!“


---------------------------

Ist für einen Prolog etwas lang geworden. Rolling Eyes Vergib mir....
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
 
000 - Prolog
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Prolog: Die Geburt des Shai'lanhal

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
DIE Hobbit - Fanfiction Seite :: Geschichte :: (1) Ein unerwarteter Aufbruch-
Gehe zu: