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 014 - Eine böse Vorahnung

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Lenz

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BeitragThema: 014 - Eine böse Vorahnung   Mo 29 Jul 2013, 21:02


Unruhig wälzte Dwalin sich von einer Seite auf die andere. Nachdem er die erste Wache gehalten hatte, war er rasch und fest  eingeschlafen und Stunden später aus beklommenen Träumen hochgeschreckt. Es ärgerte ihn. Vielleicht war ärgern nicht ganz die richtige Bezeichnung für das, was er bei diesem Gedanken empfand. Nein, es ärgerte ihn nicht bloß, es machte ihn rasend!
Dwalin knurrte einen Fluch in seinen Bart. Wie lange war es her, dass er aus seinem Schlaf in Panik und schweißgebadet aufgewacht war? Die Erinnerungen daran kamen ihm wie aus einem anderen Leben vor. Einem Leben, in dem er noch eine Heimat besessen hatte, in dem er noch jung und unbedarft gewesen war. Wo er noch nicht den Schrecken des Krieges geschmeckt hatte. Und mit seiner ersten Schlacht waren die Albträume gekommen. Doch nach Jahrzehnten und unzähligen Kämpfen war der blutige Geschmack in seinem Mund allmählich verebbt. Was blieb, war ein schaler Überrest. Kaum mehr ein Hauch. Genauso seine Träume.
Wie kam es dann, dass ausgerechnet jetzt so etwas passierte?! Es machte keinen Sinn. Die kleinen Scharmützel mit Orks und Wargen auf ihrer Reise konnten es wohl kaum sein, die einen so bleibenden Eindruck auf ihn hinterlassen hatten, dass es ihn bis in seinen Schlaf verfolgte. Doch was war es dann?
Murrend wälzte Dwalin sich auf den Rücken. Er öffnete die Augen einen Spalt breit. Hoch über ihm spannte sich ein dunkler tiefblauer Himmel, auf dem noch matte Sterne glommen. Erste violette und goldene Schlieren durchzogen ihn und silbrige Wolkenfetzen trieben langsam auf dem Wind. Anschwellendes Vogelgezwitscher erfüllte die kühle Luft. Der Morgen stand unmittelbar bevor.
Unwillig brummte Dwalin in seinen Bart. Der verfluchte Tag kam einfach viel zu früh. Er spürte Widerstreben bei dem Gedanken gleich schon weiterziehen zu müssen und noch dazu nagte ein hohles Pochen in seinem Bauch an seinen Nerven. Es sah ihm einfach nicht ähnlich nervös oder überhaupt grundlos aufgeregt zu sein. Er war ein Krieger! Sein Gemüt war fest und stählern wie seine Waffen, sein Wille war eisern und unerbittlich! Woher kam diese vermaledeite Unruhe in ihm?!
Der Zwergenkrieger atmete beherrscht ein und aus. Langsam jetzt. Thorin war nicht hier und er hatte damit die Verantwortung für ihre verbliebene Gemeinschaft. Er musste wachsam sein und durfte sich nicht ablenken lassen. Mit seiner Aufmerksamkeit stand und fiel womöglich ihr Unterfangen heil auf die andere Seite des Berges zu kommen. Besinne dich Dwalin, Fundins Sohn! Hör auf deine Instinkte!
Nein, er war ganz sicher nicht grundlos nervös. Dwalin kannte sich. Es hatte einen Grund, weshalb ihn diese Unruhe verfolgte. Jede Faser seines Körpers vibrierte schier vor vagem Unbehagen, als wollte er ihm etwas mitteilen, das seine übrigen Sinne übersahen. Irgendeine Gefahr, die er nicht wahrnahm. ...Oder die er nicht als solche erkannte?
Dwalin richtete sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Er warf einen prüfenden Blick auf seine Gefährten. Nori, Gloin, Ori, Bifur, Balin, Oin und Bombur. Und Dori hält Wache.... Gut., zählte er erleichtert. Aber wo steckt das verdammte Spitzohr?
Zwischen den in Decken gehüllten Leibern sah er keinen, der diesem Langbein gehören konnte. Und er befand sich auch nicht auf der kleinen Lichtung. Auch nicht zwischen den Felsen.
Hat der sich über Nacht einfach verdrückt? Dwalin runzelte die Stirn.
Mit einem Mal durchflutete den Zwergenkrieger eine Welle der Ahnung. Der Elb...! Aber natürlich! Diese aufreibende Nervosität war zwar erst über Nacht gekommen, aber Dwalin entsann sich, dass er bereits gestern als sie das Gebirge weiter durchwandert hatten, eine unbestimmte Beklemmung gefühlt hatte. Er hatte sie auf die Widrigkeiten ihrer Reise geschoben und darauf, Thorin, Fili, Kili und Bofur bisher nicht wiedergefunden zu haben, noch eine Spur von ihnen entdeckt zu haben. Doch wenn er jetzt so darüber nachdachte, machte es Sinn.
Durch seine steifen Glieder schoss heißes Blut, als Dwalin aufstand. Eilig stapfte er zwischen seinen schlafenden Begleitern hindurch, um sich zu vergewissern, dass sie wirklich nur schliefen. Doch seine Sorge stellte sich als unbegründet heraus. Den Anderen fehlte nichts. Auch ihr Gepäck war noch an Ort und Stelle, ihre Waffen alle beisammen, ihre Vorräte vorhanden. Dwalin lehnte sich an einen Felsen und stieß die Luft aus, die er in seiner Anspannung angehalten hatte. Der Druck auf seiner Brust ließ ein wenig nach. Doch nicht so das bohrende Loch in seinem Bauch. Vielmehr schien der Wurm sich immer tiefer in seine Eingeweide zu fressen.
„Herr Dwalin?“ Er zuckte zusammen, als Doris weiche Stimme plötzlich neben ihm auftauchte. Dwalin biss die Zähne aufeinander. Oh nein, es reicht ja nicht, dass du langsam Verfolgungswahn bekommst. Jetzt schreckst du schon auf wie ein feiges Karnickel! Ein toller Anführer bist du!
„Was ist?“, brummte er unwirsch zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
Dori musterte ihn aus besorgten Augen heraus. „Stimmt etwas nicht? ...Sollen wir schon aufbrechen?“
Zähneknirschend stierte Dwalin in den Schatten, den die Bäume am Rande der Lichtung warfen. Tja, sollten sie? Es war noch viel zu früh. Und die anderen waren gestern so ausgelaugt und erschöpft auf ihre Lager gefallen, dass er es für besser hielt, ihnen den Schlaf zuzugestehen, dessen sie so dringend bedurften. Außerdem waren einige verletzt. Besser sie ruhten sich noch etwas aus. Gleichzeitig überkam Dwalin ein seltsam nacktes Gefühl bei dem Gedanken noch länger hier zu verweilen. Er legte die Stirn in Falten. Oder war es vielleicht doch nicht der vermaledeite Elb? Lauerte womöglich etwas an diesem Ort hier? Oder in der Nähe? Hatte er die Zeichen falsch gedeutet und war ihr fremder Begleiter deshalb nicht aufzufinden, weil ihm etwas zugestoßen war?
Langsam schüttelte der Krieger den Kopf. „Nein. Wir warten bis Sonnenaufgang. Ruh dich auch noch ein bisschen aus, ich seh‘ solange nach dem Rechten.“ Dori nickte. Er wandte sich zum gehen, aber Dwalins Hand hielt ihn zurück. „Hast du das Spitzohr irgendwo gesehen?“, presste er zwischen den Lippen hervor.
Dori hob die Brauen. Er blinzelte, seine Augen huschten von links nach rechts. Schließlich schüttelte er den Kopf. „Nein... Um ehrlich zu sein, ich hab ihn gar nicht gesehen.“, seine Stimme rutschte eine Oktave höher und er knetete seine Finger. „...Seit ich die Wache von Oin übernommen habe, hat sich nicht das Geringste getan...“
Ausgerechnet von Oin..., stöhnte Dwalin innerlich. Er fragte sich, weshalb er dem Alten überhaupt erlaubt hatte noch Wache halten zu dürfen. Sicher war er ein fähiger und zäher Kämpfer, einer, an dessen Seite man in der Schlacht gerne stand. Aber wenn es um Aufmerksamkeit und Sicherheit ging... Eine ganze Orkmeute könnte hinter Oins Rücken vorbei schleichen und er würde nicht das Geringste merken!
Entnervt brummte Dwalin: „Hat Oin vorher irgendwas gesagt? Hat er irgendwas bemerkt? Nichts Auffälliges die Nacht gewesen?“
„Nicht das ich wüsste...“
„Na gut.“, der Zwergenkrieger zuckte die Schultern und nickte Richtung Lager. „Dann leg dich wieder hin.“
Dori verschwand sichtlich erleichtert.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch blieb Dwalin allein zurück. Er rieb sich über die Stirn. Was sollte er nun tun? Sollte er nach dem Baumkuschler suchen oder ein wachsames Auge auf seine Gefährten haben? Aber wenn dem Kerl wirklich etwas passiert war, würde auch jede Wache nichts nützen. Er hatte gesehen wie der Elb gekämpft hatte. Sollte ihn jemand oder etwas ausgeschaltet haben, würden sie diesem Feind kaum etwas entgegen setzen können. Also besser nach ihm suchen...
Seinen Instinkten vertrauend wandte Dwalin sich dem Baumdickicht zu, das an ihre Lagerstädte grenzte.
Die Tannen ragten wie schwarze gezackte Schwerter in gen Himmel. Sie bildeten einen Wall, der alles Licht verschluckte, zwischen ihnen existierte nichts als Finsternis. Feuchte modrige Luft wehte ihm wie aus dem Rachen eines gewaltigen Tieres entgegen. Ein paar Eulen riefen aus dem Geäst, doch sonst war es merkwürdig still. Keine Insekten, kein Rascheln von Mäusen, nichts.
Augenblicklich schwoll das Ziehen in Dwalins Magengegend zu einem monotonen Pochen an. Seine Hand wanderte wie von selbst zum Griff seiner Axt. Er tat einen Schritt in die Dunkelheit.
Als hätte er einen Vorhang hinter sich gelassen, klärte sich nach einem Moment seine Sicht. Er stand nicht in der Schwärze, die er erwartet hatte. Auch wenn er ein Zwerg war und seine Augen ihm das Sehen bei selbst tiefster Nacht ermöglichten, er hatte nicht damit gerechnet, hier besonders weit gucken zu können. Er hatte neblige undurchdringliche Finsternis erwartet. Stattdessen fühlte sich Dwalin unwillkürlich an eine Unterwasserlandschaft erinnert. Es war ihm, als stünde er am Grund eines Sees. Gestrüpp und Bäume waren ein Geflecht aus Algen und Tang, das silbrige Schimmern des sinkenden Mondes das Blitzen der Sommersonne auf der Wasseroberfläche. Alles schien sich in unsichtbarer Strömung sanft hin und her zu wiegen.
Dwalin kniff sich in die Wange. Und als das nicht half, gab er sich einen Schlag gegen den Kiefer. Er blinzelte, schüttelte sich, um sich aus diesem Traum zu lösen. Aber die Erscheinung war unnachgiebig und blieb.
Ja bin ich denn jetzt völlig verrückt geworden?!
Just in dem Augenblick, als er den Rückzug antreten wollte, um sich das letzte bisschen klaren Verstand zu bewahren, zog eine Bewegung seine Aufmerksamkeit auf sich. In den Schatten rührte sich etwas. Oder vielmehr entstieg etwas. Dort, wo die Tannen am dichtesten waren, waberte ein konturloses Etwas und wurde rasch größer. Schweißperlen sammelten sich auf Dwalins Schläfen. Er zog seine Axt, seine Glieder kribbelten, als das Blut aus ihnen wich. Das Wesen kam näher. War es wahrhaftig körperlos oder schwankte es nur unstet hin und her? Ein Kloß steckte ihm in der Kehle, er konnte den galligen Geschmack im Mund nicht hinunter schlucken. War es diese Gestalt, die den Elben erwischt hatte? Mahal, was ist das für eine Teufelei?
Das riesige Ding hatte die Kluft zwischen den Baumstämmen, die es noch von Dwalin trennte fasst erreicht. Die Axt wurde ihm immer schwerer und schwerer. Sollte er warten bis das Ding ins Mondlicht herausgetreten war bevor er zuschlug? Was, wenn es dann schon zu spät war? Aber wenn er vorher angriff, handelte er womöglich viel zu übereilt. Hitzköpfigkeit hilft dir jetzt nicht. Bleib ruhig!
Es war soweit, das Wesen hatte den Lichtstreifen erreicht. Jeder Muskel in Dwalins Körper spannte sich. Jede Faser war bereit zum tödlichen Schlag. Doch kaum einen Herzschlag später senkte er verdutzt die Waffe.
Es war der Elb! Was Dwalin für einen wabernden amorphen Umriss gehalten hatte, war der wehende Umhang gewesen. Mondlicht spiegelte sich auf seinem silbernen Brustpanzer und der Kragen des samtenen Gewands glitzerte wie von Tautropfen besetzt. Dwalins Blick wanderte weiter hoch zum Gesicht des Elben. Und dem Zwerg klappte der Mund auf.
Schmerzhaft zog sich der Knoten in seinem Bauch noch enger zusammen.


Ist erst der erste Part zu dem kapitel, aber ich dachte hier bietet sich ein Cut ganz gut an ^^" Wenn ich mit Part 2 fertig bin, mach ich drei Kreuze x___x" hätte mir diese blöde Suppe mit Morwe nicht einbrocken sollen, viel zu viel Schreibarbeit...will nicht so wie ic  Danach mach ich nur noch kurze Kapitel -_____-v
..... der Titel ist grottig, aber mir ist bisher nichts vernünftiges in den Sinn gekommen keinen Schimmer schlag du mal was vor =P
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